Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Stornokosten Hotelbuchung - zurückfordern oder mindern


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 14.04.2012

Frage:

Ich habe 2011 in einem Frankfurter Hotel einen längeren Zeitraum jeweils von Montag bis Freitag reserviert. Dafür hat mir das Hotel zwei Reservierungsbestätigungen zur Unterschrift geschickt, die ich auch unterschrieben habe: einmal für normale Zeiten mit einer Stornomöglichkeit von 3 Tagen vor Anreise und einmal für Messezeiten mit einer Stornomöglichkeit von 30 Tagen vor Anreise, was ich leider auch übersehen hatte. Nun musste ich von den weiteren Reserviereungen zurücktreten, woraufhin mir das Hotel Stornokosten für 2 Messewochen per Kreditkarte belastet hat. Faktisch hätte ich während reservierten Zeit die Reservierung nie ohne Stornokosten stornieren können, was ich - wie gesagt - nicht bemerkt hatte.

Nun zu meiner Frage: kann ich die Stornokosten zurückfordern oder mindern, da 1. das in der Reservierung enthaltene Frühstück nicht abgezogen wurde und 2. in dem zweiten Messezeitraum das Hotel ausgebucht war, wie ich bei einer versuchten Reservierung feststellen konnte.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Zur Anwendung kommt hier das Mietrecht des BGB, mithin die §§ 535 ff BGB. Unabhängig von Zeitpunkt oder Gründen der Abbestellung besteht kein Recht auf Stornierung einer Buchung. Sog. Stornokosten oder Stornogebühren, jeweils gestaffelt nach Prozentpunkten, die sich erhöhen, je näher der gebuchte Zeitpunkt bevor steht, gibt es lediglich im Reiserecht in § 651 i Abs. 3 BGB. Das bestellte und vom Vermieter bereitgehaltene Hotelzimmer ist entsprechend § 535 Satz 2 BGB zu bezahlen. Dies gilt selbst dann, wenn das gemietete Zimmer aus in der Sphäre des Gastes liegenden Gründen nicht in Anspruch genommen wird. Etwas anderes gilt dann, wenn Stornogebühren vereinbart oder in AGB vorgesehen sind. Die vom Gast trotz Nichtinanspruchnahme zu entrichtende Zahlung wird oftmals unter der Bezeichnung Stornogebühr geführt. Ist durch Vertrag oder Allgemeine Geschäftsbedingungen nichts anderes bestimmt, so handelt es sich bei der Stornogebühr nicht um eine Sanktion für die Abbestellung der Mietsache. Die Stornogebühr beziffert vielmehr die vertraglich geschuldete Gegenleistung (vereinbarter Preis) abzüglich der ersparten Aufwendungen. Hier existiert eine vergleichbare Regelung im Reiserecht, sofern keine prozentuale Staffelung vereinbart ist. § 651 i Abs. 2 BGB regelt dies wie folgt: Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann. Allerdings ist das Reiserecht bei Anmietungen von Hotelzimmern nicht, auch nicht analog, anwendbar.

Nicht angefallene Betriebskosten (etwa für Zurverfügungstellung von Bettwäsche etc.) hat sich der Vermieter dennoch anspruchsmindernd anrechnen zu lassen. Hierzu gehört auch das im Hotelpreis enthaltene und bei Nichtinanspruchnahme ersparte Frühstück. Die Höhe dieser anzurechnenden Einsparungen richtet sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Ebenso sind Beträge abzuziehen, die der Veranstalter hätte anderweit (z. B. durch erneute Vermietung) erzielen können. Beweispflichtig sind insoweit Sie. Dieser Beweis ist in der Praxis jedoch nur schwer zu erbringen. Was die ersparten Aufwendungen betrifft, sind die in Abzug gebrachten 10 % nicht zu beanstanden. In der Reservierungsbestätigung vom 11.12.2011 (Res.-Nr. 201100908) ist insoweit eine Stornogebühr von 90 % vereinbart. Allerdings dürfte in diesen 10 % nicht der Betrag einer evtl. Neuvermietung enthalten sein. Sofern es Ihnen gelingt nachzuweisen, dass Ihr reserviertes Zimmer zu den entsprechenden Tagen anderweitig zu denselben Konditionen vermietet war, hat sich der Vermieter bzw. Hotelbesitzer dies anrechnen zu lassen. Anderenfalls werden Sie den geltend gemachten Betrag letztlich zahlen müssen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Abrechnung nach Kostenvoranschlag

Vorgehen gegen Netzanbieter bei Störungen von Telefon- und Internetverbindung | Stand: 26.09.2015

FRAGE: Es geht um einen Telefon-und Internet Vertrag mit einem Netzanbieter (über Funk, wohnen auf dem Land).Die Telefonleitung ist mehrmals am Tag, und das jeden Tag, gestört wegen einer "Überlastungssituation"...

