Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Mängel bei Auszug - welche Kosten müssen übernommen werden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 26.09.2012

Frage:

Bei Auszug meines Sohnes und seiner 2 Mitbewohner aus der gemeinsamen WG wurde im Übergabeprotokoll erhebliche Mängel protokolliert, u.a. Schäden am Laminat und nicht ordnungsgemäß gestrichene Wände. Nun hat der Vermieter ein Schreiben geschickt mit Kostenvoranschlägen für Reparaturen und kommt auf über EUR 6.000. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Reparaturen für die Hälfte dieses Betrages durchgeführt werden könnten. Angeblich muss die gesamte Wohnung (100 qm) neu mit Laminat verlegt werden. Die WG hat 3 Jahre da gewohnt und es war kein Erstbezug. Wie ist die beste Vorgehensweise, können wir dem Vermieter die preiswerteren Angebote übermitteln? Müssen die Ex-WGler alle Kosten übernehmen? Dann wäre die Wohnung ja in einem wesentlich besseren Zustand als beim Einzug. Die Kaution in Höhe von EUR 800 wurde bereits einbehalten.
Erbitte kurze Beratung über die rechtlich beste Vorgehensweise. Es gibt außer dem Protokoll keine Beweise (Fotos o.ä.) für den Zustand der Wohnung. Die 3 Mieter sind bereit, sich an Kosten zu beteiligen aber nicht in dieser Höhe.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Frage 1.: Wie ist die beste Vorgehensweise, können wir dem Vermieter die preiswerteren Angebote übermitteln?

Der Vermieter könnte im Normalfall, zumindest derzeit noch nicht die Beträge aus den Kostenvoranschlägen von den WGern fordern (vgl. jedoch Frage 2.). Denn dies wäre bereits eine Schadensersatzforderung, die er nicht ohne weiteres geltend machen könnte. Zunächst müsste er den Mietern Gelegenheit geben, die erforderlichen Arbeiten selbst vorzunehmen oder aber eine eigene Firma oder Freunde etc. damit zu beauftragen. Da die Mieter offensichtlich bislang nichts dergleichen veranlasst haben, müsste er Ihnen zunächst schriftlich eine Frist zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten setzen. Erst wenn diese Frist fruchtlos verstreicht, die Mieter also die notwendigen Arbeiten nicht durchführen oder durchführen lassen, könnte er im Wege der sog. Ersatzvornahme die Arbeiten selbst in Auftrag geben bzw. die in den Kostenvoranschlägen bezifferten Summen als Schadensersatz geltend machen. So wäre jedenfalls der normale Werdegang nach den gesetzlichen Bestimmungen.

Zwar vermag ich den tatsächlichen Zustand der Wohnung nicht zu beurteilen. Im Normalfall ist es jedoch kaum möglich, einen Laminatboden in drei Jahren Mietzeit vollständig abzuwohnen, sodass im Rahmen von Schönheitsreparaturen ein Laminatboden allenfalls zu reinigen wäre. Sollten allerdings von den Mietern Schäden verursacht worden sein, sind diese in jedem Fall zu beseitigen. Nach dem Wohnungsabnahmeprotokoll scheint die Wohnung in erster Linie verdreckt zu sein, so dass vermutlich mit einer Grundreinigung vieles beseitigt werden kann. Malerarbeiten sind nur insoweit durchzuführen, als dies nach dem jeweiligen Zustand erforderlich ist. Nach dem Mietvertrag wären bei normalem Abnutzungsgrad gem. § 15 Abs. 2 ohnehin nur Schönheitsreparaturen in Küche und Bad vorzunehmen, da erst drei Jahre abgelaufen sind. Siehe jedoch Antwort zu nachstehender Frage 2.

Frage 2.: Müssen die Ex-WGler alle Kosten übernehmen?

Welche Kosten auch immer am Ende von den drei WGern zu zahlen sind, müssen sie im Innenverhältnis, also untereinander jeweils ein Drittel zahlen, sog. Gesamtschuldnerausgleich. Denn gegenüber dem Vermieter haftet jeder als Gesamtschuldner in voller Höhe, wobei der Vermieter eine Forderung natürlich nur einmal fordern kann. Anders ausgedrückt kann sich der Vermieter aussuchen, wen er auf Zahlung in Anspruch nimmt.

Allerdings stellt das Wohnungsabnahmeprotokoll ein Problem dar. Hätte Ihr Sohn lediglich das Protokoll unterschrieben, so wäre er (bzw. alle drei Mieter) lediglich zur Durchführung der dortigen Arbeiten verpflichtet gewesen. Die Rechtsprechung sieht ein solches Protokoll als eine Art Anerkenntnis des darin festgestellten Zustandes an. Der gravierende Fehler Ihres Sohnes dürfte jedoch darin bestanden haben, dass er zusätzlich unter dem Punkt "Sonstiges" angegeben hat, dass die Mieter keinerlei Arbeiten durchführen wollen. Ferner hat er den Vermieter quasi beauftragt, die Arbeiten für die Mieter und auf deren Kosten durchführen zu lassen. Damit ist Ihr Sohn eine vertragliche Verpflichtung eingegangen, an die er nunmehr gebunden ist. Denn nach dieser Vereinbarung hat Ihr Sohn praktisch die eigene Durchführung abgelehnt und sich verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Diese liegen nun in überhöhter Form vor.

Frage 3.: Erbitte kurze Beratung über die rechtlich beste Vorgehensweise. Es gibt außer dem Protokoll keine Beweise (Fotos o.ä.) für den Zustand der Wohnung.

