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Verjährungsfrist bei Darlehen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 18.05.2014

Frage:

Ich habe meiner Frau, vor ca. 15 Jahren, 30.000 € für ein neues Auto
geliehen, welches Sie alleine benutzte und mittlerweile verschrottet wurde.
Sie hatte mir mündlich zugesagt, mir das Geld später, in ca. 10 Jahren zurück zuzahlen, wenn Sie mit dem Studium fertig ist und eigenes Geld verdient. Wir haben keinen Vertrag oder sonst ein Schriftstück aufgesetzt, auch kein Zeuge war anwesend.

Sie ist mittlerweile mit dem Studium fertig und verdient seit über 7 Jahren gutes Geld. Wir sind immer noch verheiratet. Jetzt habe ich Sie an Ihr Versprechen erinnert und Sie um Rückzahlung der 30.000 € gebeten, da wir ein eigenes Haus kaufen möchten.

Sie sagte, das Darlehen bräuchte Sie nicht mehr zurückzahlen, dies wäre nach 3 bzw. 10 Jahren verjährt und ich hätte keinen Rechtsanspruch mehr darauf. Wie wären doch glücklich verheiratet und ich solle nicht so kleinlich sein.

Stimmt das mit der Verjährung bei Darlehen?
Habe ich keine Chance das Geld zu erhalten?
Müsste ich erst meine Frau verklagen, was ich nicht möchte?
Was passiert bei einer Scheidung, kann ich das geltend machen, zum Beispiel beim Gewinnausgleich?


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Antwort:

Zu Ihren Fragen:

Stimmt das mit der Verjährung bei Darlehen ?

Ja, prinzipiell hat Ihre Frau Recht. Auch bei Darlehen gilt die generelle Verjährungszeit nach § 195 BGB von 3 Jahren. Aber in Ihrem speziellen Fall ist die Forderung dennoch noch nicht verjährt, weil die Verjährungsfrist noch nicht begonnen hat. Dies regelt § 207 Abs.1 BGB. Dort steht:

§ 207
Hemmung der Verjährung aus familiären und ähnlichen Gründen

(1) Die Verjährung von Ansprüchen zwischen Ehegatten ist gehemmt, solange die Ehe besteht.

Da die Verjährungsfrist erst mit Rechtskraft einer Scheidung zu laufen beginnt, können sie das Geld von Ihrer Gattin noch zurückverlangen.

Habe ich keine Chance das Geld zu erhalten? Müsste ich erst meine Frau verklagen, was ich nicht möchte?

Sieh haben aus obigen Gründen noch eine Chance das Geld zurückzuerhalten. Aus rein juristischer Sicht müssten Sie allerdings eine Klage gegen Ihre Frau anstrengen.

Was passiert bei einer Scheidung, kann ich das geltend machen, zum Beispiel beim Gewinnausgleich?

Sie können im Falle einer Scheidung die Summe nicht im Zugewinnausgleich geltend machen. Hier wäre nur das wertlose Auto einzustellen, falls es noch vorhanden sein sollte. Da die Verjährung aber gehemmt ist, können Sie dann die Rückzahlung einklagen. Ob Sie die Hingabe des Darlehens beweisen können, ist aber eine andere Geschichte. Vielleicht können Sie sich von Ihrer Frau schriftlich bestätigen lassen, daß sie vor 15 Jahren 30.000 € von Ihnen geliehen bekommen hat.



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