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Pflichtteilsanspruch für Erben regeln

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 03.02.2014

Frage:

Ich bin 75 Jahre alt, verwitwet.
Es besteht ein gemeinsames Testament von mir u. meiner verstorbenen Frau.
Wir haben uns gegenseitig als Erben eingesetzt.
Die zwei ehelichen Kindern sollen bei meinem Tod jeweils die Hälfte des Vermögens erhalten.
Ein nichteheliches Kind von mir soll nur den Pflichtteil erhalten.
Was ist nun wenn ich versterbe?
Angenommenes Vermögen incl. Haus und Lebensversicherungen ca. 250.000 €
Wie hoch ist der Pflichtanteil für das nichteheliches Kind?
Wenn die Lebensversicherung die noch 10 Jahre läuft heute umgeschrieben wird
auf meine ehelichen Kinder, gehört die Summe zum Gesamtvermögen?

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Antwort:

Der Pflichtteil Ihres nichtehelichen Kindes ist ein Anspruch lediglich auf eine Geldauszahlung. Es wird also nicht als Eigentümer in das Grundbuch hinsichtlich des Hauses eingetragen. Der Pflichtteilsanspruch besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Bei drei Kindern wäre der gesetzliche Erbteil 1/3. Der Pflichtteilsanspruch davon besteht in der Hälfte, also 1/6 des Nachlasswertes. Bei 250,000 € folglich 41.666 €.

Zur Lebensversicherung ist folgendes zu sagen,

Grundsätzlich gehören auch Lebensversicherungen im Todesfall zu den Vermögenswerten des verstorbenen Erblassers und sind deshalb zunächst einmal Bestandteile dessen Nachlasses. Hierfür entscheidend ist die Frage, ob im Rahmen der Lebensversicherung eine Person als Begünstigter eingetragen wurde oder nicht. Ist dies nicht der Fall, geht die Lebensversicherung in den Besitz der Erbengemeinschaft über, so dass die Erben des Verstorbenen Anspruch auf die Versicherungsleistung haben.

Anders gestaltet sich dies jedoch, wenn ein Begünstigter in der Lebensversicherung vorgesehen ist und im Vertrag genannt wird. In einem solchen Fall wird die Lebensversicherung nicht im Nachlass berücksichtigt und fließt somit in keinster Weise in die Erbmasse ein. Diese Regelung hat ebenfalls negative Auswirkungen auf den Pflichtteil. Stattdessen erhält ausschließlich der Begünstigte die Versicherungssumme, schließlich wurde die Lebensversicherung zu seinem Gunsten abgeschlossen.

Wenn Sie also Ihre ehelichen Kinder als Begünstigte in Ihre Lebensversicherung einsetzen, fällt diese im Todesfall nicht in die Erbmasse sondern steht alleine diesen Kindern zu. Sie findet auch keine Berücksichtigung dann bei der Berechnung des Pflichtteils.



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