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Gesetzliche Erbfolge bei Patchwork Familie


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Helmling
Stand: 24.06.2011

Frage:

Patchwork Familie alle Kinder waren bei der Eheschliesung der Eltern Volljährig. Es wurde auch keiner adoptiert. Der Ehemann meiner Mutter ist vor zwei Jahren verstorben hinterlässt zwei Söhne jetzt möchten sie ihr Erbe haben. Es wurde kein Testament gemacht. Meine Mutter lebte mit ihrem Mann in einer Zugewinngemeinschaft brachte aber Vermögen mit in die Ehe (100000) DM.
Vermögen der Eheleute im Todesmonat des Mannes 82000.-Euro. Da die Ehe 1988 geschlossen wurde ist es etwas schwierig nachzuweisen das meine Mutter Vermögen eingebracht hat . Da wir uns eigentlich alle gut verstehen hat sich keiner damit auseinander gesetzt. Und nun die eigentliche Frage . Was bekommt meine Mutter und was bekommen meine ( nicht wirklichen Stiefbrüder) es war ja ihr Vater der gestorben ist.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Da der Ehemann Ihrer Mutter kein Testament oder andere Verfügung von Todes wegen
hinterlassen hat, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Danach erben Ihre Mutter den Nachlass zu ½ , § 1931, § 1371 BGB, die beiden Söhne des Verstorbenen zu je ¼ , § 1924 BGB.
Es besteht insoweit eine ungeteilte Erbengemeinschaft.

Schwieriger ist die Frage zu beantworten, welche Summe die Söhne von Ihrer Mutter als
Miterben verlangen können.

Sie geben an, dass das Vermögen beider Eheleute zum Todeszeitpunkt bei ca. € 82000 lag.
In den Nachlass fällt aber nur das Vermögen des Verstorbenen, nicht das Vermögen Ihrer
Mutter. Entgegen weit verbreiteter Auffassung bedeutet die Zugewinngemeinschaft nicht, dass mit der Eheschliessung alles gemeinsames Vermögen bzw. Eigentum der Ehegatten ist. Vielmehr bleiben die Vermögensmassen getrennt, dh das Vermögen, das Ihre Mutter mit in die Ehe gebracht hat, bleibt ihr Vermögen.

Als erstes wäre damit festzustellen, welcher Anteil aus dem beim Tod vorhandenen Vermögen Ihrer Mutter gehört bzw. ihr zuzuordnen ist, sofern das nach so langer Zeit überhaupt noch möglich ist.

Danach können die Summen von je ¼ bestimmt werden, die den Söhnen als gesetzliche Erben zustehen.

Sollte ein „Auseinanderdividieren“ schwierig sein, könnte Ihre Mutter argumentieren, dass das beim Tod noch vorhandene Barvermögen ganz oder im wesentlichen aus ihrem damals eingebrachten Vermögen stammt, dh nicht in den Nachlass fällt.
Die Banken haben mitunter selbst nach so langer Zeit noch Mikroverfilmungen von Bankunterlagen, nachfragen lohnt sich in jedem Fall.

Im übrigen ist der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen der Erben, § 2032 BGB, die ihn gemeinschaftlich verwalten, § 2038 BGB.

Dies ist bei Ihnen offensichtlich nicht geschehen, wenn sich die Söhne erst 2 Jahre nach dem Tod des Vaters melden und Erbansprüche geltend machen.

In jedem Fall können die Erben von Ihrer Mutter Auskunft über den Bestand des Nachlasses, dh das Vermögen des verstorbenen Vaters, zum Todeszeitpunkt verlangen.

Wichtig ist auch der Aspekt der Verjährung : Erbansprüche verjähren in der Jahren nach Kenntnis vom Erbfall, und zwar zum Jahresende.
Nach Ablauf dieser Zeitspanne könnte sich Ihre Mutter auf den Eintritt der Verjährung berufen und eine Zahlung verweigern.

Empfehlen würde ich Ihrer Mutter in jedem Fall, die Angelegenheit möglichst gütlich zu regeln. Bei auftretenden Streitigkeiten besteht die Möglichkeit , einen Mediator einzuschalten.
Nähere Informationen hierzu finden Sie in meiner homepage www.mediation-helmling.de



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