ANTWORT: Der Widerruf der Einzugsermächtigung ist jederzeit möglich und zulässig. Beim besagten Anbieter gibt es dafür sogar ein eigenes Formular *1). Beachten Sie dabei aber, dass dadurch di ...weiter lesen

Krankenversicherung erstattet Kosten nicht | Stand: 31.07.2012

FRAGE: Ich bin seit ca. 20 Jahren privat bei der DKV versichert, ohne Wahlleistung Chefarzt-Betreuung. Bei einer Notaufnahme mit anschließendem Krankenhausaufenthalt im März diesen Jahres habe ic...

ANTWORT: 1. Persönliche Leistungserbringung durch den ChefarztGrundsätzlich ist der Chefarzt nicht verpflichtet, sämtliche Leistungen persönlich zu erbringen, um diese als Chefarztleistunge ...weiter lesen

Wann endet die Abrechnungsfrist für Nebenkosten? | Stand: 10.11.2010

FRAGE: Ich bin am 01.07.2009 in meine neue Mietwohnung eingezogen und habe bis heute von meinem Vermieter keine Betriebskostenabrechnung bekommen. Laut Aussage meiner Nachbarn (haben mit Vermieter schon telefoniert...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,der Vermieter ist nur berechtigt bis zum Ablauf des 31.12.2010 (bei Ihnen eingehend) die Nebenkosten für das Jahr 2009 abzurechnen und eventuelle Nachzahlungen einzuforder ...weiter lesen

Pflicht des Reisenden zur Zahlung von Stornogebühren | Stand: 14.06.2010

FRAGE: Ich hatte 2 Hotelzimmer in Dresden per Mail gebucht. Am Tag der Anreise hatte ich mich dann auch telefonisch bei dem Hotel-Betreiber gemeldet, dass wir erst gegen 19 Uhr ankommen werden. Bis hierhin alle...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Nach Ihrer Schilderung haben Sie verbindlich zwei Hotelzimmer gebucht und waren deshalb an diese Buchung gebunden mit der Folge, dass Sie bei Nichtinanspruchnahme die geltend gemachte ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht
Interessante Beiträge zu Abrechnung nach Kostenvoranschlag

VW Abgasskandal: Welche Ansprüche haben die Anleger?
| Stand: 23.11.2015

Rechtsanwälte müssen sich seit September 2015 mit Anfragen beschäftigen, welche Ansprüche Anleger wegen des Abgas-Skandals bei der Volkswagen AG und den damit einhergehenden massiven Buchverlusten mit ...weiter lesen

Verschiebung Flugzeiten bei Pauschalreisen
| Stand: 27.07.2015

In den Vertragsklauseln der Reiseveranstalter finden sich häufig Formulierungen wie „unverbindliche Flugzeiten“ oder „voraussichtlicher Abflug“. Dies führt in der Praxis regelmäßig ...weiter lesen

Auslandseinsatz eines Soldaten ist kein Reiserücktrittsgrund
| Stand: 20.11.2013

Wird ein Berufssoldat zu einem Auslandseinsatz abkommandiert, so kann er Stornokosten einer zuvor gebuchten Reise nicht bei der Reiserücktrittsversicherung geltend machen – selbst dann nicht, wenn sie die Einberufung ...weiter lesen

Kein Schadenersatz bei fehlerhafter Reisebuchung per Telefon
| Stand: 07.08.2013

Entstehen Fehler bei der telefonischen Buchung eines Fluges, kann nicht das Reisebüro dafür verantwortlich gemacht werden. So hat das Amtsgericht München entschieden, als eine Reisende versehentlich Flugtickets ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.295 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.11.2017
Vielen, vielen Dank für ihre Hilfte, Herr Böckhaus.

   | Stand: 23.11.2017
Ich wurde gerade von einer sehr freundlichen Anwältin zum Thema Rückforderungsrecht / Verwaltungsrecht beraten. Meine Fragen wurden vollständig und präzise beantwortet. Vielen Dank

   | Stand: 23.11.2017
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Beantwortung meiner Fragen bezüglich Mietrecht. Kann es nur weiterempfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Steuerrecht | Zivilrecht | Pferderecht | Abrechnungen | Abrechnungseinheit | Abrechnungsfehler | Abrechnungsfrist | Abrechnungszeitraum | Anrechnungsbetrag | Berechnungsgrundlage | Fehler bei Buchung | Kostenvoranschlag | Offenlegung | Quittung | Skonto | Skontoabzug | Skontozahlung | Stornofristen | Stornokosten | überhöhte Rechnung | Wertanpassung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen