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Untermieterin hat Kühlschrank zerstört


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 26.07.2013

Frage:

Die Fakten (betr. meinen Sohn, Student):
- von 10/12-5/13 Auslandsaufenthalt während des Studiums in England
- für diese Zeit hat er sein Appartment (Kochnische=teilmöbliert) in Abspr. mit seinem Vermieter zwischenvermietet.
- Miete und NK weiter durch den seinen Vermieter eingezogen, die Zwischenmieterin zahlte an meinen Sohn.
- Zwischenmieterin hat den Kühlschrank beim "nichtfachgerechten" Abtauen (mit Schraubenzieher) unreparabel zerstört, dies dem Vermieter meines Sohnes mitgeteilt (hatte wohl mehrmals Kontakt mit ihm, was den Anschein erweckte, sie wäre bevollmächtigt, die Angelegenheit zu regeln) und ihrer Haftpflichtversicherung gemeldet. Zahlung wurde abgelehnt.
- zwischen meinem Sohn und der Zwischenmieterin besteht ein Vertrag, aus dem auch hervorgeht, dass sie Schäden, die sie verursacht hat, ersetzen muss.
- der Kühlschrank wurde vom Vermieter meines Sohnes ersetzt. Eine Firma hat nach 3 Montage- und Anlieferungsschritten den neuen aufgestellt.
- erst nachdem dies alles erledigt war wurde meine Sohn durch seine Zwischenmieterin über den Vorfall in in Kenntnis gesetzt. Sein Vermieter hatte keinen Kontakt mit ihm aufgenommen.
- sein Vermieter hat ihn jetzt schriftl. darüber informiert, warum er den Schaden bezahlen müsse und an sein Schreiben die Rechnung der Lieferfirma gehängt mit dem Hinweis, dass der Gesamtbetrag (Neupreis Kühlschrank, Kosten für 3 Montage- und Anlieferungsschritte) von seinem Konto im August abgebucht würde.
Auszug aus dem Mietvertrag: "...Die Einrichtungen der Küche sind Eigentum des Vermieters. Diese Einrichtungen stehen dem Mieter zur Nutzung zur Verfügung. Wartung und notwendige Instandsetzungsarbeiten obliegen den Mieter....."
Falls erforderlich kann ich auch Dateien zum Vorgang senden (Mietverträge, Schreiben d. Vermieters, ect...
Die Fragen:
- Hat der Vermieter Anspruch auf den Neupreis oder nur den Zeitwert? Das Gerät ist mind. 4,5 Jahre alt - solange wohnt mein Sohn dort schon - und neu war er bei Einzug auch nicht. Wäre es nicht richtiger wenn nur der Zeitwert und ggf. die Kosten für die 3 Montage- und Anlieferungsschritte in Rechnung gestellt würden?

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Antwort:

Zunächst ist festzustellen, dass Ihre Tochter als Hauptmieterin natürlich dem Vermieter für die Zerstörung des Kühlschrankes durch ihre Untermieterin haftet. Gleichwohl, auch dies sollte Ihrer Tochter bewusst sein, kann Sie im Innenverhältnis zur Untermieterin den Ausgleich des Schadens verlangen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie unbedenklich jede vom Vermieter geforderte Summe weitergeben kann. Auch hier hat Sie, im Hinblick auf die Schadensminderungspflicht, alles zu unternehmen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Dies gilt selbstverständlich auch für den Vermieter.

Ihre Ansicht ist insoweit zutreffend, dass der Vermieter nicht ohne weiteres die Kosten eines neu erworbenen Kühlschrankes in voller Höhe auf Ihre Tochter abwälzen kann. Dies würde für den Vermieter eine Besserstellung darstellen, welche in keinem Fall Sinn des deutschen Schadensersatzrechtes ist. Vielmehr ist der Vermieter so zu stellen, wie er ohne schädigendes Ereignis gestanden hätte.

Da hier offensichtlich nicht die Anschaffung eines gleichartigen Gebrauchtgerätes beabsichtigt war, sondern der Vermieter ein neues Kühlgerät angeschafft hat, muss er sich von den Anschaffungskosten einen sog. Abzug "Neu für Alt" entgegenhalten lassen. Die Abnutzung des zerstörten Gerätes muss er sich mithin von den Anschaffungskosten in Abzug bringen lassen. Für die höhe dieses Abzuges sind verschiedene Faktoren maßgeblich. Insbesondere die Wertigkeit des Gerätes, aber auch das Alter und der Erhaltungszustand zum Zeitpunkt des Schadenseintritts sind hier heranzuziehende Umstände.

Geht man insoweit von einem durchschnittlichen Kühlgerät aus, dürfte eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren angemessen sein. Diese Zeitspanne kann sich, bei sehr hochwertigen Geräten, durchaus erhöhen, bei extrem minderwertigen Geräten verringern.

Ausgehend von besagtem durchschnittlichen Gerät, die Gleichartigkeit der Neuanschaffung unterstellt, ist von einem Mindestabzug von 45% des Kaufpreises auszugehen. Da Sie schildern, dass das Gerät bereits zum Einzug Ihrer Tochter nicht mehr neu war, kommt wahrscheinlich sogar ein höherer Abzug in Betracht.

Sie sollten also dem Vermieter, aus Beweisgründen schriftlich, seine Verpflichtung zu dem entsprechenden Abzug mitteilen und klarstellen, dass ein Einzug der vollen Kosten mit einer Rückbuchung quittiert werden würde. Gleichsam, zur Streitvermeidung, sollten Sie dem Vermieter eine Kostenteilung bzgl. der Anschaffungskosten vorschlagen und, für den Fall, dass tatsächlich die Lastschrift zurückgebucht werden müsste, dem Vermieter die hälftige Summe überweisen. Er müsste dann den überschießenden Betrag einklagen, was allerdings wohl nicht von Erfolg gekrönt sein dürfte.

Dies könnte, Ihre Schilderung zugrunde gelegt, den tatsächlichen Ansprüchen relativ nahe kommen. Die Anlieferungskosten indes sind voll zu übernehmen, können aber auch unbedenklich der Untermieterin, die die mehrfachen Versuche offenkundig zu vertreten hat, entgegengehalten werden. Sollte diese kein Verschulden treffen, wärten diese Kosten allerdings gar nicht ansetzbar. Allerdings auch vom Vemieter nicht.

Sodann müssten Sie die Ihrerseits regulierte Summe von der Untermieterin einfordern.



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