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Privatadaoption - Jugendamt in Kenntnis setzen?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 20.02.2014

Frage:

Wir benötigen eine komprimierte Auskunft zu dem Thema Privatadoption. Es geht für uns erst mal nur um einen groben Gesamtüberblick (Vorabinformtion). Wir denken darüber nach in Indien ein Kind zu adoptieren. Es gibt einen guten Kontakt nach Indien zu einer seriösen Frau, die uns bei der Adoption helfen/begleiten würde. Sie kann alles Nötige (für eine indische Adoption) in Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden in die Wege leiten. Es ist also möglich ein Kind nach indischem Recht zu adoptieren. Die Kontaktperson hat ebenfalls indische Kinder adoptiert.

Die wichtigsten Fragen rund um die Privatadoptionen mit Bitte um Beantwortung sind:

1) Sind wir verpflichtet das deutsche Jugendamt im Vorfeld über eine Privatadoption in Kenntnis zu setzten?

2) Muss das deutsche Jugendamt die rechtskräftige indische Adoption in Deutschland anerkennen?

3) Erhält das Kind durch eine Adoptionsanerkennung (durch das Jugendamt) die deutsche Staatsbürgerschaft?

4) Dürfen wir nach der indischen Adoption mit dem Kind nach Deutschland einreisen?

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Antwort:

1) Sind wir verpflichtet das deutsche Jugendamt im Vorfeld über eine Privatadoption in Kenntnis zu setzten?

Gesetzlich geregelt ist die Möglichkeit der Auslandsadoption im Haager Adoptionsübereinkommen. Adoptionen außerhalb dieses Übereinkommens werden in Deutschland nicht anerkannt, Adoptionen bei denen diese Vorschriften beachtet werden, werden problemlos anerkannt und sind auch in der Durchführung normalerweise problemlos. Den Gesetzestext finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Justiz www.bundesjustizamt.de.

Eine Auslandsadoption läuft ähnlich wie eine Inlandsadoption ab. Während es bei einer Inlandsadoption häufig mehr Bewerber als Kinder gibt, sieht es bei einer Auslandsadoption genau umgekehrt aus. Eine Adoption eines ausländischen Kindes muss entweder über eine der staatlich anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen oder über das jeweilige Landesjugendamt laufen. Der erste Weg ist der einfachere. Die Vermittlungsstelle hilft bei der Erstellung der notwendigen Papiere und organisiert auch den Ablauf im Herkunftsland. Die einzelnen Vermittlungsstellen haben Zulassungen für jeweils unterschiedliche Länder. Sie geben Auskunft über die Bedingungen für die Bewerber in den jeweiligen Ländern und die Umstände, unter denen die Kinder in den Heimen leben.

Was müssen Sie unbedingt beachten:

• Eine Auslandsadoption ist möglich durch verheiratete Paare und in einzelnen Ländern sogar durch alleinstehende Frauen.
• Das Mindestalter für ein Bewerberpaar beträgt 25 Jahre, das bedeutet, dass der eine Partner 25 Jahre alt sein muss, der andere mindestens 21 Jahre alt. Der Altersunterschied zwischen Bewerber und Kind sollte in etwa einem Generationsalter entsprechen. Das Höchstalter der Bewerber ist 50 Jahre, bei sehr großem Altersunterschied zwischen den Partnern sind Ausnahmen allerdings möglich.
• Die Feststellung der positiven Adoptionseignung muss vor dem Verfahren durch das örtliche Jugendamt oder durch eine einschlägige Stiftung, zum Beispiel die Global Adoption Germany – Help for Kids e. V., erfolgen.
• Die Bewerber dürfen nicht vorbestraft sein und dürfen sich auch nicht in der Ermittlungsphase eines Strafverfahrens befinden.
• Gesundheitliche Risiken, wie lebensbedrohliche, lebensverkürzende oder ansteckende Krankheiten, sowie auch psychische Erkrankungen, wie z. B. Depressionen oder starke Angstzustände, dürfen bei den Bewerbern nicht vorliegen.
• Die finanziellen Verhältnisse und die Wohnsituation der Bewerber müssen stabil und gesichert sein.
• Bereits vorhandene leibliche, adoptierte oder Pflegekinder sind kein Hindernis für eine Adoption. Besonders bei der Aufnahme von älteren Kindern oder Kindern mit besonderen Bedürfnissen, kann die bereits vorhandene erzieherische Erfahrung auch ein Vorteil sein.
• Der Altersabstand zum nächst älteren Kind sollte mindestens zwei bis drei Jahre betragen und das aufgenommene Kind sollte in der Regel das Jüngste sein. Die Aufnahme von Geschwisterkindern ist grundsätzlich möglich.
Von den durch eine Vermittlungsstelle (nicht von den Landesjugendämtern) organisierten Auslandsadoptionen scheitern angeblich nur ein bis zwei Prozent.
Was müssen Sie tun?
Wenden Sie sich bitte an eine Vermittlungsstelle. Dort müssen Sie in der Regel mehrere Fragebögen ausfüllen und folgende Unterlagen einreichen:
• Lebenslauf
• Heiratsurkunde (falls vorhanden)
• Einkommensnachweis
• Nachweis von Wohneigentum oder Mietvertrag
• Reisepasskopien
• Gesundheitszeugnis durch den Hausarzt
• Lohnsteuerkarte
• Geburtsurkunden bereits vorhandener Kinder
• polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag
• Beglaubigungen und Überbeglaubigungen der einzelnen Papiere durch Ärztekammer Notar, Landgericht und Regierungspräsidium
Jede Auslandsadoption beginnt dann mit einem detaillierten Bewerbergespräch bei der Vermittlungsstelle und dem zuständigen Jugendamt. Eltern, die an einer Auslandsadoption interessiert sind, füllen dort unter anderem einen Fragebogen aus. Dieser Fragebogen stellt mögliche Belastungssituationen für die Eltern dar: Wie verhalten sie sich zum Beispiel, wenn das Kind mit Schimpfwörtern wie „Neger“ oder „Schlitzauge“ beschimpft wird? Wie reagieren die Großeltern auf ein vielleicht dunkelhäutiges Enkelkind? Nach diesem Fragebogen folgen weitere Gespräche mit dem Jugendamt, die unterschiedlich ausgeprägt sind.
3.) Erhält das Kind durch eine Adoptionsanerkennung (durch das Jugendamt) die deutsche Staatsbürgerschaft?
Nach den Umständen im Herkunftsland des Adoptionskindes trifft nach Abgabe aller Papiere der Kindervorschlag in der Regel innerhalb von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren ein. Manche Länder haben aber auch Wartezeiten von unter einem Jahr für Auslandsadoptionen. In der Regel müssen beide Partner dann im Ausland zum Gerichtsverfahren erscheinen. Manchmal muss wenigstens einer der Partner mehrere Wochen im Herkunftsland bleiben. Eltern haben das Recht, für diese Zeit einen Antrag auf unbezahlten Urlaub zu stellen. Die Kosten für die Dokumente, die Arbeit der Vermittlungsstelle und die Reise belaufen sich je nach Land auf 8000 bis 15 000 Euro. Auch für Adoptivkinder erhalten die Eltern die Elternzeit. Durch die Auslandsadoption bekommt das Kind die deutsche Staatsbürgerschaft, kann jedoch auch seine ursprüngliche behalten.


