Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Recht von Miteigentümern zur Einsichnahme in Abrechnung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 06.08.2012

Frage:

Ich besitze eine ETW in einer WEG mit ca. 30 Parteien. Kürzlich wurde der Aufteilungsschlüssel zwischen Grund- und Verbrauchskosten für Heizung/WW von der Gemeinschaft mit mehrheitlichem Beschluss geändert (von 50/50 auf 30/70) mit dem Ergebnis, dass für meine Wohnung trotz geringerem Verbrauch ggü. dem Vorjahr höhere Kosten anfallen. (Bei Hzg. -32% Verbrauch = +3,5% Kosten, bei WW -2,9% Verbrauch = +18,9% Kosten)

Ich benötige nun eine belastbare Auskunft, ob der Verwalter verpflichtet ist, mir die Heizkosten- und WW-Abrechnungen der Miteigentümer für 2010 und 2011 in Kopie zu überlassen, damit ich diese Kostenveränderungen nachvollziehen kann und hilfsweise, ob der Verwalter mir wenigstens die Adressen der Miteigentümer überlassen muss. Es sind mir hierzu folgende Urteile bekannt :OLG München, Az: 32 Wx 177/06, 09.03.2007
AG Rostock, 23. Mai 2008,Az:54 C 16/07,AG Rostock, 23. Mai 2008,Az:54 C 16/07.
Möglicherweise gibt es aktuellere oder höhere Rechtssprechung hierzu.
Falls der Verwalter verpflichtet ist diese Auskünfte zu erteilen, wie kann ich ihn wirksam veranlassen, die Auskünfte herauszugeben , da er sich in der Sache "totstellt".

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Wie in den von Ihnen bereits zitierten Entscheidungen dargelegt, hat jeder einzelne Wohnungseigentümer das Recht, in die Aufzeichnungen und Belege der Abrechnung Einsicht zu nehmen (Gesamtabrechnung und die jeweiligen Einzelabrechnungen aller WEer). Dies hat der BGH kürzlich in einer Entscheidung bestätigt, vgl. BGH NZM 2011, 279. Der BGH verdeutlicht dies bereits im Tenor seiner Entscheidung: Das Recht des Wohnungseigentümers auf Einsichtnahme in Verwaltungsunterlagen ist grundsätzlich in den Geschäftsräumen des Verwalters auszuüben; dort kann er sich auf seine Kosten Ablichtungen der Unterlagen anfertigen oder anfertigen lassen. Im Einzelnen führt der BGH aus: Als Wohnungseigentümer hat der Kläger nach §§ 675, 666 BGB in Verbindung mit dem Verwaltervertrag einen Anspruch gegen die Beklagte auf Gewährung von Einsicht in sämtliche Verwaltungsunterlagen. Ob es sich dabei um ein aus dem Anspruch auf Abrechnung (§ 28 Absatz III WEG) und Rechnungslegung (§ 259 BGB) abgeleitetes Recht handelt oder in § 716 Absatz I BGB beruht, ist ohne Belang. Da die Einsichtnahme auch der Überprüfung der Verwaltertätigkeit dient, besteht das Einsichtsrecht nach der bestandskräftigen Genehmigung der Abrechnung und nach der Entlastung des Verwalters fort. Es unterliegt keinen weiteren Voraussetzungen wie z. B. einem besonderen rechtlichen Interesse des Wohnungseigentümers oder einer Ermächtigung durch die übrigen Wohnungseigentümer. Allerdings ist der Verwalter nicht verpflichtet, dem WEer Ablichtungen dieser Unterlagen zu übersenden, auch nicht auf seine Kosten. Der Anspruch auf Einsicht in die Verwaltungsunterlagen schließt den Anspruch ein, vom Verwalter die Fertigung und Überlassung von Kopien Zug um Zug gegen Erstattung der entstehenden Kosten zu verlangen, vgl. OLG München NZM 2006, 512. Kosten von 0,30 EUR pro Kopie können als angemessen angesehen werden, vgl. OLG München NZM 2007, 692.

Frage 2.: Falls der Verwalter verpflichtet ist diese Auskünfte zu erteilen, wie kann ich ihn wirksam veranlassen, die Auskünfte herauszugeben, da er sich in der Sache "totstellt".

