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23.07.2011

Zeitschriftenabo mit Einwurfeinschreiben kündigen

Mein Mann hat Probeabos im Internet bestellt und nicht rechtzeitig abgemeldet bzw. gekündigt. Laufzeit jeweils 1 Jahr. Für 1 Quartal wurden bereits ca. 1500 EUR abgezogen. Mein Mann ist aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage hier adäquat zu handeln, den Überblick darüber zu behalten.
Noch ist durch uns keine schriftliche Kündigung geschehen.

Ein Anruf beim xxx-Verlag ergab, man werde ab jetzt nichts mehr abbuchen aus Kulanzgründen und meinen Mann sperren. Das könne/dürfe man aber nicht schriftlich bestätigen.

Er brauche nicht kündigen, sie habe ihn herausgenommen. Was ist hiervon zu halten?
Welches Motiv kann der Verlag haben, keine schriftliche Kündigung zu wollen und weiterhin Abbuchungen zu tätigen?

Wie wahrscheinlich ist es, für alle bestellten Informationen für ein ganzes Jahr zahlen zu müssen (über 6000 EUR)?

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Antwort Rechtsanwalt Uwe Peters
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Frage 1.: Er brauche nicht kündigen, sie habe ihn herausgenommen. Was ist hiervon zu halten?

Es ist Vorsicht geboten, da telefonische Zusagen nicht beweisbar sind und deshalb häufig auch nicht eingehalten werden. Die von Ihnen genannten Firmen gehören nach hiesiger Kenntnis in das Spektrum der unseriösen Anbieter. Die angebotenen Leistungen stehen in deutlichem Missverhältnis zu dem vom Kunden gezahlten Preis. Die erworbenen Produkte sind nicht nur überteuert, sondern zumeist nutzlos. Ich empfehle deshalb, die Vertragsverhältnisse gegenüber dem xxx-Verlag, Verlag für die xxx und xxx-Verlag schriftlich per Einwurfeinschreiben zu kündigen. Entsprechende Kopien sollten Sie sorgfältig in Ihren Unterlagen aufheben.

Frage 2.: Welches Motiv kann der Verlag haben, keine schriftliche Kündigung zu wollen und weiterhin Abbuchungen zu tätigen?

Solange ein Vertragspartner ein bestehendes Vertragsverhältnis nicht (nachweisbar!) gekündigt hat, läuft es weiter mit den Folgen der fortbestehenden Zahlungspflicht. Häufig haben diese Verträge längere Laufzeiten und vor allem Verlängerungsklauseln, d. h., sie verlängern sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, sofern sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Genau darin liegt das Motiv dieser fragwürdigen Anbieter. Es ist deshalb wichtig, dem weiteren Zahlungsbegehren ein Ende zu setzen, was nur durch Kündigung und Rückbuchung der abgebuchten Beträge möglich ist.

Frage 3.: Wie wahrscheinlich ist es, für alle bestellten Informationen für ein ganzes Jahr zahlen zu müssen (über 6000 EUR)?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, weil nicht klar ist, welche vertraglichen Verpflichtungen Sie im Internet, postalisch oder gar telefonisch eingegangen sind. Sicher ist, dass die Firmen weiterhin, ob berechtigt oder unberechtigt, von Ihrem Konto abbuchen werden. Deshalb die Empfehlung, ihre Kontobewegungen künftig genau zu beobachten und sämtliche Abbuchungen zurückgehen zu lassen. Dies erreichen Sie durch eine einfache Mitteilung an Ihre Bank. Sie müssen die Rückbuchungen nicht gegenüber Ihrer Bank begründen. Es ist nur auf die sechswöchige Frist zu achten. Lassen Sie Abbuchungen nicht innerhalb der Frist zurückbuchen, ist das Geld verloren. Die Rückbuchungen erfolgen für Sie kostenfrei. Empfehlenswert wäre sicherlich, für die Vertragsbeendigungen anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da der Zugang von Kündigungsschreiben dann nicht so einfach bestritten werden kann.

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