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Provision für Kreditvermittlung - Drohung per Inkasso

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 30.12.2013

Frage:

Per Internet habe ich einen Kreditantrag an LFinanz gesandt (11.11.), diesen Antrag habe ich aber am 13.11.13 widerrufen, da ich im Nachhinein sehr schlechte Erfahrungen bzgl. LFinanz im Internet gelesen habe, leider im Nachhinein.
Im Vertrag habe ich zwar gelesen, dass L für die Vermittlung ca. 267,90 Euro haben wollte, habe aber im Vorfeld - bevor ich den Antrag unterschrieben habe - eine Anfrage an Lugano gesandt, dass ich die 267,90 Euro nicht bezahlen könnte. Mir wurde dann von L versichert, dass ich nichts im Vorfeld bezahlen müsste, wenn die Vermittlung erfolgreich sein würde, würde sich L das Geld von der zuständigen Bank holen, dieses habe ich schriftlich.

Nachdem ich das zu lesen bekam, sandte ich erst den Vertrag L zu.
Seit dieser Zeit bekomme ich Drohungen von LFinanz, dass ich das Geld bezahlen müsste, zuletzt der heutige Brief mit der Drohung Inkasso, Gerichtsvollzieher, Gericht etc., so schlimm war der Inhalt noch nie (wenn ich das so einmal sagen darf).
Dieser Brief ging mir doch zu weit und ich habe bei der Polizei Strafanzeige gegen LFinanz gestellt, obwohl mir der Beamte keine großen Hoffnungen gemacht hat, er sagte mir, dass das ein zivilrechtliches Verfahren wäre, auch würde diese Anzeige letztendlich im Mülleimer landen, da war ich schon ein wenig geschockt.
Ich kann und will dieses von L geforderte Geld nicht bezahlen, nein, ich habe nicht das nötige Geld.

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Antwort:

Provisionen für eine Kreditvermittlung sind nicht fällig. Bei der Kreditvermittlung gilt Folgendes:

Der Kreditvermittler darf maximal fünf Prozent der vertraglich vereinbarten Kreditsumme (ohne Zinsen) verrechnen. Natürlich ist die Höhe der Provision verhandelbar. Vorsicht: Zur Provision des Vermittlers kommen noch Bearbeitungsgebühren der Bank oder die Prämie der von der Bank verlangten Ablebensversicherung hinzu.

Anspruch auf Provision: Ein Anspruch auf Provision besteht nur bei erfolgreichem Abschluss – das heißt, dass ein Kreditvertrag abgeschlossen wurde bzw. eine Kreditzusage der Bank vorliegt. Die Provision wird auch dann fällig, wenn die Zusage der Bank vom Kreditkunden nicht in Anspruch genommen wird.

Keine Provision darf verrechnet werden, wenn die Kreditbedingungen (z.B. Zinssatz, Ratenhöhe) nicht mit den Bedingungen im Vermittlungsauftrag übereinstimmen. Häufig gibt es Probleme mit Vermittlern, wenn eine Konventionalstrafe in Höhe der Provision vereinbart wurde, wenn falsche oder unzureichende Angaben des Kunden dazu führen, dass kein Kredit zu Stande kommt.

Das muss der Kreditvermittlungsauftrag enthalten

Der Kreditvermittlungsauftrag muss schriftlich erfolgen und folgende Angaben enthalten, ansonsten ist er ungültig: der Auftrag muss ausdrücklich auf die Vermittlung eines Kredites lauten
Nettokredithöhe
Gesamtbelastung
effektiver Jahreszinssatz
Anzahl, Höhe und Fälligkeit der Raten
Höchstprovision des Kreditvermittlers und höchstmögliche Gesamtbelastung (gegliedert in Kreditbelastung und Provision)
spätester Zeitpunkt für das Vorliegen der Kreditzusage
Kreditlaufzeit
Kreditsicherheiten (z.B. Bürgschaft, Versicherung, Lohn- und Gehaltsverpfändung)
Zinsgleitklausel

Bei Ihnen ist es nicht zum Abschluss eines Kreditvertrages gekommen und es lag auch keine Bankzusage vor. Wahrscheinlich entsprach er Kreditvermittlungsauftrag auch nicht den gesetzlichen Anforderungen. Daher steht der Firma LFinanz auch keine Provision zu.

Dies zeigt sich auch im vorgehen der Firma. Bei einer berechtigten Forderung wäre längst ein Anwalt eingeschaltet gewesen und ein Gerichtsverfahren anhängig. Stattdessen wird mit unangenehmen folgen über ein Inkassobüro gedroht.

Die Erfahrung lehrt, dass solche Schreiben etwa 18 Monate in unregelmäßigen Abständen versandt werden. Später folgen wahrscheinlich noch Schreiben dubioser Anwälte. Sie sollten auf diese Schreiben nicht reagieren, sondern diese in den Papierkorb werfen. Nur wenn ein Gerichtsschreiben kommen sollte, müssen Sie etwas unternehmen. Gerichtsverfahren scheuen aber regelmäßig diese Leute, weil

1. es aussichtslos ist die Forderung durchzusetzen und
2. ein Gerichtsverfahren teuer ist.



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