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Grunderberbssteuer bei Kauf von Grundstück von Bruder?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 20.03.2012

Frage:

Mein Bruder und ich erbten 2005 ein Baugrundstück von 840qm, derzeitiger Wert ca. 80.000 €. Mein Bruder lebt inzwischen im Pflegeheim und hat einen gesetzlichen Betreuer. Der Betreuer möchte, dass ich meinem Bruder seinen Anteil abkaufe, weil das Geld fürs Pflegeheim benötigt wird. Ich bin auch bereit dazu, hätte aber gern vorher gewusst, ob und wie viel Grunderwerbssteuer ich beim Kauf seiner Hälfte bezahlen muss. Kämen weitere Kosten auf mich zu? Auch überlege ich, ob ich diese Hälfte nicht gleich meinem Sohn (30 Jahre) überschreiben sollte. Müsste er dazu persönlich vor dem Notar erscheinen?

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Antwort:

Bestimmte Verkaufsvorgänge unterliegen nach dem Grunderwerbssteuergesetz nicht dieser Steuer.

So sind nach § 3 Ziff. 3 GrEStG von der Besteuerung ausgenommen der Erwerb eines zum Nachlass gehörigen Grundstückes durch Miterben zur Teilung des Nachlasses.

Der Fall ist bei ihnen gegeben, da das Grundstück zum Nachlass gehört, der nun aufgeteilt werden soll und Sie als Miterbe das Grundstück erwerben. Grunderwerbsteuer fällt also nicht an.

Von der Grundsteuer weiter ausgenommen ist der Erwerb eines Grundstückes durch Personen, die mit dem Veräußerer in gerader Linie verwandt sind (§ 3 Ziff. 6 GrEStG). Diese Situation ist gegeben, wenn Sie das Grundstück dann an Ihren Sohn weitergeben. Auch hier fällt Grunderwerbsteuer also nicht an.

Ob und inwieweit die zwei Erwerbsvorgänge in einer notariellen Beurkundung zusammengefasst werden können, klären sie bitte mit dem Notar ab. Machen Sie dabei bitte deutlich, dass der Vorgang so abzufassen ist, dass Grunderwerbsteuer nicht anfällt. Eine entsprechende Gestaltung bietet den Vorteil, dass nur einmal Kosten für die Änderung des Grundbuches anfallen und ggfs. auch die Notarkosten etwas günstiger werden.

Selbstverständlich müssen einer Eigentumsübertragung bei Grundstücken alle Beteiligten zustimmen. Ist es Ihrem Sohn nicht möglich zu einem gemeinsamen Notartermin persönlich zu erscheinen, kann er seine Zustimmung zum Erwerb des Grundstückes auch vor einem auswärtigen Notar durch Genehmigung einer Vertretung in dem gemeinsamen Notartermin erklären. Hierfür fallen aber möglicherweise separate Kosten an.

Bitte klären Sie die Details mit dem beauftragten Notar ab.



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