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Maklerprovision an alten Eigentümer und Bauträger?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 01.08.2013

Frage:

Wir haben eine gebrauchte Immobilie gekauft. Die Immobilie wurde durch einen Makler vermittelt. Dieser Makler ist Hauptberuflich Bauträger und baut für die momentanen Eigentümer des Hauses ein neues Objekt und vermittelt nun nebenbei das alte Haus und möchte dafür eine Maklergebühr von 3,57% haben. Meine Frage gibt es eine Argumentationsmöglichkeit bzw. Interessenkonflikt, dass er für die alten Eigentümer zu einem als Bauträger fungiert und zu anderem das alte Haus vermakelt?

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Antwort:

Der geschilderte Sachverhalt ist etwas zu gering um eine abschließende Bewertung eines Interessenkonfliktes vorzunehmen, welcher einen Provisionsanspruch ausschließt. Ich habe Ihnen daher nachstehend die Grundsätze dargestellt, an denen sich ein Provisionsausschluss messen lassen muss. In Frage kommt bei der genannten Konstellation eine sogenannte unechte Verflechtung des Maklers mit Ihrem Verkäufer.

Die unechte Verflechtung oder der institutionalisierte Interessenkonflikt wäre dann gegeben, wenn die Verbindung des Maklers mit der Gegenseite, ohne dass ein Beherrschungsverhältnis vorliegt, derart ist, dass sich der Makler in einem Interessenkonflikt befindet, der ihn zur sachgemäßen Wahrnehmung der Interessen seines Auftraggebers ungeeignet erscheinen lässt. Hierbei reicht allein ein Interessenkonflikt für den Ausschluss des Provisionsanspruchs nicht aus, die Interessenbindung muss vielmehr institutionalisiert sein, der Makler unabhängig von seinem Verhalten im Einzelfall als ungeeignet für das gesetzliche Leitbild des Maklers sein.

Ein solcher institutionalisierter Interessenkonflikt liegt insbesondere vor,

- wenn der Makler und der Verkäufer Ehegatten sind;

- der Makler zugleich als Handelsvertreter tätig ist;

- der Makler zugleich Verwalter der Wohnungs­eigentumsanlage ist und dem Verkauf der im Sondereigentum stehenden Wohnung zustimmen muss;

- wenn es sich bei der Maklerfirma um eine 100%ige Tochter einer Bank handelt, die von der Bank eingeschaltet wird bei Verkauf des Objektes, das von der Bank mit Grundpfandrechten so hoch belastet ist, dass die Zwangsversteigerung droht.

Bloße Freundschaft des Maklers mit dem Vertragsgegner des Kunden schließt den Provisionsanspruch allerdings nicht aus, hier müssen engere Verbindungen wie oben aufgeführt gegeben sein.

Dass der Makler hier für den Verkäufer auch ein Haus baut, hat mit Sicherheit ein gewisses „Geschmäckle“, wie man in Schwaben sagt. Für eine institutionalisierte Verflechtung zwischen beiden, reicht dies aber nicht aus. Dazu sind die Bindungen nicht eng genug.



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