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Hauptwohnsitz aus steuerrechtlicher Sicht

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 20.06.2014

Frage:

Unsere Schwiegertochter lebt seit Jahren zusammen mit unserem Sohn in Cerlin in "ehegleichem Zustand" in einer gemeinsamen Mietwohnung. seit 1.11.13 hat sie eine Tätigkeit bei der Uni Münster i.w. angenommen. Sie hat dort eine Miniwohnung für 400€ i.M. angemietet. Sie arbeitet im Schnitt 4 Tage in Münster und verbringt die restl. Tage in Berlin in der gemeinsamen Wohnung, d.h. sie fährt einmal pro Woche hin und zurück mit der Bahn. sie bezahlt einen teil der Miete in Berlin. Frage: Ist steuerlich gesehen Berlin oder Münster der Hauptwohnsitz, oder spielt das keine Rolle dabei.
Per 1.11.13 sind auch Umzugskosten angefallen. Was könnte sie für die Beiden Monate November und Dezember steuerlich geltend machen?

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Antwort:

Iim Fall der Schwiegertochter kann steuerrechtlich eine doppelte Haushaltsführung vorliegen. Voraussetzung dafür ist, dass sie außerhalb des Ortes beschäftigt ist an dem sie einen eigenen Hausstand unterhält.

Der Hauptwohnsitz bei zwei Wohnungen ist steuerrechtlich dort, wo der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen liegt. So ist eine gemeinsame Wohnung mit einem Partner ein gewichtiges Indiz dafür; hinzu kommen Bindungen im gesellschaftlichen (z.B. Mitgliedschaft in Vereinen etc.) oder persönlichen Bereich.

Die melderechtliche Anmeldung mag zwar auch ein Indiz sein; sie ist letztlich aber nicht entscheidend. Die Finanzbehörde muss auf der Grundlage der §§ 8 und 9 AO selber prüfen, wo der Hauptwohnsitz der Schiegertochter ist. Eine formelle Eheschließung wäre dabei hilfreich, kann aber letztlich nicht entscheidend sein.

Damit wären die Kosten für die Wohnung in Münster als Kosten der doppelten Haushaltsführung abzusetzen. Dazu gehören auch die Kosten für die Einrichtung dieser Wohnung (Achtung: bitte keine „Umzugskosten“, da ein Umzug ja gerade nicht stattfindet.) Absetzbar sollten auch die wöchentlichen Fahrtkosten zwischen Münster und Berlin sein.




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