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Erbe - besteht ein Anspruch auf einen Pflichtteil?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Alexander John
Stand: 18.05.2012

Frage:

Mir liegt ein Schreiben des Amtsgericht vor, dass meine Tante beantragt, auf Grund des anliegenden Testaments ihr einen Erbschein zu erteilen, der sie als Alleinerbin ausweist. Testament: Gemeinschaftliches Testament, dass die Ehefrau als Alleinerbin einsetzt.

Der Verstorbene ist der Bruder meiner verstorbenen Mutter, die seinerzeit notariell beglaubigt auf ihr elterliches Erbe, Haus und Grundstück, zu Gunsten
ihres Bruders unstrittig verzichtet hatte. Mein verstorbener Onkel hat keine weiteren leiblichen Verwandten. Die Ehefrau hat Geschwister und Nichten.

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Antwort:

In Ihrem Fall muss ich Ihnen leider sagen, dass Ihnen kein Pflichtteilsanspruch hinsichtlich des Nachlasses Ihres Onkels zusteht. Das Gesetz schreibt klar vor, dass nach § 2303 BGB nur Abkömmlinge (Kinder), Ehegatten und Eltern des Verstorbenen pflichtteilsberechtigt sind, nicht aber Geschwister oder deren Kinder. (vgl. Palandt, Kommentierung zum BGB, § 2303 Rnr.8).
Wenn sich Ihre Frage darauf bezieht, ob Ihrer Mutter hinsichtlich des Nachlasses ihrer Eltern noch ein Pflichtteilsanspruch zustehen würde, der nun auf Sie übergegangen ist, so muss ich Ihnen sagen, dass zum Einem ein Erbverzicht im Normalfall auch als Pflichtteilsverzicht ausgelegt wird. Zum Anderen ist zu befürchten, dass ein etwaiger Anspruch Ihrer Mutter nach § 2332 BGB verjährt wäre (3 Jahre nach dem Erbfall).



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