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Erbverzicht - nachträgliches Testament

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 16.01.2013

Frage:

Vor über 15 Jahren unterschrieben meine Frau und ihre beiden Geschwister eine notarielle Verzichtserklärung, dass diese auf ihr Erbe verzichten. Mein Schwiegervater und -mutter setzten sich in einem Testament gegenseitig als Erben ein, ansonsten wurde in diesem Testament nichts festgelegt, auch keine weitere Erbfolge.
Die Großeltern meiner Frau und mein Schwiegervater sind in der Zwischenzeit gestorben, es lebt nur noch die Mutter meiner Frau, die ein Testament nicht für nötig hält. Sie ist der Meinung, dass auch ohne Testament ihre drei Kinder alles erben würden (obwohl sie ja eine Verzichtserklärung unterschrieben haben!)

Meine Fragen: Ist die Sichtweise meiner Schwiegermutter richtig, dass die drei Kinder auch ohne Testament alles erben würden, auch wenn sie in früheren Jahren eine Verzichtserklärung unterschrieben haben?
Würde ein Testament etwas ändern? Was müsste gegebenenfalls in diesem Testament stehen?

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Antwort:

Wenn Ihre Frau und ihre Geschwister einen Erbverzicht abgegeben haben, ist dieser nach wie vor wirksam, wenn er den Erfordernissen an einen Erbverzicht entspricht. Das bedeutet, dass er in einer notariellen Urkunde, wie hier geschehen, abgegeben sein müsste.

Ein Erbverzicht beinhaltet nach § 2346 zugleich auch einen Pflichtteilsverzicht, so dass Ihre Frau und ihre Geschwister nach dem Tod der Mutter keinerlei Rechte am Nachlass hätten.

Ein Erbverzicht kann aber so gestaltet werden, dass er nur nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils gelten soll. Senden Sie mir bitte deshalb in einer PDF-Datei die Verzichtserklärung zu, damit ich dieses überprüfen kann.

Sollte ein Totalverzicht abgegeben worden sein, so wirkt er auch hinsichtlich der Kinder der Verzichtenden.

Ein solcher Verzicht kann gem. § 2351 BGB in notarieller Form durch Vertrag aufgehoben werden. Gleichfalls kann nach der Rechtssprechung des BGH der Verzichtende in der Regel wieder durch Verfügung von Todes wegen als Erbe eingesetzt werden. Dies hängt aber im Einzelfall auch von der Formulierung in der Verzichtserklärung ab.



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