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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
20.12.2012

Berufsbezeichnung Fremdsprachenkorrespondent?

Ich habe bei einer deutschen Fernschule einen staatlich anerkannten Fernlehrgang zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung "Geprüfter Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK)" erfolgreich absolviert. Hierüber habe ich ein Zeugnis erhalten.

Die Fernschule teilte auf Anfrage mit, dass ich bereits jetzt - ohne den IHK-Abschluss - zumindest die Berufsbezeichnung "Fremdsprachenkorrespondent Englisch" nutzen könne. Aufgrund Schwerbehinderung zeichnet sich die Prüfung an der IHK selbst noch über einen längeren Zeitraum nicht ab.

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Das Land Baden-Württemberg und das Bundesinstitut für berufliche Bildung schätzten ein, dass durch die unterschiedlichen Regelungen für den Berufsabschluss des Fremdsprachenkorrespondenten nicht der Eindruck erweckt werden dürfe, ich hätte den IHK-Abschluss bereits erworben. Dies könnte zu Wettbewerbsverzerrungen und auch strafrechtlichen Konsequenzen führen. Man riet dort von jeglicher Verwendung der Berufsbezeichnung "Fremdsprachenkorrespondent" ab.

Da ich mit dem Zeugnis der Fernschule aber nachweisen könne, dass ich mir ausreichendes Wissen über das Sachgebiet angeeignet habe, könnte ich auf Flyern, Visitenkarten, Schildern etc. durchaus das Aufgabenfeld "Fremdsprachliche Korrespondenz" angeben, da hiermit keine direkter Berufsabschluss verbunden werden könne.

Wie ist Ihre Einschätzung: Welche Bezeichnungen sind aufgrund Vorlage des bisher nur durch die Fernschule intern ausgestellten Zeugnisses rechtlich unbedenklich?

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Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
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Fremdsprachenkorrespondent ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Sie kann daher von jedermann verwendet werden, der glaubt Fremdsprachen zu beherrschen. Die IHK versuchen oft, um ihre Abschlüsse zu retten, andere Abschlüsse herabzusetzen und zu diskreditieren.

Denn werden ungeschützte Berufsbezeichnungen im Berufsleben (z. B. bei Bewerbungen, Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne dass man über die entsprechende Qualifikation verfügt, verstößt dies eventuell als irreführende Werbung gegen die §§ 3, 16 des Gesetzes gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG). Unter bestimmten Voraussetzungen kommt auch eine Strafbarkeit wegen Betrugs gem. § 263 StGB in Betracht; dies gilt insbesondere für Formen des Anstellungsbetrugs.

Bei Ihnen ist es allerdings problemlos durch den Abschluss der schulischen Ausbildung möglich den Titel wie von der Schule vorgeschlagen zu führen. Sie sollten aber darauf hinweisen, daß lediglich ein schulischer Abschluss vorliegt. Also "Fremdsprachenkorrespondent Englisch (schulische Ausbildung xy Schule)".

Nicht führen dürfen Sie den Titel "geprüfter Fremdsprachenkorrespondent", da diese Qualifikation erst durch die IHK-Prüfung erreicht wird.

Mit der vorgeschlagenen Berufsbezeichnung ist im Geschäftsverkehr meines Erachtens ausreichend dargestellt, dass gerade kein IHK-Abschluss vorliegt.

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