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Unterhaltsberechung für Kinder über 18

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 30.04.2014

Frage:

Nach Scheidung von meiner Ehefrau muss ich für die beiden gemeinsamen Kinder, beide über 18 Jahre und nicht mehr im Haushalt eines Elternteils wohnend, Unterhalt bezahlen.
Ist meine ehemalige Ehefrau ebenfalls verpflichtet, Barunterhalt für die gemeinsamen Kinder zu leisten? Gibt es Ausnahmen ?
Wie errechnet sich mein Unterhalt ?
Welche Kosten, die noch während der bestehenden Ehe entstanden sind für Abzahlungen diverser Darlehen sowie Lebensversicherungsbeiträge für einen Hausbau kann ich von meinem Einkommen abziehen?

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Antwort:

Ich kann hier natürlich keine konkrete Unterhaltsberechnung in Ihrem Fall vorlegen. Ich werde Ihnen aber den Weg zeigen, wie sich der Unterhalt Ihre Kinder berechnet. Vorweg, der Bedarf eines erwachsenen Kindes außerhalb des Elternhauses ist derzeit auf 670 € festgelegt. Von diesem Bedarf ist in Abzug zu bringen 1. das Kindergeld in Höhe von 184 € und 2. eventuelle eigene Einnahmen wie z.B. Lehrlingsgeld und/ oder Bafög oder Berufsausbildungsbeihilfe.

Für den verbleibenden nicht durch das Kindergeld und eigene Einnahmen gedeckten Bedarf sind die Eltern anteilig im Verhältnis Ihrer den eigenen Selbstbehalt übersteigenden unterhaltsrechtlich bereinigter Einkommen unterhaltspflichtig. Der Selbstbehalt liegt hier bei jedem Elternteil bei 1.200 € monatliches Einkommen. Dies ist in der Düsseldorfertabelle so festgelegt.

Beispiel: Restbedarf 150 € pro Kind. Einkommen Vater 1.600 Euro Einkommen Mutter 1.400 Euro.

Einzusetzendes Einkommen Vater 400 €, einzusetzendes Einkommen Mutter 200 €. Insgesamt zur Verfügung 600 €. Das Verhältnis ist hier 2/3. Der Vater muss also jedem Kind 100 € Unterhalt zahlen, die Mutter jedem Kind 50 €.

Ihr unterhaltsrechtlich bereinigtes Einkommen errechnet sich wie folgt:
Jahresnettoeinkommen zuzüglich Steuerrückerstattungen und Zinseinkünfte geteilt durch 12. Zzgl. eventuell ein Wohnvorteil, das ist die monatlich ersparte Miete, also die normalerweise zu zahlende Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung.

Abzubringen sind hiervon die berufsbedingten Aufwendungen, also hauptsächlich die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsort und nach Hause. Hier werden in der Regel 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer und Arbeitstag gerechnet.

Weiter die Darlehensbelastungen und Finanzierungskosten sofern diese in der Ehe entstanden sind, bzw. bei der Trennung notwendig wurden, z.B. Neuanschaffung Hausrat. Wurde das Haus nach der Ehe angeschafft werden die Raten nur im Rahmen der ortsüblichen Miete anerkannt und heben so den Wohnvorteil auf.



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