Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Zugewinngemeinschaft oder Ehevertrag?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 16.07.2012

Frage:

Ich befinde mich seit 3 Jahren in Privatinsolvenz.
Nun bin ich mit meiner Partnerin zusammengezogen und wir möchten auch heiraten. Späterer Nachwuchs nicht ausgeschlossen.
Meine Partnerin verdient besser als ich (wegen Insolvenz).
Nun zu meiner Frage: Brauchen wir einen Ehevertrag? Ich möchte nicht, dass meine Partnerin für meine Schulden mit aufkommen muss. Kann man einen eventuellen Ehevertrag auf die Zeit der Insolvenz beschränken? Oder reicht einfach die Zugewinngemeinschaft?
Und wie wirkt es sich auf die Insolvenz aus,wenn wir vor Ablauf der insg 7 Jahre, schon Nachwuchs bekommen und meine Partnerin erst mal nicht für sich selber sorgen kann (also nicht mehr voll verdient)?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Schließen die Eheleute keinen Ehevertrag (Gütertrennung oder Gütergemeinschaft), so leben sie nach der Heirat im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Zugewinngemeinschaft bedeutet zunächst, dass jeder der Eheleute grundsätzlich Alleininhaber seines vor und während der Ehe erworbenen Vermögens bleibt. Die beiden Vermögen bleiben also während der Ehe voneinander getrennt. Von Ausnahmen abgesehen kann jeder Ehegatte sein Vermögen allein verwalten, ohne den anderen um Erlaubnis für bestimmte Geschäfte fragen zu müssen. Bei der Frage der Gütertrennung ist stets vorab auf einen weitverbreiteten Irrtum hinzuweisen. Die meisten Ehepaare, die bereits mehrere Jahre oder Jahrzehnte im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, glauben, dass Sie deshalb für die Schulden des Ehepartners mit einstehen und mit haften müssen. Dies ist gerade nicht der Fall. Wegen dieses Irrtums sollte jedenfalls keine Gütertrennung vereinbart werden. Im Einzelnen: Zugewinngemeinschaft bedeutet im Wesentlichen Gütertrennung mit späterem Ausgleich des Zugewinns. Die Ehe führt nicht automatisch zu gemeinschaftlichem Eigentum der Ehegatten. Jeder Ehegatte behält vielmehr sein vor und während der Ehe erworbenes Vermögen als sein Eigentum. Auch haftet jeder Ehegatte in aller Regel nur für seine Schulden und nur mit seinem Vermögen. Jeder Ehegatte kann sein Vermögen selbst verwalten und in aller Regel auch frei darüber verfügen.

Eine generelle Mithaftung für den Ehegatten wird durch Eingehung der Ehe nicht begründet. Die sog. Sippenhaft ist in Zentraleuropa bereits seit mehreren Jahrhunderten abgeschafft. Nehmen Sie allerdings gemeinsam einen Kredit auf (häufigstes Beispiel: Erwerb eines ehelichen Eigenheims mit gemeinsamem Darlehen) und unterzeichnen ihn zusammen mit Ihrem Ehepartner als Kreditnehmer oder als Bürge, so haften Sie selbstverständlich als Gesamtschuldner. Ob Sie in der Zugewinngemeinschaft oder in Gütertrennung leben, ist dabei unerheblich.

Frage 2.: Kann man einen eventuellen Ehevertrag auf die Zeit der Insolvenz beschränken?

Ob Sie nun im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben wollen oder einen Ehevertrag (Gütertrennung) vereinbaren, betrifft in erster Linie Ihre Vermögenswerte. Die Haftung Dritten gegenüber wird durch eherechtliche Vereinbarungen in keinster Weise beeinflusst. Der Zeitpunkt der Vereinbarung der Gütertrennung ist von beiden Ehepartnern frei wählbar. Um auch den Zugewinn auszuschließen, werden zunehmend Eheverträge mit Gütertrennung abgeschlossen. Dies insbesondere im Hinblick auf immer noch zunehmende Scheidungszahlen. Dabei wird teilweise auch nachehelicher Unterhalt und der Versorgungsausgleich, soweit zulässig, ausgeschlossen. Sie können demnach zwar zunächst Gütertrennung vereinbaren und später wieder aufheben. Notwendig ist dies jedoch nicht; zumindest nicht im Hinblick auf Ihr Insolvenzverfahren und Ihre noch bestehenden persönlichen Schulden.

