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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
12.07.2013

Akkordzuschlag bei gleichem Grundlohn

Seit 14 Jahren bin ich in einer Firma in der Montage beschäftigt. Durch jährliche Lohnerhöhungen, die alle Mitarbeiter erhalten haben, beträgt mein derzeitiger Stundenlohn 10,81 Euro. Seit August letzten Jahres bin ich nun in einer Abteilung in der Akkord gearbeitet und bezahlt wird. Nach entsprechender Einarbeitungszeit wurde Akkordleistung verlangt, die ich auch erbrachte aber erst ab 1. Mai diesen Jahres wurde ich in das Akkordlohnsystem übernommen, bis dato wurde nur normaler Stundenlohn gezahlt. Bei der ersten Lohnabrechnung nach Akkordlohn war aber immer noch kein Akkordzuschlag dabei. Nach mehreren Nachfragen wurde immer wieder Klärung versprochen. Bei der zweiten Lohnabrechnung wurde dann Akkordzuschlag gezahlt, gleichzeitig wurde aber mitgeteilt, dass ab nächsten Monat der Grundlohn um einen Euro gekürzt wird, da das Lohnniveau in der Abteilung niedriger ist. Nachdem ich damit nicht einverstanden war, da mein Lohn ja aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit zustande gekommen ist, wurde mir kurz darauf hin mitgeteilt, dass ich die Akkordzulagen beiseite legen soll, da sie im nächsten Monat wieder zurückgebucht werden, da ein Fehler vorlag und ich noch nicht im Akkordlohnsystem übernommen wurde. Dies ist aber hundertprozentig nicht der Fall, was mein Abteilungsleiter bestätigen kann. Ich glaube man versucht mich hinzuhalten um mich zu zermürben, weil man nicht gewohnt ist, dass Mitarbeiter sich wehren. Ich habe jetzt ein Gespräch mit dem zuständigen Personalleiter verlangt und möchte vorbereitet sein um eventuelle Argumente seitens der Firma gegebenenfalls widerlegen zu können.Meine Frage also gibt es rechtliche Grundlagen für eine derartige Vorgehensweise und wie kann man sich wehren.

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Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
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Solange Sie im Akkordsystem arbeiten, steht Ihnen der Akkordzuschlag bei gleichem Grundlohn zu. Dies ergibt sich aus dem allgemeinen Vertragsrecht. Durch den Einsatz und dem Verlangen des Arbeitgebers Akkord zu leisten, ist dieser auch verpflichtet Ihnen die entsprechende Entlohnung zu zahlen. Da Sie nicht in eine Absenkung Ihres Grundlohnes eingewilligt haben, bleibt dieser auch erhalten. Sollte Ihr Arbeitgeber nicht ordnungsgemäß Ihre Leistung abrechnen und ausbezahlen, so müssen Sie ihn zunächst schriftlich auffordern eine ordnungsgemäße Abrechnung unter Berücksichtigung des Akkordzuschlages zu erstellen und Ihnen den daraus sich ergebenden Nettolohn auszuzahlen. Dies machen Sie bitte parallel zum anstehenden Personalgespräch.

Die Firma hat eigentlich keine Argumente auf ihrer Seite, allenfalls nur Ausflüchte. Sie sollten Argumentieren, daß es der Grundsatz der gleichen Bezahlung der Mitarbeiter gebietet, im Akkordsystem die gleichen Leistungszulagen zu zahlen. Der Grundlohn hat damit nichts zu tun, da dieser sich alleine nach der Betriebszugehörigkeit bestimmt. Das Lohnniveau in der Abteilung hat damit nichts zu tun, da die dortigen Mitarbeiter eine andere Arbeitsbiographie haben. Dies war dem Betrieb zudem bekannt, als Sie in die neue Abteilung übernommen wurden.

Dis sind alles Grundsätze die in der arbeitsgerichtlichen Rechtssprechung so entwickelt wurden. Wenn sich keine Einigung erzielen lässt, bleibt ihnen dann nur der Weg zum Arbeitsgericht. Die Klage dort wäre aber nur erfolgreich, wenn Sie die korrekte Abrechnung Ihres Lohnes schriftlich angemahnt hätten. Deshalb der Brief.

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