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Nebenjob der Frau - Steuerklasse wechseln?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 10.06.2012

Frage:

Meine Frau und ich werden zusammenveranlagt in Steuerklasse 3 (verheiratet, 1 Kind).

Meine Frau hat einen 400 € - Job mit einem Stundenlohn von 5,13 €.

Muss ich das beim Finanzamt angeben und wenn ja, besser die Steuerklasse
wechseln ?

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Antwort:

Die Grundtabelle, also der Grundtarif, wird angewendet bei ledigen Steuerpflichtigen, verwitweten Steuerpflichtigen, wenn nicht ausnahmsweise der Splittingtarif zur Anwendung gelangt (§ 32a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG), geschiedenen Steuerpflichtigen, wenn nicht ausnahmsweise der Splittingtarif anzuwenden ist, Ehegatten, die getrennt veranlagt werden (§ 26a EStG), Ehegatten, die die besondere Veranlagung wählen, es sei denn, der Ehegatte war zu Beginn des Veranlagungszeitraumes verwitwet und ausnahmsweise nach dem Splittingtarif zu besteuern (§ 26c Abs. 2 EStG).

Die Splittingtabelle wird angewendet bei Ehegatten, die zusammen veranlagt werden (§ 32a Abs. 5 EStG), verwitweten Steuerpflichtigen für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist, wenn der Steuerpflichtige und sein verstorbener Ehegatte im Zeitpunkt des Todes unbeschränkt steuerpflichtig waren und nicht dauernd getrennt gelebt haben (§ 32a Abs. 6 Nr. 1 EStG), geschiedenen Steuerpflichtigen, wenn die Geschiedenen im Zeitpunkt der Scheidung die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllten und wenn der bisherige Ehegatte im selben Jahr wieder verheiratet ist und mit seinem neuen Partner die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllt (§ 32a Abs. 6 Nr. 2 EStG).

Hieraus folgt, dass Sie nach dem Splittingtarif besteuert werden.

Der Besteuerung unterliegen alle Einkünfte des Stpfl, § 2 Abs. 1 EStG, die während seiner unbeschränkten Einkommensteuerpflicht oder als Inlandseinkünfte während seiner beschränkten Einkommensteuerpflicht erzielt werden, und einer der sieben Einkunftsarten zuzuordnen sind:

1.
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft26 (§§ 13 ff. EStG)
2.
Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§§ 15 ff. EStG)
3.
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG)
4.
Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§§ 19 f. EStG)
5.
Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
6.
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
7.
sonstige Einkünfte27 (§§ 22 f. EStG)

Zuflüsse oder Geldleistungen, die sich in keine dieser Einkunftsarten einreihen lassen, werden nicht besteuert, z.B. wegen Progressionsvorbehaltes.

Bei beiden Einkünften handelt es somit um Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit.

Die Lohnsteuer ist keine eigene Steuerart, sondern eine zum Einkommenszufluss zeitnahe Erhebungsform der ESt. Betroffen sind nur Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, bei denen mit Zufluss des Lohns der Steuerabzug getätigt wird. Steuerschuldner ist der Arbeitnehmer, für dessen Rechnung der Arbeitgeber (oder Dienstherr) die Lohnabzugsbeträge einbehält und abführt. Der Arbeitgeber haftet gem. § 42d EStG in beschränktem Umfang als Gesamtschuldner mit dem Arbeitnehmer, so z.B. für die von ihm einzubehaltende und abzuführende Lohnsteuer.

Die Ermittlung der Lohnsteuer erfolgt typisierend durch Anwendung von Lohnsteuerklassen, Ausstellung der Lohnsteuerkarten und Anwendung von Lohnsteuertabellen (die amtlichen Tabellen laufen aus) sowie der Feststellung von Freibeträgen. Kommt es für das betroffene Jahr zu einer Veranlagung zur ESt, werden die einbehaltenen Steuerabzugsbeträge angerechnet, genauso wie ESt-Vorauszahlungen beim Selbstständigen und einbehaltene Kapitalertragsteuer.
Die Veranlagungswahl ist nicht von der Steuerklassenwahl abhängig.

Es ist aber weiter zu beachten, dass durch die Steuerklassenwahl bereits eine pauschalierte Einkommensteuererklärung vorweggenommen wird, der Arbeitgeber also die Steuer einbehält, die voraussichtlich ohnehin anfallen wird.
Bei der Steuerklassenwahl 3/5 führt das dazu, dass der Hauptverdiener ein wesentlich höheres Netto im laufenden Monat erhält, wenn der andere Verdiener deutlich geringer verdient. Dafür könnten dort die Steuerabzüge im Vergleich deutlich höher sein.

Beim Minijob ist noch die Besonderheit zu beachten, dass hier pauschalierte Steuern einbehalten und vom Arbeitgeber abgeführt werden. Es gilt grundsätzlich eine einheitliche Pauschsteuer, von 2 % die die Annexsteuern mit abgilt, also eine Abgeltungssteuer.
Voraussetzungen:
Das Monatsentgelt beträgt nicht mehr als 400 €,
geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 oder § 8a SGB IV und
sozialrechtliche Beitragspflicht nach § 168 Abs. 1 b oder § 172 Abs. 3a oder 3b SGB VI
Fehlt es an der Beitragspflicht des Arbeitgebers nach vorgenannten Sozialvorschriften beträgt die Pauschsteuer zur Abgeltung der LSt 20 %.

Zeitgrenze und Stundenlohngrenze sind entfallen.

Aktuell sind Minijobs geringfügige Beschäftigungen, bei denen die monatliche Verdienstgrenze bis zu 400 € beträgt. Die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse sind für Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei. Auch Arbeitslose können einen Minijob ausüben. Ob und in welchem Umfang das Nebeneinkommen auf das Arbeitslosengeld anzurechnen ist, entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit. Wichtig ist, dass jede Art von Nebenbeschäftigung der Agentur für Arbeit gemeldet wird.

Hieraus folgt nun, dass alle Einkünfte beim Finanzamt anzugeben sind, hierbei werden auch die bereits pauschal abgegoltenen und die einbehaltenen Steuern mit angegeben.

Eine Änderung der Steuerklassen ist wegen eines Minijobs nicht sinnvoll.



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