Frage 3.: Oder reicht einfach die Zugewinngemeinschaft?

Ja; Sie sollten einen Ehevertrag jedenfalls nicht wegen eines Insolvenzverfahrens schließen, (s.o.).

Frage 4.: Und wie wirkt es sich auf die Insolvenz aus,wenn wir vor Ablauf der insg 7 Jahre, schon Nachwuchs bekommen und meine Partnerin erstmal nicht für sich selber sorgen kann( also nicht mehr voll verdient)?

Auf Ihr Insolvenzverfahren wird dies keinen direkten Einfluss haben, von der Erhöhung Ihres Pfändungsfreibetrages nach § 850 c ZPO (Arbeitseinkommen) einmal abgesehen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Zugewinn

Zugewinnansprüche bei der Scheidung | Stand: 27.03.2015

FRAGE: Ich habe Frage betreffend Zugewinn:Geschieden bin ich in 2013. Während der Ehe habe ich 2 Wohnungen in CZ (ich bin Tschechin) erworben. Für die erste, in Prag, hatte ich schon vor der Ehe, sg...

ANTWORT: Hierzu kann ich Ihnen folgendes sagen: Bei Scheidung wird der Zugewinn gem. § 1372 BGB nach den §§ 1373–1390 BGB ausgeglichen. Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermöge ...weiter lesen

Verkauf des gemeinsamen Hauses hinter dem Rücken des Noch-Ehemannes | Stand: 12.12.2014

FRAGE: Ich bin sein 07.02.1998 verheiratet. Im April 1998 haben wir ein Haus gekauft das im Erbbaurecht stand. 2013 haben wir das Grundstück dazugekauft. Nur der Haken daran ist das ich nicht im Grundbuc...

ANTWORT: Bei der nachstehenden Antwort gehe ich davon aus, dass das Haus das wesentliche Vermögen Ihrer Ehefrau ist. Sie müssen nun sehr schnell reagieren, bevor der Eigentümerwechsel im Grundbuc ...weiter lesen

Zugewinn von Eheleuten wirkt sich auf Erbmasse aus | Stand: 12.08.2014

FRAGE: Zwei Eheleute leben im Rechtsstand der Zugewinngemeinschaft und haben mehrere Immobilien und Eigentumswohnungen während der Ehe erworben. Bei einigen Immobilien steht nur die Frau im Grundbuch (Gründ...

ANTWORT: Auch bei Zugewinngemeinschaft sind und bleiben die Vermögensmassen der Eheleute getrennt.Vermögen und Schulden des Ehemannes sind und bleiben seins, Vermögen und Schulden der Ehefrau sin ...weiter lesen

Exfrau meldet sich wegen Rückzahlung von Darlehen | Stand: 03.07.2014

FRAGE: Bei meiner Scheidung im Juli 2012 wurde die Folgesache Güterrecht abgetrennt und mithin der Zugewinn nicht durchgeführt.Trennungszeit ab 1.8.2008, Stichtag des Endvermögens 28.7.2010.Jetz...

ANTWORT: Ihrer Darstellung zufolge wurde das Darlehen von der Ehefrau im Jahre 2002 aufgenommen. Im Jahre 2008 erfolgte die Trennung zum 01.08. Zustellung des Scheidungsantrages und damit Stichtag für di ...weiter lesen

Anwaltsabrechnung könnte nicht richtig sein | Stand: 09.05.2014

FRAGE: Nach meiner Scheidung im Januar 2013 bestanden weitere Unstimmigkeiten mit meiner Ex-Ehefrau über die Höhe des Zugewinnausgleichs, so dass ich im Januar 2014 einen Rechtsanwalt, der mich bereit...

