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Wert von Erbanteil ermitteln

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 24.08.2012

Frage:

Wie hoch ist in Euro ein Wohnrecht zu bewerten? Im konkreten Fall hat die
Witwe des Erblassers (Alter 40 Jahre) testamentarisch ein lebenslanges Wohnrecht erhalten. Der Wert der Immobilie (EFH) beträgt ca. 250.000 Euro.
Ein Miterbe, der 1 achtel am Haus geerbt hat will die Auszahlung seines Anteils
sofort erzwingen. Wie viel wäre dieser Anteil heute wert?

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Antwort:

Der Wert eines Wohnrechts richtet sich nach der Tabelle in Anlage 9 zum Bewertungsgesetz. Danach ergibt sich für eine 40 Jahre alte Frau ein Kapitalisierungfaktor von 15,902. Dieser Wert ist mit dem Jahresbetrag des Nutzungswertes - in Ihrem Falle des Mietwertes des Hauses - zu multiplizieren.

Die jährliche Nettomiete ist bei einem Einfamilienhaus in der Regel sehr schwierig festzustellen, da die örtlichen Mietspiegel sich in aller Regel nur auf vermietete Wohnungen beziehen. Darüber hinaus spielen Alter und Zustand des Hauses bei der Wertermittlung eine nicht unerhebliche Rolle. Wenn ich den von Ihnen angegebenen Wert zugrunde lege und - bezogen auf den Wert des Hauses - von einem 20-fachen Jahresmietwert des Einfamilienhauses ausgehe (hier wird die Schätzung naturgemäß ungenau), ergibt sich ein Jahresmietwert in Höhe von 12.500,00 € (12.500 x 20 = 250.000).

Multipliziert man diesen Betrag mit dem oben angegebenen Tabellenfaktor, ergibt isch für des Wohnrecht ein Betrag in Höhe von 198.775,00 €. Der Miterebe könnte - bezogen auf das Haus - einen Anspruch in Höhe von ca. 24.846,88 € verlangen.

Betrachten Sie diese Berechnung bitte nicht als zwingende Wertermittlung, sondern als realitätsnahe Schätzung. Eine genaue Berechnung kann Ihnen nur ein Immobiliensachverständiger liefern.



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