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Abschreibung von Finanzamt falsch?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 20.12.2012

Frage:

Ich habe eine Eigentumswohnung von einer Tochter zurückgekauft, die diese mit einem Eigenanteil von 100.0000 DM von mir erwarb, die restlichen Kosten 275.000 DM waren vorgezogenes Erbe.
Vom notariellen Rückkaufwert 54.273,15 EUR (100/375 + einige Nebenkosten) erkennt/erkannte mir das Finanzamt lediglich 60% (nach der 60/40 Regelung) für Abschreibung an.
Ist dies korrekt?
Falls nicht, kann ich Berichtigung verlangen und wie viele Jahre zurück?

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Antwort:

Ihre Frage kann ich wie folgt beantworten: Hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung ist grundsätzlich nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 b) EStG auf die ursprüngliche Herstellung der gekauften Wohnung anzuknüpfen. Es handelt sich um eine gesetzliche Regelung, bei der die Nutzungsdauer typisierend festgelegt wurde. Dabei beginnt ja mit jedem Verkauf wieder eine komplett neue Abschreibungsdauer von 40 Jahren. Dieser § lautet:

(4) 1Bei Gebäuden sind abweichend von Absatz 1 als Absetzung für Abnutzung die folgenden Beträge bis zur vollen Absetzung abzuziehen:
1.
bei Gebäuden, soweit sie zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die der Bauantrag nach dem 31. März 1985 gestellt worden ist, jährlich 3 Prozent,
2.
bei Gebäuden, soweit sie die Voraussetzungen der Nummer 1 nicht erfüllen und die
a)
nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt worden sind, jährlich 2 Prozent,
b)
vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt worden sind, jährlich 2,5 Prozent
der Anschaffungs- oder Herstellungskosten; Absatz 1 Satz 5 gilt entsprechend. 2Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in den Fällen des Satzes 1 Nummer 1 weniger als 33 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe a weniger als 50 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe b weniger als 40 Jahre, so können anstelle der Absetzungen nach Satz 1 die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden. 3Absatz 1 letzter Satz bleibt unberührt. 4Bei Gebäuden im Sinne der Nummer 2 rechtfertigt die für Gebäude im Sinne der Nummer 1 geltende Regelung weder die Anwendung des Absatzes 1 letzter Satz noch den Ansatz des niedrigeren Teilwerts (§ 6 Absatz 1 Nummer 1 Satz 2).

Von der prinzipiellen Regelung hat der Gesetzgeber im Satz 2 entsprechende Ausnahmen gemacht, wenn die Abnutzungsdauer im Einzelfall niedriger ist. Ich kenne nicht die tatsächlichen Verhältnisse bei Ihnen. Legen Sie gegen den Steuerbescheid daher Einspruch ein, sofern noch möglich. Bitte mailen Sie mir auch diesen, damit ich Ihnen eine abschließende Antwort geben kann.



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