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Auszahlung von Erbe verzögert sich

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 12.03.2013

Frage:

X ist 1962 gestorben und wurde neben weiteren Erben zu 50 % von Y beerbt.
Y ist 1988 gestorben. Alleinerbe war Z.
X hat aber irgendwann nach 2000 wohl noch ein Grundstück in Thüringen geerbt. Der Erlös wurde 2005 beim Amtsgericht Rudolstadt hinterlegt.
Z ist in 2013 über die Hinterlegung informiert worden und einen Antrag auf Auszahlung des hinterlegten Betrages gestellt. Das AG Rudolstadt hat mitgeteilt, dass eine Auszahlung erst erfolgen kann, wenn Z die Erbberechtigten der diversen anderen Erben ermittelt hat.
Was ist jetzt von Z zu tun, nachdem das AG Rudolstadt anscheinend fast 8 Jahre gar nichts getan hat.

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Antwort:

Sie müssen wie folgt vorgehen, um eine Auseinandersetzung des Erbes mit den unbekannten Erben zu erreichen. Zunächst beantragen Sie beim Nachlassgericht Rudolstadt die Einrichtung einer Nachlasspflegschaft, da Sie den Nachlass auseinandersetzen wollen. Denn nach dem To-de eines Menschen ist es nicht stets die Aufgabe des Nachlassgerichts, Fürsorgemaßnahmen über das Vermögen des Erblassers zu treffen. Dies ist die Angelegenheit der gemäß §§ 1922 ff. BGB berufenen Erben. Sind diese unbekannt und ist der Nachlass fürsorgebedürftig, so stellt die Anordnung einer Nachlasspflegschaft eine von mehreren möglichen Fürsorgemaß-nahmen des Nachlassgerichts anlässlich eines Erbfalles dar, vgl. § 1960 BGB. Sie ist das wichtigste und umfassendste Mittel des Nachlassgerichts zum Schutze eines fürsorgebedürfti-gen Nachlasses.
Der Nachlasspfleger wird zum Pfleger für „denjenigen, der Erbe wird“, bestellt. Der Nachlasspfleger ist – anders als der Testamentsvollstrecker und der Nachlassverwalter nicht - Partei kraft Amtes. Es ist hier der Nachlasspfleger für die nicht bekannten Erben zu bestimmen.
Danach oder zeitgleich beantragen Sie einen Teilerbschein. Alternativ kann sich nämlich je-der der Erben einen Teilerbschein ausstellen lassen. Der Teilerbschein bezeugt das Erbrecht und weist die Größe des Erbteils aus. Wenn beide Bedingungen erfüllt sind, kann dann das Erbe bezüglich des Z auseinandergesetzt werden. Falls das Amtsgericht Probleme bereiten will, nennen Sie bitte als Fundstellen:

KG NJW 1971, 565; Avenarius MDR 1997, 1033; Bestelmeyer Rpfleger 2004, 604, 612.



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