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Haftet Umzugsfirma bei Schaden?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 02.08.2013

Frage:

Es erfolgte ein Umzug am Samstag, den 06.07.2013, durch ein Umzugsunternehmen und dabei trat ein Schaden am Auszugsort auf. Im Treppenaufgang wurde Farbe und Putz beschädigt. Der Schaden wurde von der Vermieterin am darauffolgenden Sonntag bei der Wohnungsübergabe entdeckt.
Am ersten Werktag (Mo, den 08. Juli 2013) nach erfolgtem Umzug meldete ich den entstandenen Schaden im Hausflur bei dem Umzugsunternehmen telefonisch. In diesem Gespräch wurde ich von dem Unternehmen gebeten, mich direkt mit der Schadensabteilung telefonisch in Verbindung zu setzen. Die entsprechende Abteilung sei nur dienstags und donnerstags von 8 Uhr bis 11.30 Uhr erreichbar.

Am 09.07.2013 (Di) setzte ich mich telefonisch mit der Schadensabteilung in Verbindung. In diesem Gespräch wies man mich an, die Schadensmeldung bis spätestens Mittwoch, den 10.07.2013, schriftlich zu stellen (erfolgte per Email).
Am 18. Juli 2013 bat mich das Unternehmen Bilder des entstandenen Schadens zukommen zu lassen. Dieser Bitte kam ich am 22.07.2013 nach.
Die Mitarbeiterin verwies mich im ersten Telefonat der Schadensmeldung nicht auf die zwingende schriftliche Schadensmeldung, sondern darauf, das ich mich mit der zuständigen Mitarbeiterin telefonisch in Verbindung setzten solle. Diese verwieß mich, um innerhalb der Frist zu bleiben, darauf, dass die Schadensmeldung spätestens bis Mittwoch, den 10. Juli 2013 schriftlich erfolgen muss (s.o.). Auf Nachfrage was ich den falsche gemacht habe behauptete das Unternehmen es könne sich nicht mehr an die telefonisch erteilten Auskünfte erinnern.
Die AGBs des Umzugsunternehmens beziehen sich nur auf das Umzugsgut und nicht auf Schäden am Mietobjekt.
Nach Internetrecherchen fällt dieser Schaden (Beschädigungen im Hausflur) unter sonstige Vermögenschäden und diese Schäden unterliegen einer Meldefrist von einem Monat.
Das Unternehmen lehnt ein Haftung ab, da ich den entstandenen Schaden nicht fristgerecht (innerhalb eines Tages nach der Ablieferung des Umzugsguts) schriftlich angezeigt habe.

Daraus resultierende Fragen:
Haftet das Umzugsunternehmen für den entstandenen Schaden?
Erfolgte die Schadensmeldung fristgerecht?
Erfolgsaussichten eines Rechtstreits?

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Antwort:

Nach dem geschilderten Ablauf haben Sie soweit alles richtig gemacht und sich unverzüglich an die Schadenverursacher gewandt.
Formal betrachtet hat die ehemalige Vermieterin einen Schadenersatzanspruch gegen Sie, weil das Mietobjekt durch von Ihnen beauftragte Mitarbeiter der Umzugsfirma verursacht worden ist. sie wiederum haben den Ersatzanspruch, weil die Arbeiter eine vertragliche Nebenpflicht verletzt haben.
Daneben hat aber die Vermieterin einen eigenständigen Anspruch gegen die Schadenverursacher aus unerlaubter Handlung.
Die Freizeichnung der Haftung erfolgte bei Ihnen durch die AGB. Die Umzugsfirma kann aber tatsächlich nur die Schadenanzeige am Umzugsgut selbst dieser kurzen Verfristung unterwerfen, nicht sonstige Schäden.
Nach Ihrer Darstellung des Ablaufes haftet die Umzugsfirma daher für den entstandenen Schaden. Die Schadenanzeige erfolgte auch fristgerecht.
Hinsichtich der Erfolgsaussichten eines Rechtsstreites ist aber noch zu beachten, dass die Inanspruchnahme richtig gemacht wird. Geschädigte ist ja die Vermieterin, Sie sind nur mittelbar durch die Inanspruchnahme durch die Vermieterin geschädigt.
Außerdem müsste die Schadenverursachung durch die Firma in einem Rechtsstreit dargelegt und bewiesen werden können.



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