Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Vormundschaft innerhalb der Familie übergeben

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 19.10.2012

Frage:

Ich habe einen geistig behinderten Bruder im alter von 43 Jahren. Die Vormundschaft liegt bei meiner 70 jährigen Mutter. Diese ist nun stark erkrannkt, so das ich nicht weiß, wie lange sie noch leben wird.

Frage: Kann man die Übergabe der Vormundschaft innerhalb der Familie (Bruder/Schwester) im Vorfeld mit der Mutter vereinbaren oder anderweitig Regeln um sicherzustellen, das bei einem Versterben des jetzigen Vormundes der behinderte in der gewohnten Umgebung bleibt und dort betreut wird, ohne das sich ein Gerichtsvormund einmischen kann.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Hanno Hoffmann   |Hier klicken

Antwort:

Ihr behinderter Bruder kann nicht unter Vormundschaft stehen, da eine Vormundschaft nur für minderjährige errichtet werden kann. Ich vermute daher, dass für Ihren Bruder eine Betreuung eingerichtet wurde und Ihre Mutter die Betreuerin ist. Falls ihre Mutter nicht mehr in der Lage ist Ihren Bruder zu betreuen, ist es kein Problem die Betreuung auf ein anderes Familienmitglied zu übertragen. Der Antrag ist beim Familiengericht zu stellen.

Die Voraussetzungen für eine Betreuung richten sich nach § 1896 BGB dieser lautet:

(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.

(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.

(3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden.

(4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat.

Wichtig ist dabei Abs. 2, dass gegen den Willen Ihres Bruders nichts unternommen werden darf.

Wer zum Betreuer bestimmt wird bestimmt in § 1897 BGB, wichtig dort die Absätze 4 und 5. Diese lauten:

(4) Schlägt der Volljährige eine Person vor, die zum Betreuer bestellt werden kann, so ist diesem Vorschlag zu entsprechen, wenn es dem Wohl des Volljährigen nicht zuwiderläuft. Schlägt er vor, eine bestimmte Person nicht zu bestellen, so soll hierauf Rücksicht genommen werden. Die Sätze 1 und 2 gelten auch für Vorschläge, die der Volljährige vor dem Betreuungsverfahren gemacht hat, es sei denn, dass er an diesen Vorschlägen erkennbar nicht festhalten will.

(5) Schlägt der Volljährige niemanden vor, der zum Betreuer bestellt werden kann, so ist bei der Auswahl des Betreuers auf die verwandtschaftlichen und sonstigen persönlichen Bindungen des Volljährigen, insbesondere auf die Bindungen zu Eltern, zu Kindern, zum Ehegatten und zum Lebenspartner, sowie auf die Gefahr von Interessenkonflikten Rücksicht zu nehmen.

Sollte also Ihr Bruder einen Betreuer vorschlagen, muß das Gericht dies so umsetzen. Ist er dazu nicht in der Lage, muß das Gericht sich zunächst in der Verwandtschaft umschauen.

In ganz seltenen Fällen kommt es allerdings vor, dass sich Gerichte nicht an die Gesetze halten. Dann müssten Sie gegen die Entscheidung eine Beschwerde einlegen. In meiner Praxis ist dies allerdings noch nicht vorgekommen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Vormundschaft

Was muss bei der Adoption eines philippinischen Kindes beachtet werden? | Stand: 14.09.2017

FRAGE: Bei dem Besuch des Bruders meiner Frau mit seiner Frau und deren anderthalbjährigem Kind (philippinische Staatsangehörige) mit einem Besuchervisum wurde das Kind bei uns zurückgelassen...

ANTWORT: Ich rate Ihnen zunächst, die Vormundschaft für das Kind beim zuständigen Familiengericht zu beantragen. Nach § 1773 BGB ist eine Vormundschaft möglich, wenn ein Kind nicht unterelterliche ...weiter lesen

Kindeswohl bei Mutter gefährdet | Stand: 06.05.2014

FRAGE: Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder. Ich habe eine 2. Frau, wir sind nicht verheiratet und haben 2 Kinder. Für das Erste Kind habe ich die Vaterschaft anerkannt bekommen. Beide Elternteile habe...

ANTWORT: Angesichts der Gesamtumstände müssten Sie sich nun schnellstmöglich von dieser Frau trennen und sich um Ihre bestehende erste Familie kümmern. Für Ihr zweites Kind mit der zweite ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Familienrecht
Interessante Beiträge zu Vormundschaft

Frauenarzt haftet nicht für unentdeckt gebliebenen Darmkrebs
| Stand: 28.06.2013

Für eine nicht diagnostizierte Krebserkrankung kann ein Gynäkologe nicht verantwortlich gemacht werden, da er lediglich zur Abklärung von Beschwerden seines Fachgebietes verpflichtet ist. Selbst wenn er, ...weiter lesen

Dienstpost aus dem Fach des Kollegen gestohlen
| Stand: 27.06.2013

Stiehlt ein Angestellter die Post aus dem Dienstfach eines Kollegen, muss er mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Er kann sich jedenfalls nicht einfach damit herausreden, dabei in einer emotionalen und psychischen ...weiter lesen

Möbel bei Regen umsonst
Wenn's regnet, ist die neue Wohnungsausstattung umsonst. Das versprach ein großes Möbelhaus in Baden-Württemberg seinen Kunden. Dieser Werbeaktion begegnete das zuständige Regierungspräsidium in ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Hanno Hoffmann   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.295 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.11.2017
Vielen, vielen Dank für ihre Hilfte, Herr Böckhaus.

   | Stand: 23.11.2017
Ich wurde gerade von einer sehr freundlichen Anwältin zum Thema Rückforderungsrecht / Verwaltungsrecht beraten. Meine Fragen wurden vollständig und präzise beantwortet. Vielen Dank

   | Stand: 23.11.2017
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Beantwortung meiner Fragen bezüglich Mietrecht. Kann es nur weiterempfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Familienrecht | Adoptionsrecht | Erbrecht | Familienrecht | Betreuungsbonus | Betreuungsgesetz | Betreuungsrecht | BGB | Entmündigung | Gegenvormund | Patientenerklärung | Vaterrecht | Vormund | Vormundschaftsgericht | Vormundschaftsrecht | Betreuungskostenerhöhung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen