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Offene Forderungen einklagen - erste Schritte einleiten

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 11.09.2013

Frage:

Ich möchte meine Forderung (Kunde zahlt nicht die gestellte Rechnung) selbst ohne Anwalt, bei Gericht als Klage einreichen.
Das Inkassobüro sieht die Sache als unwirtschaftlich und einen Anwalt den ich gefragt habe, sieht wenig Hoffnung, das ich mein Recht erhalte.
Doch ich hatte bereits eine ähnliche Sache bei Gericht, hier war die Äußerung der Richterin positiv zum Sachverhalt gelaufen, zu dem ich der Meinung bin, die Argumentation für mein Recht bereits vollständig vorliegen habe.

Die Forderung beläuft sich auf 6.612,19 €.

1. Muss ich zwingend erst einen Mahnbescheid machen? Oder kann ich gleich eine Klage ohne Anwalt einreichen?
Falls ja, bei welchem Gericht reiche ich ein? Amtsgericht an meinem Firmensitz?

2. Kann ich die Klage oder falls erforderlich den Mahnbescheid erst einmal über eine Teilsumme wie zum Beispiel 4.900,00 € machen, damit ich ohne einen Anwalt die Sache verfolgen kann?
Geht dies im weiteren Verlauf auch ohne Anwalt?

3. Als das Inkassoinstitut den Kunden angeschrieben hat, haben sich diese gleich einen Anwalt genommen.
Dieser Anwalt war schon in den letzten Jahren für mich tätig. Die letzte Sache - bei der dieser Anwalt gut verdient hat. Wurde im November 2012 abgeschlossen. Der Anwalt kennt meine gesamten Abläufe genau, da ich im Laufe der Jahre auch sehr persönlich mit diesem gesprochen habe.
Kann ich diesen wegen Befangenheit ablehnen, falls ja zu welchen Zeitpunkt?

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Antwort:

1. Muss ich zwingend erst einen Mahnbescheid machen? Oder kann ich gleich eine Klage ohne Anwalt einreichen? Falls ja, bei welchem Gericht reiche ich ein? Amtsgericht an meinem Firmensitz? Nein, ein Mahnbescheid ist nicht erforderlich. Sie können sofort Klage erheben. Zuständig ist das Landgericht am Wohnort/Firmensitz des Gegners. Bei Beträgen über 5.000 EUR ist sachlich stets das Landgericht zuständig. Nach § 78 ZPO herrscht dort Anwaltszwang. Eine Klage können Sie dort nur durch einen Anwalt einreichen.

2. Kann ich die Klage oder falls erforderlich den Mahnbescheid erst einmal über eine Teilsumme wie zum Beispiel 4.900,00 € machen, damit ich ohne einen Anwalt die Sache verfolgen kann? Dies ist prinzipiell möglich. Sie müssen allerdings in Ihrer Klage klarstellen, daß Sie nur eine Teilforderung geltend machen. Ansonsten gehen Sie weiterer Rechte verlustig. Sollte der Gegner dann allerdings eine negative Feststellungsklage hinsichtlich der Restforderung erheben, müssen Sie Verweisung an das Landgericht beantragen uns sich dort dann eines Anwaltes bedienen. Solange die Angelegenheit beim Amtsgericht bleibt, ist ein Anwalt nicht erforderlich.

3. Als das Inkassoinstitut den Kunden angeschrieben hat, haben sich diese gleich einen Anwalt genommen. Dieser Anwalt war schon in den letzten Jahren für mich tätig. Die letzte Sache - bei der dieser Anwalt gut verdient hat. Wurde im November 2012 abgeschlossen. Der Anwalt kennt meine gesamten Abläufe genau, da ich im Laufe der Jahre auch sehr persönlich mit diesem gesprochen habe. Kann ich diesen wegen Befangenheit ablehnen, falls ja zu welchen Zeitpunkt? Nein, Sie können den Anwalt nicht wegen Befangenheit ablehnen. Dies kann man nur bei Richtern und Gutachtern. Nur wenn der Anwalt widerstreitende Interessen vertreten würde, die neue Angelegenheit also mit den alten Angelegenheiten verknüpft wäre, wäre dies unzulässig und sie könnten dann die Anwaltskammer informieren, damit diese einschreitet.



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