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Ehe kirchlich annuliieren lassen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 31.01.2014

Frage:

Gehöre nicht zu einer "Königsfamilie". ;-) Würde dennoch meine 13. jährige Ehe kirchlich annullieren lassen. Aus der Ehe sind 2 Kinder entstanden. Die Scheidung ist seit über einem Jahr vollzogen.

Bin schwanger geworden und habe ihm so zusagen "Die Pistole vor die Brust gesetzt", entweder Heirat oder Schwangerschaftsabbruch. Vielleicht auch aus der Sicht einer materiellen Absicherung. Ebenso war es mir nicht bewusst, dass eine kirchliche Trauung nur einmalig vollzogen werden kann. Es wäre schön wenn Sie mir helfen könnten.

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Antwort:

Das kanonische katholische Recht unterscheidet zwei Möglichkeiten der Aufhebung einer Ehe. Diese werden in der öffentlichen Diskussion zwar immer gleichgesetzt, sind aber kirchenrechtlich scharf zu unterscheiden Es gibt:1. die kirchliche Eheauflösung und 2. die Eheannullierung.

Zur Eheauflösung
Eine zwischen Getauften geschlossene und vollzogene Ehe kann nur durch den Tod geschieden werden. Hat jedoch aus irgendeinem Grund der geschlechtliche Vollzug nicht stattgefunden, ist aber eine gültig zustande gekommene Ehe auflösbar. Diese Eheauflösung ist jedoch dem Papst vorbehalten, der auf eine entsprechende Bitte hin entscheidet. Dem geht ein Verfahren voraus, welches gewöhnlich in der Diözese des Wohnsitzes des Bittstellers durchgeführt wird. Angesichts Ihrer Kinder muß der Vollzug der Ehe stattgefunden haben. Diese Möglichkeit scheidet bei Ihnen aus.

Auch können nichtsakramentale Natur-Ehen (zwischen einem Getauften und einem Ungetauften bzw. zwischen zwei Ungetauften), auch wenn sie vollzogen sind, vom Papst unter bestimmten Voraussetzungen aufgelöst werden. Dies geschieht dann "zugunsten des Glaubens", d.h. meist um eine neue kirchliche Eheschließung zu ermöglichen. Auch in diesem Falle sind die Voraussetzungen in einem diözesanen Verfahren zu prüfen. Sollte Ihr geschiedener Mann also nicht getauft gewesen sein, oder während der Ehe aus der Kirche ausgetreten sein ( d.h. vom Glauben abgefallen) dann wäre der einfachste Weg die Auflösung der Ehe zu beantragen, um wieder mit einem neuen Partner im christlichen Glauben leben zu können.
Zur Eheannullierung
Da die unter Christen gültig geschlossene und vollzogene Ehe unauflösbar ist, kann es eine kirchliche Ehescheidung nicht geben. Es gibt jedoch Fälle, in denen bei der Trauung gar keine gültige Ehe zustande kam. Ein kirchliches Gericht kann daher nach sorgfältiger Prüfung des Sachverhaltes zu der Feststellung gelangen, daß ein Eheband von Anfang an niemals bestanden hat. Diese Feststellung nennt man Ehenichtigkeitserklärung oder Eheannullierung.

Eine gültige Ehe kommt u.a. nicht zustande, wenn ein oder beide Partner aufgrund organischer und/oder psychischer Störungen zur Führung einer Ehe als Lebens- und Liebesgemeinschaft unfähig ist/ sind oder sie die Ehe nicht mit all den Eigenschaften und Konsequenzen schließen wollten, die nach Auffassung der kath. Kirche zum Wesen der Ehe gehören (z.B. Unauflöslichkeit, Treuepflicht, Bereitschaft zum Kind, wenn die Ehe durch äußeren Zwang zustande kam): das sind sogenannte Ehewillensmängel. Daneben gibt es noch Ehehindernisse, das Kirchenrecht nennt 12, z.B. Blutsverwandtschaft; sowie die Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Eheschließungsform.

Bei Ihnen wäre hier unter Umständen Zwang (mit der Schwangerschaftsabbruchdrohung in die Ehe gezwungen) ein Grund die Ehe annullieren zu können.

Wie müssen Sie vorgehen

Zuständig für die Durchführung eines kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahrens ist in der Regel das kirchliche Gericht der Diözese, in welcher der Trauungsort oder der Wohnsitz des nichtklagenden Ehegatten liegt. Zuständig ist also die Diözese in der Sie geheiratet haben. Sie sollten zunächst einmal in einem Vorgespräch mit einem Mitarbeiter des Kirchengerichtes, dem sogenannten Offizialat, abklären, ob überhaupt die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ehenichtigkeitsverfahrens gegeben sind. Insbesondere müssen Sie einen kirchenrechtlich anerkannter Ehenichtigkeitsgrund geltend machen und ein hinreichendes Beweisangebot vorgelegen. In diesem Beratungsgespräch werden auch Hinweise für die Ausarbeitung und den Inhalt der vorgeschriebenen Klageschrift erteilt. Vor der Einleitung eines kirchlichen Eheprozesses muß nach menschlichem Ermessen eine Wiederversöhnung der Partner unmöglich erscheinen: Dies wird bei Ihnen angenommen werden, da das zivile Ehescheidungsverfahren abgeschlossen ist.

Eine mündliche Verhandlung, zu der die Parteien und Zeugen gemeinsam erscheinen, gibt es beim kirchlichen Eheprozeß nicht. Die Ehepartner und die von ihnen benannten Zeugen werden jeweils einzeln zu verschiedenen Terminen unter Eid angehört. Die protokollierten Aussagen bilden mit anderen beweiskräftigen Schriftstücken die Grundlage für die Entscheidung des aus drei Richtern bestehenden Kollegialgerichtes. Was nicht in den Akten schriftlich fixiert ist, kann später nicht zur Beurteilung herangezogen werden. Das Urteil wird den Parteien schriftlich übermittelt.

Das ist aber noch nicht das Prozeßende. Ein Urteil, das erstmalig die Nichtigkeit der Ehe feststellt, wird dem zuständigen Berufungsgericht vorgelegt, das die Entscheidung überprüft und durch Urteil oder Dekret die Bestätigung oder Nichtbestätigung ausspricht. Wenn eine Partei mit einem Urteil nicht einverstanden ist, kann sie bei der nächsthöheren Instanz Berufung einlegen.

Eine kirchliche Wiederverheiratung ist erst und nur möglich, wenn zwei gleichlautende Gerichtsentscheidungen die Nichtigkeit der zu prüfenden Ehe festgestellt haben.



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