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Hausverwalter weist auf Hausordnung hin


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 12.12.2012

Frage:

Wir sind Eigentümer einer Wohnung in ein Mehrfamilienhaus mit
2 x 6 Wohnungen und haben ein Hund (Dt. Boxer) 4 Jahre jung.
Gestern hat uns der Hausverwalter per Mail angeschrieben:

// Sehr geehrter Herr und Frau B.,
wir sehen uns dazu veranlasst, Sie freundlich auf die Einhaltung der Hausordnung hinzuweisen.
Zu den Gründen:

a.) Bedingt durch Ihre Hundehaltung steht während Ihrer nächtlichen Ausführung immer noch
häufig die Hauseingangstür offen. Neben der Gefahr, dass unberechtigte Dritte Zutritt zum
Haus erhalten, dringt Kälte ins Treppenhaus ein.
* (Unsere Ansicht : wir haben auch gelegentlich gemerkt dass die Tür offen ist, heißt aber nicht dass
wir die Tür offen lassen, hat aber mit der Hundehaltung nichts zu tun.)


b.) Da Sie nach Ihrer Runde mit dem Hund offenbar nicht die Pfoten von Nässe und Schmutz
reinigen, wird diese ins Treppenhaus getragen.
* (Unsere Ansicht : Schwachsinn ! - Straßenschmutz wird durch alle Bewohner ins Treppenhaus getragen.)

c.) Viele Hausbewohner fürchten sich vor Ihrem Hund (Boxer), da er ohne Maulkorb von Ihnen
durch das Treppenhaus bzw. auf dem Grundstück geführt wird.
* (Unsere Ansicht : in unseren Wohnort besteht keine Leinenpflicht geschweige denn Maulkorbpflicht.
Abgesehen davon hat der Hund seit geraumer Zeit die Begleithundeprüfung.)

d.) Sie trainieren Ihren Hund auf der angrenzenden Gemeinschaftsfläche (Rasen) und lassen
ihn dort herum tollen.
* (Unsere Ansicht : wenn wir trainieren dann in einen Hundeverein.
Wir bewegen uns regelmäßig ums Haus (Garage, Mülltonne usw) , auch gelegentlich im Garten
und der Hund ist manchmal dabei.)


Anbei erhalten Sie die Hausordnung zur besseren Orientierung. Wie Sie dort ersehen können,
wird besonders Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme gelegt, zu der wir Sie hiermit ausdrücklich
auffordern.
Zur Vermeidung rechtlicher Auseinandersetzungen stellen wir uns die Lösung der vorgenannten
Probleme so vor, dass Sie die Hauseingangstür künftig gemäß Hausordnung schließen, regelmäßig
nach der Rückkehr vom Gassigehen, die Pfoten Ihres Hundes von groben Verschmutzungen
reinigen, das Tier möglichst mit Maulkorb und an der Leine im Treppenhaus und auf
dem Grundstück führen und den Rasen nicht als Hundeplatz nutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Hausverwaltung
//

Bemerkung: In der Hausordnung steht nichts über Hundehaltung / Tierhaltung.


Frage1
Sollen wir überhaupt antworten?

Frage2
Wenn ja, wie?

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Antwort:

Frage 1.: Sollen wir überhaupt antworten? Frage 2.: Wenn ja, wie?

Das hängt davon ab, welche Stimmung in Ihrer WEG herrscht. Der Hausverwalter schreibt eher wie ein Bittsteller, was darauf schließen lässt, dass die Existenz Ihres Hundes ihn selbst nicht sonderlich zu stören scheint, er vielmehr von einem WEer ersucht wurde, Ihnen ein paar Zeilen zu schreiben. Es scheint demnach einen WEer zu geben, der sich von Ihrem Hund (oder etwa von Ihnen?) gestört fühlt, jedoch nicht den Mut aufbringt, Sie persönlich anzusprechen. Da Ihnen nach dem Schreiben des Hausverwalters kein konkreter (und somit ernstzunehmender) Verstoß vorgeworfen wird stellt sich tatsächlich die Frage, ob eine Beantwortung erforderlich oder zweckmäßig ist. In der Tat wirkt das Verlangen, Ihrem Hund die Pfoten abzuwaschen, beinah komisch. Allenfalls die Mitteilung, viele Bewohner fürchten sich vor Ihrem Hund, sollte ernst genommen werden. Es ist bekannt, dass es Menschen mit Hundephobien gibt, die selbst vor den friedlichsten Schoßhunden Ängste aufbauen. Ob es tatsächlich viele Hausbewohner sind, müsste konkretisiert werden. Sollte sich Ihr Hund unangeleint bewegen, wäre es durchaus denkbar, dass er auf andere Passanten zuläuft oder sie sogar anspringt. Ich selbst bin stets aufs Neue bemüht, meinem friedliebenden Dalmatiner klarzumachen, mich vor lauter Freude über ein Wiedersehen nicht anzuspringen. Es gibt allerdings Hunde, die sich auch ohne Leine passiv gegenüber Dritten verhalten. Wie das Verhalten Ihres Hundes ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Solange er sich im Gemeinschaftseigentum unangeleint bewegt, wird man sicherlich auch ohne konkrete Aussage in der Hausordnung verlangen können, dass er Dritte oder Mitbewohner nicht angeht. Denn auch ein freundliches und gefahrloses Zugehen eines Hundes wird häufig missverstanden oder wird nicht toleriert.

Um einen Beschlussantrag eines WEers auf Einführung von Leinenzwang innerhalb des Gemeinschaftseigentums nicht zu provozieren, empfehle ich eine kurze und möglichst sachliche Stellungnahme an den Hausverwalter. Dort sollte klagestellt werden, dass ein Verschließen der Haustür selbstverständlich ist und nichts mit einer Hundehaltung zu tun hat. Das Rücksichtnahmegebot ist gegenseitig, so dass die Mitbewohner Ihre Hundehaltung zu respektieren haben, solange er auf den Gemeinschaftsflächen keinen Kot oder Urin hinterlässt. Sofern ein Spielen (auch wenn man es als Trainieren bezeichnet) mit dem Hund auf Gemeinschaftsflächen nicht störender gegenüber den Mitbewohnern ist, als z.B. das hinzunehmende Spielen von Kindern, kann es auch nicht die gegenseitige Rücksichtnahme beeinträchtigen. In einer WEG gilt stets das Gebot, Mehrheiten zu schaffen oder zu verhindern. Ein beantragter Leinenzwang dürfte mit einfacher Mehrheit zu beschließen sein!



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