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Offene Forderung - gekündigtes Girokonto

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 03.07.2013

Frage:

Ich erhielt die Tage ein Schreiben eines RA. Dieser teilte mit, dass die Postbank im Jahre 2001 ein Girokonto von mir gekündigt hätte. Danach stünde noch eine Forderung, die sich mittlerweile auf 2.800 beläuft, offen.
Die Verjährung wäre nach § 497 BGB auf die Dauer von 10 Jahren gehemmt.
Sie verjährt somit 2014.

Da demnächst mit einem Mahnbescheid zu rechnen ist, ergibt sich die Frage,wie
ich mich verhalten soll (Widerspruch). Ich muss noch erwähnen, dass ich 2001 nach Schlaganfall im Pflegeheim lebte und unter gerichtlicher Pflegschaft stand, da ich nicht in der Lage war, meine persönlichen Dinge zu regeln. Die Kündigung des Postgirokontos ging an den Betreuungsverein. Ich habe das Schreiben nie zu Gesicht bekommen (dürfte hier allerdings unerheblich sein).

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Antwort:

Wenn die Postbank Ihnen im Jahre 2001 ein Girokonto gekündigt hat, so ist die Einforderung eines eventuellen Schuldsaldos eines eventuellen Schuldsaldos tatsächlich noch möglich. Diese Forderung ist verjährt. Die Verjährung ist in diesem Fall nach der Vorschrift des § 497 BGB gehemmt. Diese Vorschrift bezieht sich nur auf Verbraucherdarlehensverträge. Bei Überziehungskrediten für ein Girokonto gelten diese Regelungen des Verbraucherdarlehensvertrages auch nach § 504 BGB, sofern Ihnen vertraglich eine Überziehung des Kontos eingeräumt war. Dies ist unabhängig davon, daß Sie damals unter Betreuung standen.

Waren Sie allerdings nicht berechtigt das Konto zu überziehen handelt es sich nicht um ein Verbraucherdarlehen und die Angelegenheit wäre verjährt. Ich empfehle ihnen daher den Anwalt anzuschreiben und Ihn zu bitten Ihnen die Unterlagen des Verbraucherdarlehenvertrages zur Verfügung zu stellen, da sie wegen der damaligen Betreuung nicht in deren Besitz seien.

In diesem Schreiben weisen Sie bitte den Anwalt darauf hin, dass man Ihnen für den Fall des Bestehens des Darlehens regelmäßig die Information über die Zinshöhe geschuldet hätte. Dies sei nicht der Fall gewesen. Insofern läge eine Mitschuld auf Seiten der Postbank.

Da der Pflegeverein Sie nicht informiert hat, ist Ihnen unter Umständen ein Schadensersatzanspruch gegen den Verein entstanden. Dieser wäre geltend zu machen.

Gegen einen Mahnbescheid sollten Sie sicherheitshalber Widerspruch einlegen, bis die Angelegenheit geklärt ist. Ohne Klärung der genauen Umstände und Kenntnis des mit der Postbank geschlossenen Vertrages lässt sich die Angelegenheit nicht abschließend beurteilen.



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