Sie sollten Ihn zunächst schriftlich auffordern, Ihnen innerhalb einer Frist einen Termin zur Einsicht zu gewähren. Dabei müssen Sie angeben, welche Unterlagen Sie einsehen wollen (genaue Bezeichnung). Es empfiehlt sich, für den Fall der Nichtreaktion den Klageweg anzudrohen. Wird die Einsicht nicht gewährt, ist Klage auf Gewährung von Einsicht in die Verwaltungsunterlagen zu erheben. Sie ist gegen den Verwalter zu erheben, der die Unterlagen in Besitz hat, BayObLG NJW-RR 2000, 463. Es ist kaum vorstellbar, dass sich ein Verwalter auf Grund der klaren und eindeutigen Rechtslage weigert, Ihrem Begehren nachzukommen.



Rechtsbeiträge über Miet-/ Immobilienrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Ablesung

Heizkosten werden nur geschätzt: Kann ich eine ordentliche Messung verlangen? | Stand: 24.10.2017

FRAGE: Ich habe letztes Jahr meine vermietete Wohnung gekauft und bin inzwischen Eigentümer. In diesem Zusammenhang habe ich eine umfangreiche Renovierung vorgenommen, u. a. wurde auch das Bad komplett sanier...

ANTWORT: Die gesetzliche Grundlage für die Erstellung von Heizkostenabrechnungen ist die Heizkostenverordnung. Diese ist auch auf die Wohnungseigentumsgemeinschaft anzuwenden gem. § 1 Abs. 2 Ziff. 3 erst ...weiter lesen

Wer trägt die Kosten für die Fenstererneuerung? | Stand: 11.01.2011

FRAGE: Ich besitze eine Dachgeschosswohnung in einer Mehrfamilienhauswohnanlage ca. Bj. 1985. Jetzt habe ich festgestellt, dass die 3 (übergroßen) Dachflächenfenster durch ständigen Wassereintrit...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Frage: Wer trägt die Kosten für die Fenstererneuerung ? Eigentümer oder Gemeinschaft ?Da es sich bei den Dachflächenfenstern um Gemeinschaftseigentum handelt ...weiter lesen

Nachweispflicht des Vermieters im Rahmen der Nebenkostenabrechnung | Stand: 14.06.2010

FRAGE: Ich vertrete eine Firma. die Mieter und Betreiber der örtlichen Stadthalle ist. Seit 2006 wird die Nebenkostenabrechnung mit Widerspruch belegt wegen nicht Nachvollziehbarkeit der Angaben. Obwoh...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und führe auf Ihre Fragen, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt aus. Ferner möcht ...weiter lesen

Inwieweit darf der Verwalter einer WEG die Heizkostenverteilung bestimmen? | Stand: 09.03.2010

FRAGE: Ich wohne in einem Reihenhaus (Eigentum) das im Rahmen einer WEG verwaltet wird.Unser Verwalter will die Heizkosten wie folgt aufteilen:Grundkosten, nach m²Verbrauchte Einheiten, nach abgelesene...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,grundsätzlich ist die Kostenverteilung in § 16 Absatz 2 Wohnungseigentumsgesetz geregelt. Danach ist jeder Wohnungseigentümer den anderen Wohnungseigentümer ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.295 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.11.2017
Vielen, vielen Dank für ihre Hilfte, Herr Böckhaus.

   | Stand: 23.11.2017
Ich wurde gerade von einer sehr freundlichen Anwältin zum Thema Rückforderungsrecht / Verwaltungsrecht beraten. Meine Fragen wurden vollständig und präzise beantwortet. Vielen Dank

   | Stand: 23.11.2017
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Beantwortung meiner Fragen bezüglich Mietrecht. Kann es nur weiterempfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Mietrecht | Baurecht (öffentliches) | Baurecht | Mietrecht | Abrechnungsdienst | Brennstoffverbrauch | Fernablesung | Fernauslesung | Heizkostenerfassung | Heizkostenverteiler | Heizungszähler | Heizzeitraum | Nebenkostenaufstellung | Nebenkostenerhöhung | Selbstablesung | Verbrauchserfassung | Wärmemengenmessung | Wärmezähler | Zählerstand | Zwischenablesung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen