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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
23.01.2014

Fahrtkostenübernahme bei Vorstellungsgespräch

Ich hatte ein Vorstellungsgespräch, zu dem ich mit meiner derzeit beruflich genutzten BahnCard 100 anreiste. Ich habe die Reisekosten entsprechend der Preisauskunft der Deutschen Bahn in Rechnung gestellt, kann jedoch keinen Beleg vorweisen. Jetzt weigert sich die Firma die Reisekosten zu übernehmen, obwohl sie selbst schreiben, dass Kosten bis zur Entsprechend geltend gemachten Summe bezahlt werden.

Kann sie das? Ist das rechtens? Welche Möglichkeiten, habe ich meine Reisekosten erstattet zu bekommen?

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Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
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Fordert ein Arbeitgeber den Arbeitnehmer zu einem Vorstellungsgespräch auf, muss er ihm in der Regel alle Aufwendungen ersetzen, die der Bewerber den Umständen nach für erforderlich halten durfte. Zu den notwendigen Kosten gehören Fahrtkosten (§ 670 BGB)
Einzig dann, wenn der neue Arbeitgeber vorher darauf hingewiesen hat, dass er keine Reisekosten übernimmt, bleiben Sie darauf sitzen. Das muss er aber schon in der mündlichen oder schriftlichen Einladung deutlich gemacht haben. Schweigt er dazu, können Sie davon ausgehen, dass er die anfallenden Ausgaben übernimmt. Im Vorstellungsgespräch darf er die Übernahme nicht mehr ablehnen.

Der potentielle Arbeitgeber muss Ihnen Ihre Fahrtkosten dem Grunde nach also auch erstatten. Die Frage bei Ihnen ist allerdings welche Höhe er erstatten muss. Die Reisekosten sind Aufwendungen im Sinne von § 256 BGB. Wer zum Ersatz von Aufwendungen verpflichtet ist, hat den aufgewandten Geldbetrag zu ersetzen § 256 S.1 BGB. Nach der Rechtssprechung handelt es sich hier um eine freiwillige Aufopferung von Vermögenswerten. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall, denn Sie haben keine gesonderten Aufwendungen für die Anreise gehabt. Sie haben Ihre Bahncard 100 benutzt. Ein gesondertes Vermögensopfer hatten Sie nicht. Deshalb braucht Ihnen der Arbeitgeber hier nichts zu zahlen, da er zu einer hypothetischen Abrechnung nicht verpflichtet ist.

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