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Krankenkasse möchte Krankentagegeld nicht mehr zahlen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 13.12.2012

Frage:

Mein Mann ist selbstständig und hatte vor 7 Monaten einen Herzinfarkt. Aufgrund einer vertrauensärztlichen Untersuchung teilte ihm seine Krankenkasse mit, dass ab dem 1.1.2013 kein Krankentagegeld mehr gezahlt würde, da er nicht mehr zu 100% arbeitsunfähig sei. Wolle er dies belegen, müsse er ein anderes ärztliches Gutachten einholen, dessen Kosten sie aber nicht übernehmen würde.
Ist das rechtens und gibt es auch eine Wiedereingliederungszeit nach
Krankheitsfall für Selbstständige? Mein Mann würde dies dann ab Januar in Anspruch nehmen und müsste dann die Krankenkasse die kosten übernehmen?

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Antwort:

Zunächst sollten Sie das Schreiben Ihrer Krankenkasse so nicht akzeptieren und Widerspruch einlegen. Sie müssen deswegen auch kein neues Gutachten einholen. Im Widerspruchsverfahren muss von Amtswegen die Gesundheitssituation neu beurteilt werden.
Das Hamburger Modell ist eine gesetzliche Leistung der Krankenkassen oder der Rentenversicherung. Für Selbstständige gilt das Programm, wenn sie mit Krankengeldanspruch gesetzlich krankenversichert oder – bei Übernahme der Maßnahme durch die gesetzliche Rentenversicherung – sofern sie dort pflichtversichert sind oder bis vor kurzem waren.
Wie funktioniert die Wiedereingliederung? Ihr Gatte wendet sich an seinen Arzt. Hält dieser eine stufenweise Rückkehr in den Beruf für sinnvoll, muss er einen Plan für seinen Patienten erstellen. Darin gibt er an, in welchen Schritten die Tätigkeit aufgenommen wird.
Der Ablaufplan muss die Dauer der beruflichen Wiedereingliederung einschließlich der wöchentlichen Arbeitszeit festsetzen. Die Rückkehr in den Job kann auch tageweise erfolgen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn der Erkrankte einmal pro Woche eine weiter entfernte Rehabilitationsklinik aufsuchen muss. Der Stufenplan sollte dann mindestens einen freien Tag pro Woche vorsehen.
Auch noch bestehende gesundheitliche Einschränkungen sollten formuliert werden. So darf, wer unter Schwindelgefühlen nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, verlangen, dass er nicht auf einer Leiter stehen muss. Bei Erkrankungen der Atemwege kann der Umgang mit bestimmten Stoffen den Heilungsprozess behindern.
Der Stufenplan ist kein fester Vertrag. Er kann, wenn die Genesung langsamer oder schneller als erwartet einsetzt, geändert oder ausgesetzt wird. Der Wiedereingliederungsplan muss individuell an den Erkrankten und seine Vorgeschichte angepasst sein Ihr Mann sollte sich daher an seinen Arztwenden und mit diesem das weitere Vorgehen besprechen. Dieser ist der alleinig Zuständige.



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