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Pflicht Unterhalt für Tochter zu leisten?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Fasterling
Stand: 04.10.2013

Frage:

Hallo, mein Mann bzw. wir, zahl(t)en für seine Kinder (wohnen beide bei der Mutter) aus erster Ehe Kindesunterhalt. Für die mittlerweile 19 jährige Tochter ( ist in 2. Ausbildung) wurden die Zahlungen eingestellt. Nun hat auch die noch minderjährige Tochter (16 1/2) eine Ausbildung begonnen und hat ein Einkommen von 890,00 € Brutto bzw. 710,00 € Netto monatlich.
Zur Zeit zahlen wir für die minderjährige Tochter 356,00€ Unterhalt - lt. Düsseldorfer Tabelle - . Das Nettoeinkommen meines Mannes beträgt durchschnittlich 1750,00 €.
Wie wirkt sich das Einkommen der minderjährigen Tochter auf den zu zahlenden Kindesunterhalt aus, bzw. welcher Anspruch besteht noch?

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Antwort:

Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen:
Bei einer Ausbildungsvergütung der Tochter von durchschnittlich 710 Euro netto sind Unterhaltsansprüche nicht mehr gegeben.

Der Bedarf des Kindes beträgt laut Düsseldorfer Tabelle 448 Euro, abzüglich des hälftigen Kindergeldes (92 Euro) ergibt sich der aktuelle Zahlbetrag in Höhe von 356 Euro.

Entscheidend ist nun, inwieweit die Tochter durch ihren Verdienst in der Lage ist, den Bedarf aus eigenen Mitteln zu decken. Hierzu wird bei Auszubildenden, die im Haushalt eines Elternteiles wohnen, die Vergütung vor Anrechnung um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf in Höhe von pauschal 90 Euro gemindert. Folglich wären auf den Bedarf 620 Euro anzurechnen, dieser ist also hierdurch voll gedeckt.

Sollte ein Unterhaltstitel bestehen und kein Verzicht auf Vollstreckung seitens der Kindesmutter erklärt werden, sollten Sie so schnell als möglich die Abänderung des Titels auf Null entweder über das Jugendamt oder mit einer Abänderungsklage beim Familiengericht in die Wege leiten.



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