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Pfändung von Kindesunterhalt von Kindesvater

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 12.03.2014

Frage:

Ich besitze eine Vollstreckbare Ausfertigung vom Amtsgericht Landaus bzgl. Kindesunterhalt vom 28. Juni 2004.
Mittlerweile sind die Kinder volljährig.

Bisher waren alle Pfändungsmaßnahmen erfolglos.
Der Kindesvater hat weder den Kindesunterhalt noch den Trennungsunterhalt bezahlt.
Er gab sogar eine eidesstattliche Versicherung ab.
Der Kindesvater lebt aber immer noch nach so langer Zeit im gemeinsamen Haus, zahlt keine Miete und hat durch Überlastung der Gerichte und Berufungen usw.es geschafft, dass selbst der Zugewinn noch nicht geklärt ist.

Wir wissen aber das er Geld besitzt. Bei ihm fand sogar schon eine Hausdurchsuchung seitens der Staatsanwaltschaft statt.
Es wurden Daten auf der Festplatte gesichert.
Anscheinend Auslandskonten.
Leider wurde das Verfahren eingestellt. Dies verstand der ermittelnde Hauptkommissar nicht. Er sagte man müsste da einen Detektiv beauftragen. Dies können wir uns leider nicht leisten.
Der Kindesvater wohnt im gemeinsamen Haus. 450 qm Wohnfläche, 2 Auto usw.
Er besitzt Miethäuser, die aber alle belastet wurden.
Sein Vermögen gehört angeblich der Mutter usw.
Meine Kinder und ich mussten schon immer sehr sparen.
Der Kindesvater überzog uns immer wieder mit Klagen.

Meine Frage ist:

Nun haben wir uns die vollstreckbaren Ausfertigungen zukommen lassen.
Was können wir tun.
Kann die Forderung z. B. an jemanden abgetreten bzw. verkauft werden?
An ein Inkassounternehmen?
Die Forderung verfällt ja sonst.
Es wäre schön, wenn meine Kinder wenigstens an einen Teil der Forderung kommen könnten.

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Antwort:

Es wird schwierig werden die berechtigten Forderungen noch zu realisieren. Aber es gibt noch kleine Chancen. Vorab: Firmen die Einzeltitel aufkaufen kenne ich nicht. Wenn Titel aufgekauft werden geschieht dies in der Regel nur, wenn größere Mengen zu verkaufen sind.

Ihre beste Chance an Geld zu kommen sehe ich darin, eine Zwangshypothek auf das Haus eintragen zu lassen. Sollte Ihr Exmann lediglich Eigentümer zu ½ sein, kann auch auf seiner ideellen Hälfte eine Hypothek eingetragen werden. Auch führt eine Zwangsversteigerung unter Umständen zum Erfolg. Auch bezüglich der ideellen Hälfte. In der Regel führt ein eingeleitetes Zwangsversteigerungsverfahren zum schnellen Erfolg. Hier kommt es aber auf die genauen Umstände an.

Sie können auch Zwangshypotheken in die Mietshäuser eintragen lassen. Da die Zwangsvollstreckung hier 30 Jahre wirkt, kann es sein, dass man irgendwann zu Geld kommt.

Was aber sehr wirkungsvoll sein dürfte wäre im Wege von Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen die Mietzahlungen zu pfänden. Sie müssten die Namen der Mieter ausfindig machen (Klingel bzw. Briefkasten) und beim Amtsgericht beantragen, dass Ihnen die Mieten überwiesen werden bis die Schuld beglichen ist. Das dürfte die effektivste Art und Weise sein an Geld zu kommen.

Die Staatsanwaltschaft informiert die Unterhaltsgläubiger leider nicht über ermittelte Werte im Rahmen eines Strafverfahrens. Wenn Sie im Ausland Gelder vermuten müssten Sie zunächst über einen Anwalt Akteneinsicht beantragen, um die ausländischen Werte zu ermitteln. Sollten im Ausland tatsächlich Gelder versteckt sein, ließe sich dann auch im Rahmen der europäischen Verträge zur Zwangsvollstreckung im Ausland vollstrecken.



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