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Haftung eines Versicherungsmaklers

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 25.02.2014

Frage:

Ich habe mich zum 01.12.2013 als Versicherungsmakler nach §34d Abs. 1 GewO selbständig gemacht.
Nun habe ich ein Angebot durch eine Unternehmensberatung GmbH erhalten die Versicherungsgeschäfte derer Kunden auf Honorar oder auch Stunden Basis zu bearbeiten. Das heißt ich erledige nur die Berechnungen und Zusammenstellung der Verträge. Direkten Kundenkontakt habe ich nicht. Die Unterlagen welche benötigt werden und auch die Beratung wird nicht durch mich sondern durch den Unternehmensberater oder deren Angestellte durchgeführt. Die Zulassung als registrierter Makler besitzt der Unternehmensberater und hat für diese Maklertätigkeit auch eine eigene GmbH gegründet.
Meine Frage lautet:
Kann ich als selbständiger Makler für diese Nebentätigkeit per Vereinbarung mit dem Unternehmen die Haftungsansprüche gegen mich ausschließen? Oder bin ich per Gesetz trotzdem in der Haftung.
Für mich ist das Risiko:
1. Ich muss mich auf die erbrachten Unterlagen durch externe Mitarbeiter verlassen. Darauf baut sich aber die komplette Bedarfsanalyse auf.
2. Die Beratung wird nicht durch mich geführt!
3. Die Betreuung und ständige Analyse bzw. Kontrolle ob beim Kunden noch alles Bedarfsgerecht ist, erfolgt nicht durch mich.
4. Ein Maklervertrag wird zwischen Kunde und der Makler GmbH des Unternehmensberaters geschlossen.

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Antwort:

Grundsätzlich haftet man als Versicherungsmakler wie der Handelsmakler nach § 98 HGB für den verschuldet entstanden Schaden. Bei der Verschuldenshaftung handelt es sich um eine Verpflichtung zum Schadensersatz aufgrund von bestimmten Tatbeständen innerhalb des Haftpflichtrechtes. Bei der Verschuldenshaftung wird nicht nur ein objektiv rechtswidriges, schuldhaftes Verhalten vorausgesetzt, sondern ein vorwerfbares, persönliches Verhalten, wie Fahrlässigkeit oder Vorsatz.

Der Versicherungsmakler haftet daher nur wenn er seine Pflichten schuldhaft verletzt. Sorgfaltsmaßstab hinsichtlich einer fahrlässigen schuldhaften Handlung, denn ich gehe nicht davon aus, daß es zu vorsätzlichen Schäden kommt, ist der Maßstab eines ordentlichen Kaufmanns. Entscheidend daher ist, wie sich ein normaler Kaufmann in der jeweiligen Situation verhalten gegen über seinem Vertragspartner verletzt hätte.

Jeder haftet nur für eigene Fehler. Eine Fremdverschuldenshaftung existiert nicht.

Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1. Ich muss mich auf die erbrachten Unterlagen durch externe Mitarbeiter verlassen. Darauf baut sich aber die komplette Bedarfsanalyse auf. Vertragspartner ist für Sie nach Ihrer Sachverhaltsschilderung alleine die Unternehmensberatung. Auf Grund der von dort gelieferten Daten machen Sie ihre Bedarfsanalysen. Sie sollten daher zur Vermeidung von Haftung gegenüber der GmbH vertraglich klar stellen, daß eine Haftung sich auf die gelieferten Daten beschränkt und die GmbH alleine für die Lieferung des korrekten Datensatzes verantwortlich ist.

Sollten allerdings Unklarheiten bestehen wären Sie zur Rückfrage bei der GmbH, nicht beim Endkunden verpflichtet. Zum Endkunden haben Sie keinerlei rechtliche Beziehung.

Wenn Sie Ihre Bedarfsanalysen dann liefern stellen Sie in einem Begleitschreiben klar, daß diese mit Sorgfalt auf Grund der übermittelten Daten erstellt wurde und dies auch für dieunter Umständen mitgelieferten Versicherungsempfehlung gilt.

2. Die Beratung wird nicht durch mich geführt!

Kunden der GmbH können wegen Falschberatung nicht an Sie herantreten. Erstens besteht zu diesen kein vertragliches Verhältnis und zweitens haften Sie nur in dem Umfang der von Ihnen auf Basis der mitgeteilten Daten erstellten Analysen.

3. Die Betreuung und ständige Analyse bzw. Kontrolle ob beim Kunden noch alles Bedarfsgerecht ist, erfolgt nicht durch mich.

Hier gilt dasselbe wie unter 2. Dies ist nicht Ihre Aufgabe. Dies muß die GmbH alleine und eigenverantwortlich fortführen. Zu diesen Kunden bestehen keine rechtlichen Beziehungen.

4. Ein Maklervertrag wird zwischen Kunde und der Makler GmbH des Unternehmensberaters geschlossen.

Das heißt wie oben dargestellt, Sie haften den Kunden der GmbH nicht. Eine Fremdverschuldenshaftung existiert nicht. Es besteht ausschließlich ein Verhältnis zwischen Ihnen und der GmbH.



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