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Hinweis von Insolvenzvewalter wegen Steuerklassenänderung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 22.02.2013

Frage:

Hallo, ich befinde mich seit 2009 in Privatinsolvenz. 2010 bin ich mit meinem Sohn zu meinem Lebensgefährten gezogen und habe das auch mitgeteilt. Die Einkommensteuer wurde 2010 vom Insolvenzverwalter gemacht. Vor zwei Wochen fragte das FA nach meiner Steuererklärung für 2011. Die Unterlagen wurden damals vom Verwalter angefordert und von mir übergeben. Bis heute wurde keine Erklärung vom Verwalter gemacht. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass ich die Steuer selbst zu machen hätte, da ich mich in er Wohlverhaltensphase befinde. Also habe ich meine Unterlagen zurückgefordert und mich an die Steuererklärung für 2012 gemacht. Dabei viel mir auf das ich mich noch in der Steuerklasse II befinde, obwohl ich ja in eheähnlicher Gemeinschaft lebe. Der Insolvenzverwalter weiß das. Hätte er mich nicht darauf hinweisen müssen, dass ich die Steuerklasse ändern muss? Dadurch konnte mir dann mehr gepfändet werden, oder? Und dann noch die Steuernachzahlung... Meine Steuerberaterin vor dem Verfahren hat mir solche Dinge immer gesagt. Unwissenheit schützt zwar nicht vor Strafe, aber ich wusste tatsächlich nicht das ich das selbst machen müsste, alles andere macht ja auch der Verwalter.

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Antwort:

Für das Jahr 2010 brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, da der Insolvenzverwalter die Steuer erledigte. Für die Jahre 2011 u. 2012 müssen Sie sich auch keine Sorgen machen. Hier können Sie in der Steuererklärung angeben, dass Sie nunmehr mit einem neuen Lebensgefährten zusammen leben. Dann wird die Steuer nachträglich korrigiert. Ich hege allerdings die Befürchtung, dass es zu einem Nachzahlungsverlangen seitens des Finanzamtes kommen wird.

Steuererstattungen bekommt der Insolvenzverwalter, so dass den Gläubigern nicht geschadet wird.

Da die Lohnsteuerklasse II „ günstiger“ ist als die Lohnsteuerklasse I, steht in Zukunft für die Gläubiger weniger Masse zur Verfügung. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Privatinsolvenz.

Eine Verpflichtung zur steuerlichen Beratung hat Ihr Insolvenzverwalter nicht. Es wäre jedoch menschlich anständig gewesen, wenn er Sie auf den notwendigen Wechsel der Steuerklasse aufmerksam gemacht hätte. Eine Schadensersatzanspruch gegen diesen können Sie daher nicht herleiten.



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