2) Muss das deutsche Jugendamt die rechtskräftige indische Adoption in Deutschland anerkennen?

Speziell für Indien fordert der indische Staat von Ihnen folgende Voraussetzungen für Adoptivwerber

Adoption durch Ehepaare:
1. Alter der Adoptivwerber Das Alter der Eltern darf zusammen gerechnet höchstens 90 Jahre für die Adoption eines Kindes unter 3 Jahren und 105 für die Adoption eines Kindes unter 6 Jahren nicht überschreiten.

2. Der jüngste Elternteil soll nicht jünger als 25 Jahre und der älteste nicht älter als 50 Jahre sein. Ausnahmen sind bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen möglich.

3. die vorgeschriebene Ehedauer beträgt mindestens zwei Jahren nachweislich in einer stabilen Partnerschaft

4. der Altersunterschied Eltern/Kind muß mindestens 21 Jahre betragen.

2) Muss das deutsche Jugendamt die rechtskräftige indische Adoption in Deutschland anerkennen?

Adoptionen aus Indien folgen strikt dem Haager Adoptionsübereinkommen. Durch das Jugendamt überprüfte und befürwortete Adoptivwerber können ihr Dossier über die zentrale Behörde der jeweiligen Landesregierung übermitteln.

Das Dossier wird durch die bearbeitende RIPA ("Recognised Indian Placement Agency" = akkreditierte Organisation nach dem Haager Adoptionsübereinkommen, oftmals ein Waisenhaus) und die CARA ("Central Adoption Ressource Authority"; http://www.adoptionindia.nic.in/) überprüft.

Eine beglaubigte Kopie des Dossiers wird zuerst von jeweiligen Landesregierung an die indische Zentralbehörde CARA geschickt. Sollte das Paar eine Präferenz für eine RIPA (akkreditierte Organisation nach dem Haager Adoptionsübereinkommen, oftmals ein Waisenhaus) haben, sollte dies auch im Dossier vermerkt werden (das bedeutet allerdings nicht, dass die CARA diesen Wunsch respektiert).

Sollten Sie dieses Grundsätzen nicht folgen wird Ihnen kein indisches Gericht die Adoption zusprechen noch wird ein deutsches Jugendamt die Adoption anerkennen.

4) Dürfen wir nach der indischen Adoption mit dem Kind nach Deutschland einreisen?

Wenn diese Adoption demHaager Übereinkommen gemäß zu Stande gekommen ist problemlos.

Ich warne vor nicht anerkannten Vermittlungsstellen und anderen nicht gestzeskonformen Vorgehensweisen. Mann kann dort sehr viel Geld verlieren, hängt sein Herz an ein Kind und die Bemühungen bleiben fruchtlos. Vielleicht ist der anerkannte Weg manchmal mühsam, aber Bemühungen außerhalb des Abkommens sind zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.



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