Dennoch sollten Sie nunmehr die vorgelegten Kostenvoranschläge zurückweisen, da sie teilweise Arbeiten beinhalten, die vom Protokoll nicht getragen werden. Gleichzeitig sollten Sie Ihre eigenen Kostenvoranschläge vorlegen und die dort ausgewiesenen Beträge unter Berücksichtigung der Kaution an den Vermieter zahlen. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Kostenvoranschläge mit den notwendigen Arbeiten nach dem Wohnungsabnahmeprotokoll decken. Denn die dort festgestellten Mängel müssen beseitigt werden, nicht mehr und nicht weniger. Ferner sollten Sie versuchen, noch einmal Zugang zur Wohnung zu erhalten, um wenigstens die Grundreinigung selbst vornehmen zu können und bei dieser Gelegenheit Beweisfotos erstellen. Nur so lässt sich nach meinem Dafürhalten eine Schadensbegrenzung vornehmen.



Rechtsbeiträge über Miet-/ Immobilienrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Auslegware

Ungeziefer in der Wohnung: Welche Mieterrechte habe ich? | Stand: 14.04.2017

FRAGE: Ich habe eine 42 qm große Wohnung gemietet. Bei Besichtigung war ein Befall von Speckkäfern nicht zu ersehen. Erst als ich nach 8 Wochen anfing dort zu wohnen, habe ich erste Käfer bemerkt...

ANTWORT: Nachdem Sie den Befall der Wohnung mit Ungeziefer festgestellt haben, sind Sie nach dem Mietrecht nunmehr zunächst verpflichtet, dem Vermieter den Schädlingsbefall (möglichst schriftlich ...weiter lesen

Instandsetzung einer Mietwohnung bei Auszug | Stand: 27.10.2014

FRAGE: Ich war von 1993 bis 2012 Mieter in einer Wohnungsgenossenschaft. Danach übergab ich die Wohnung mit Abnahme-Protokoll an meine beiden Töchter, welche nun das Mietverhältnis beenden.De...

ANTWORT: Sie haben sich in Ihrer mietrechtlichen Angelegenheit an mich gewandt. Hierzu kann ich Ihnen folgendes sagen: Zunächst ist zu prüfen, ob das Mietverhältnis mit Ihnen beendet und mit Ihre ...weiter lesen

Keine Abschlagszahlung des Vermieter nach Renovierung | Stand: 21.10.2014

FRAGE: Ich habe mein Mietverhältnis zum 31.12.2014 gekündigt und Anfang des Jahres einige Maßnahmen zur Wertsteigerung eingebracht, wie z.B. neues Laminat, neue Küchenfronten, Glasduschwand...

ANTWORT: Sie haben sich in Ihrer mietrechtlichen Angelegenheit an mich gewandt. Es geht darum, dass Sie wertsteigernde Maßnahmen vorgenommen haben. Der Vermieter möchte aber nun die Hälfte der vo ...weiter lesen

Anspruch auf eine Mietminderung? | Stand: 05.10.2012

FRAGE: DER SACHVERHALT:Vertragl. Mietbeginn war der 01.10.12. Die Dachgeschoss-Wohnung hat meine Tochter teilmöbliert angemietet (Einbauschrank in der Diele und in der Küche, sowie Ofen und Spüle)Di...

ANTWORT: I. Mietminderung: Die von Ihnen geschilderten Mängel stellen rechtlich Sachmängel iSv § 536 BGB dar, die zur Minderung der Miete berechtigen. Fraglich ist stets die Höhe der Minderung ...weiter lesen

Hauskauf - Zusatzkosten, Schadensersatz | Stand: 13.10.2011

FRAGE: 1. Wir haben einen Generalübernehmervertrag nach BGB mit unserer Baufirma. Diese hat einen Vertrag nach VOB mit dem Fliesenleger, den sie selbst gesucht u. gestellt hat. Thema Fliesenarbeiten: Fliesenlegerarbeiten...

ANTWORT: Wenn ich Ihre Sachverhaltsschilderung richtig verstehe, haben Sie mit dem Fliesenleger keinen Vertrag über das Verlegen der Fliesen in Ihrem Haus, sondern diesem nur den Aufpreis für die höherwertige ...weiter lesen

Entfernen von Pflanzen aus dem Garten | Stand: 26.08.2010

FRAGE: Das gemietete Haus ist bereits zum 31.10.10 gekündigt. Darf ich Pflanzen bzw. Sträucher (die ich bezahlt habe) die im Garten bepflanzt sind, wieder entfernen? Nächste Frage: wenn wir vo...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,anhand der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:1. PflanzenDurch das anwachsen der Pflanzen in den Boden des Vermieters, is ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.295 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.11.2017
Vielen, vielen Dank für ihre Hilfte, Herr Böckhaus.

   | Stand: 23.11.2017
Ich wurde gerade von einer sehr freundlichen Anwältin zum Thema Rückforderungsrecht / Verwaltungsrecht beraten. Meine Fragen wurden vollständig und präzise beantwortet. Vielen Dank

   | Stand: 23.11.2017
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Beantwortung meiner Fragen bezüglich Mietrecht. Kann es nur weiterempfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Mietrecht | Baurecht (öffentliches) | Baurecht | Mietrecht | Abnutzung Teppichboden | Bodenbelag | Fliesen | Fußboden | Fußbodenbelag | Laminat | Mieter | Mietsache | Parkett | Teppich | Teppichboden | Pflegedokumentation

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen