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Ware bei Kleinanzeigen bestellt und nicht erhalten

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 05.06.2014

Frage:

Ich habe bei den Kleinanzeigen bei xxx einen outdoor Rutenplaner fürs Fahrrad gefunden. Daraufhin habe ich dem Verkäufer eine E-mail geschrieben und mein Interesse bekundet. Er hat mir per SMS geantwortet, weitere Fragen und Antworten liefen über Whatsapp.
Ich habe: die E-mail Adresse bei yyy.de, den Namen, die Kontonummer mit Bankleitzahl, eine Handynummer. Bezahlt habe ich 250€, aber keine Ware erhalten.
Auf die E-mail Adresse habe ich geschrieben und gefragt wo die Ware bleibt. Die Mail kam nicht als "nicht zustellbar" zurück, also scheint die noch gültig zu sein.
Meine Frage: besteht überhaupt die Möglichkeit mein Geld wieder zu bekommen?
Wenn ja, was muss ich machen?

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Antwort:

zur Realisierung eines Erstattungsanspruches der gezahlten 250 € ist es zunächst zwingend notwendig, eine zustellungsfähige Adresse Ihres Geschäftspartners festzustellen. Ohne zustellungsfähige Adresse können keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden.

Ich rate Ihnen mit den üblichen Suchmaschinen im Netz hier tätig zu werden, da Sie ja den Namen bereits haben.

Führt dieses nicht zum Erfolg, können Sie auch einen Strafantrag bei der Polizei stellen. Wenn diese Interesse hat, kann sie den Klarnamen mit Adresse ermitteln. Sie erhalten von dem Ergebnis der Ermittlungsbemühungen der Polizei Kenntnis indem Sie Akteneinsicht nehmen. Hierzu ist allerdings im Regelfall die Beauftragung eines Rechtsanwaltes notwendig. Setzen Sie nicht zu große Hoffnungen in die Arbeit der Polizei, da diese gegen Internetbetrug oft nicht mit der gebotenen Konsequenz vorgeht.

Fazit: Eine Chance auf Ihr Geld haben Sie nur, wenn Sie eine zustellungsfähige Adresse ermitteln können.

Ist dieses geglückt und zahlt der Gegner nicht freiwillig, muss eine Klage erhoben werden. Um diese beweissicher begründen zu können, sollten Sie den gesamten Schriftwechsel per SMS/App ausdrucken um diesen bei Gericht vorlegen zu können. Auch für die Durchführung des Gerichtsverfahrens ist die Beiziehung eines Rechtsanwaltes hilfreich.

War das Gerichtsverfahren erfolgreich, muss der Zahlungstitel vollstreckt werden. Hier tragen Sie das Risiko, dass die Gegenseite über pfändbares Einkommen und Vermögen verfügt, was bei Internetbetrügern möglich aber nicht sicher ist.


Diese Antwort beinhaltet eine erste Einschätzung der Rechtslage. Sie beruht ausschließlich auf Ihren Angaben in der schriftlichen Fragestellung. Eventuelle Abweichungen des tatsächlichen Sachverhalts können zu einer abweichenden juristischen Bewertung führen.



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