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Anspruch auf nachehelichen Unterhalt


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 11.01.2012

Frage:

Ich bin sein Oktober 2011 geschieden. Die Ehe dauerte 3 Jahre. Ich und mein Exmann haben uns abgesprochen, dass er mir noch 2 Jahre 200 € mon. als Nacheheliches Unterhalt zahlt. Diese Vereinbarung haben wir uns uns vereinbart, also ausergerichtlich. Er hat Oktober, November und Dezember 2011 bezahlt. Jetzt will ich nichts mehr zahlen. Meine Frage ist, ob ein Sinn hat ihn zu verklagen oder würde ich eh kein Anspruch mehr haben.

Wir haben gemeinsames Kind, der 4,5 J. alt ist. Für ihn zahlt er nach Düss. Tab. 280,- seit Januar
Ich bin teilzeit berufstätig + Minijob. Mein Nettoeinkommen ist 1100,-, Kinterunterhalt 280,-, Kindergeld 184,-.

Er verdient 1950,- netto, dazu 200,- aus seiner Nebenberuflichen Tätigkeit.

Meine Frage ist: Hätte ich noch einige Zeit Anspruch auf nacheh. Unterhalt und wieviel wäre es monatlich?
Wie hoch sind cca. die Gerichts+ Anwaltskosten für diese Klage und Verfahren?

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Antwort:

Frage 1.: Hätte ich noch einige Zeit Anspruch auf nacheh. Unterhalt und wie viel wäre es monatlich?

Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ergibt sich in Ihrem Fall aus § 1570 BGB. Dieser kann ggf. vom Gericht gem. dem neu geschaffenen § 1578 b BGB zeitlich und der Höhe nach begrenzt werden. Gemäß § 1570 Abs. 1 BGB kann ein geschiedener Ehegatte von dem anderen wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes für mindestens 3 Jahre nach der Geburt Unterhalt verlangen. Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Dabei sind die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen. Nach § 1570 Abs. 2 BGB verlängert sich die Dauer des Unterhaltsanspruchs über die Dreijahresfrist hinaus, wenn dies unter Berücksichtigung der Gestaltung von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit in der Ehe sowie der Dauer der Ehe der Billigkeit entspricht. Ein Anspruch dem Grunde nach dürfte in Ihrem Fall deshalb vorliegen. Die Höhe richtet sich nach der Differenz der beiderseitigen bereinigten Nettoeinkommen, wobei der Kindesunterhalt beim Kindesvater entsprechend zu berücksichtigen ist. Nach Abzug von 5 % berufsbedingter Aufwendungen sowie dem Kindesunterhalt beträgt das bereinigte Nettoeinkommen Ihres Mannes 1.762,00, das Ihrige 1.045,00. An nachehelichem Unterhalt steht Ihnen 3/7 aus der Differenz von 717,00 zu. Damit beträgt Ihr nachehelicher Unterhaltsanspruch 307,00.

Frage 2.: Wie hoch sind ca. die Gerichts+ Anwaltskosten für diese Klage und Verfahren?

Die Verfahrenskosten richten sich ebenso wie die Anwaltskosten nach dem Gegenstandswert. Dieser wird vom Gericht am Ende des Verfahrens festgelegt und beträgt in der Regel den Jahresbetrag des zugesprochenen Unterhalts. In Ihrem Fall könnte der Gegenstandwert max. 3.684,00 betragen. An Gerichtskosten würden damit 315,00, an Anwaltskosten etwa 950,00. Allerdings sollte zunächst versucht werden, eine außergerichtliche Regelung herbeizuführen. Sofern ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihres Anspruchs behilflich sein kann, stehe ich gerne zur Verfügung.



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