ANTWORT: Vorab möchte ich Ihnen das Gebührensystem in Familiensachen kurz darstellen. Hieraus können Sie dann ersehen, wie die Angelegenheit „Zugewinn“ zu bewerten ist. In Familiensache ...weiter lesen

Unterhaltshöhe für Frau | Stand: 09.02.2014

FRAGE: Ich, Rentner (65) bin sein 1998 mit meiner Frau(54) verheiratet.Meine Rente + Betriebliche AV beträgt ca. 4100.-€Meine Frau ist seit 2009 arbeitslos - bekommt keinerlei fin. Unterstützun...

ANTWORT: In ihrem Fall gibt es drei Aspekte zu beachten1. eheliche Wohnung2. Unterhalt3. ZugewinnausgleichZur Ehewohnung. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Eheleute sich verständigen. Entweder Kündigung ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Familienrecht
Interessante Beiträge zu Zugewinn

Wie bei einer Scheidung der Zugewinn berechnet wird
| Stand: 30.11.2015

Kommt es im gesetzlichen Güterstand, wenn die Eheleute also keinen Ehevertrag beim Notar geschlossen haben, zur Auflösung der Ehe durch Ehescheidung, ist auf Aufforderung eines Ehegatten der Zugewinnausgleich durchzuführen ...weiter lesen

Der privilegierte Erwerb im Familienrecht
| Stand: 27.05.2015

Der so genannte privilegierte Erwerb ist in § 1374 II BGB geregelt. Demnach ist Vermögen, welches ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, ...weiter lesen

Pkw: Hausrat oder Zugewinn
| Stand: 02.12.2013

Anlässlich einer Trennung bzw. Scheidung besteht für jeden der Ehegatten das Recht, einen Zugewinnausgleich zu verlangen. Ebenfalls ist der Hausrat zwischen den Ehegatten aufzuteilen. Häufig streiten sich die ...weiter lesen

Scheidung und Steuern
| Stand: 12.04.2013

Ein Scheidungsverfahren stellt eine außergewöhnliche Belastung dar. Dies gilt nicht nur in tatsächlicher Hinsicht, sondern, was dem Finanzminister wenig behagen dürfte, auch in steuerlicher Hinsicht. ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.693 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 04.07.2018
Ich hatte eine E-Mail Beratung gebucht für Mietrecht und habe dann Kontakt mit der Rechtsanwältin Alexandra Pritzsche gehabt.sie ist sehr kompetent nimmt sich auch viel Zeit und hat auf jede Frage die richtige passende Antwort gehabt ich kann die Rechtsanwältin nur weiter empfehlen ein großes Lob und vielen Dank noch.

   | Stand: 29.06.2018
Frau Kuner hat mich kompetent , sehr freundlich und zuvorkommend beraten. Vielen Dank Frau Kuner!

   | Stand: 28.06.2018
Ich war sehr zufrieden mit der Beratung von Herrn RA Hoffmann, der mir, in einem für mich komplexen Fall, weitergeholfen hat. Ich werde mich wieder an ihn wenden. Herzlichen Dank

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Familienrecht | Erbrecht | Familienrecht | Sozialrecht | Anfangsvermögen | eheliches Güterrecht | gemeinsames Bankkonto | Gemeinschaftskonto | Güteraufteilung | Gütergemeinschaft | Güterrecht | Güterstand | Güterteilung | Gütertrennung | Vermögensaufteilung | Vermögensauseinandersetzung | Zugewinnausgleich | Zugewinnausgleichsansprüche | Zugewinnberechnung | Zugewinngemeinschaft | ehebedingte Zuwendung | Einmalzahlung Familienrecht

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen