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Kann ein Gläubiger den Lohn pfänden lassen ?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 13.06.2011

Frage:

Ich bin Geschäfstführer einer GmbH, welche ich nur noch nebenbei betreibe, und arbeite hauptberuflich als Angestellter bei einer anderen Firma. Jetzt will ein Gläubiger der GmbH meinen Lohn bei meinem Arbeitgeber pfänden lassen. Ist das rechtlich möglich?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant  ,

Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstanden habe, dann will ein Gläubiger der GmbH direkt auf Sie als Geschäftsführer Zugriff nehmen. Dies ist grundsätzlich nicht möglich, da den Gläubigern der Gesellschaft lediglich das Vermögen der Gesellschaft haftet, § 13 Abs. 2 GmbHG. Eine sogenannte Durchgriffshaftung auf den Geschäftsführer ist nur für bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (aufgrund Haftungsbescheid), Verbindlichkeiten gegenüber den Sozialversicherungsträgern und dann möglich, wenn Sie als Geschäftsführer persönliche Sicherheiten geleistet haben, etwa dann, wenn eine Bürgschaft erklärt worden wäre.

Es stellt sich allerdings die Frage, warum der Gläubiger der Gesellschaft pfänden will. Kann die Gesellschaft die Forderung nicht tilgen oder ist diese Ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigt? Wenn die Gesellschaft diese Forderung nicht tilgen kann, wäre dringend zu prüfen, ob die Gesellschaft bereits zahlungsunfähig ist. Dies ist ein Insolvenzgrund und Sie als Geschäftsführer wären verpflichtet, umgehend Insolvenzantrag zu stellen.

Eine persönliche Haftung kann allerdings dann zustande kommen, wenn Ihnen als Geschäftsführer ein gegen Gesetze verstoßendes Verhalten vorgeworfen werden kann, wie etwa Insolvenzverschleppung, Betrug, Untreue und im Insolvenzfalle Gläubigerbegünstigungen.

Ist Ihnen als Geschäftsführer nichts vorzuwerfen, kommt auch eine Haftung von Ihnen als Person nicht in Betracht. Der Gläubiger muss als Vertragspartner die GmbH in Anspruch nehmen. Sollte dem Gläubiger allerdings bereits tatsächlich ein Titel zur Verfügung stehen, sollten Sie eine baldige Lösung hierfür finden und dringend die Frage einer möglichen Insolvenzantragsverpflichtung prüfen. Ab Kenntnis des Vorliegens des Grundes ist unverzüglich, spätestens nach 3 Wochen nach Entstehung des Grundes der Antrag beim örtlich zuständigen Insolvenzgericht zu stellen.



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