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Stromrechnung für leerstehende Wohnung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 06.01.2014

Frage:

Ich bin Eigentümerin einer z.Zt. nicht vermieteten Wohnung. Nun erhielt ich von dem örtlichen Grundversorger eine Abschlagsrechnung über Strom in Höhe von 80,-€/monatlich. Wieso muss ich soviel für Strom bezahlen, für eine Wohnung die leersteht? Ist das rechtens?

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Antwort:

Wieso muss ich soviel für Strom bezahlen, für eine Wohnung die leer steht?

Da auch bei einer leerstehenden Wohnung Strom verbraucht wird, z.B. bei Besichtigungen zur Vermietung etc.

Ist das rechtens?

Ihr örtlicher Grundversorger verstößt mit seiner Vorgehensweise aber gegen § 14 Strom GVG
Zum besseren Verständnis füge ich Ihnen die Vorschrift ein. Entscheidend ist hier der zweite Absatz. Die Vorschrift lautet:

(1) Der Grundversorger ist berechtigt, für den Elektrizitätsverbrauch eines Abrechnungszeitraums Vorauszahlung zu verlangen, wenn nach den Umständen des Einzelfalles Grund zu der Annahme besteht, dass der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt. Bei Verlangen einer Vorauszahlung ist der Kunde hierüber ausdrücklich und in verständlicher Form zu unterrichten. Hierbei sind mindestens der Beginn, die Höhe und die Gründe der Vorauszahlung sowie die Voraussetzungen für ihren Wegfall anzugeben.
(2) Die Vorauszahlung bemisst sich nach dem Verbrauch des vorhergehenden Abrechnungszeitraums oder dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kunden. Macht der Kunde glaubhaft, dass sein Verbrauch erheblich geringer ist, so ist dies angemessen zu berücksichtigen. Erstreckt sich der Abrechnungszeitraum über mehrere Monate und erhebt der Grundversorger Abschlagszahlungen, so kann er die Vorauszahlung nur in ebenso vielen Teilbeträgen verlangen. Die Vorauszahlung ist bei der nächsten Rechnungserteilung zu verrechnen.
(3) Statt eine Vorauszahlung zu verlangen, kann der Grundversorger beim Kunden einen Bargeld- oder Chipkartenzähler oder sonstige vergleichbare Vorkassensysteme einrichten.

Wie Sie sehen kann sich der Versorger zunächst am Vorverbrauch orientieren. Wenn aber glaubhaft gemacht wird, dass der Verbrauch niedriger sein wird, ist dies angemessen zu berücksichtigen.

Sie müssen bei Ihrem Energieversorger daher glaubhaft machen, dass die Wohnung nur leer steht. Dies hat der Grundversorger angemessen zu berücksichtigen. Sie sollten diesen mit Hinweis auf die Vorschrift mit einem energischen Brief anschreiben.



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