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Sachbeschädigung während eines Rauschzustandes mit nachfolgender Körperverletzung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 11.04.2011

Frage:

Ich habe mit 1,7 Promille einen Spiegel vom Auto einer fremden Person abgehauen, wurde gesehen und von 5 Personen verfolgt, während dem laufen flog ich hin, denke durch Einfluss von dritten weiß es aber nicht genau, ich schlug mir von beiden Schneidezähne 2 große Stücke ab, hose kaputt, blutige hände. Die Personen glaube ich schlugen mir gegen den Kopf, denke war 30 Sec bewusstlos. Sie packten mich an den Armen und brachten mich gegen meinen Willen zu einer Bank und wollten Geld von mir wegen dem Spiegel. Die Polizei sah dies und hielt uns an. Es gab noch 2 zeugen, die sahen wir ich gegen meinen Willen zur Bank gebracht wurde und sahen wie ich den Spiegel abschlug, sie drohten diesen vorher mit Gewalt um zu wissen wo ich bin.
Die beiden Zeugen berichteten mir dasich gar nicht mehr in der Lage war nachdem mich die Personen packten noch normales deutsch zu reden, sondern erzählte nur unwirres unverständliches vor mir her. Die Zeugen wurden nun zu einer Aussage eingeladen, ich selber habe noch keine Post, obwohl ich den Polizisten extra meine neue Adresse nannte, die zwar nicht auf dem Personalausweis stand aber auf die ich gemeldet bin.
Was sollen die Zeugen aussagen, was soll ich aussagen, was kommt auf mich zu ? Wer bezahlt die Zähne, die hose, meine Körperlichen verletztungen und die nötigungen die ich über mich ergehen lassen musste. Wie schon gesagt hatte ich 1,7 Promille und war nicht Herr meiner Selbst.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Für die Erlangung etwaigen Schadensersatzes bzw. Schmerzensgeld müssten Sie beweisen, dass die erlittenen Verletzungen und Sachschäden auf das Verhalten eines Dritten zurück zu führen sind. Ferner müssten Sie beweisen, wer konkret Ihnen dies angetan hat.

Im Zusammenhang mit der Zahnverletzung und der Hose sehe ich nach Ihrer Schilderung wenig Aussichten, von jemandem Kompensation zu erlangen. Sie teilen mit, dass Sie auf der Flucht gestürzt sind. Diese Flucht resultierte jedoch aus einer vorangegangenen Straftat Ihrer Person, so dass Sie diese niemandem anlasten können. Selbst wenn jemand Sie zu Fall gebracht hätte, was Sie wie gesagt konkret beweisen müssten, stellt sich insoweit die Frage, ob dies nicht gerechtfertigt gewesen ist, um sie gem. § 127 StPO vorläufig festzunehmen und Ihre Personalien zu ermitteln. Jedenfalls dürfte es wahrscheinlich schwerfallen, einen entsprechend Verantwortlichen zu ermitteln. Ohne diese Feststellung ist jedoch eine Schadensersatzklage zum Scheitern verurteilt. Ebenso verhält es sich bei der Hose.

Etwas anderes könnte bei etwaigen Verletzungen gelten, die Sie NACH dem Ergreifen erlitten haben. Allerdings trifft auch hier Sie die Beweislast dafür, dass Sie durch die entsprechende Behandlung Verletzungen erlitten haben. Auch dies kann wohl nur schwerlich erfolgen. Insgesamt sieht es aus v.g. Gründen also eher schlecht mit zivilrechtlichen Ansprüchen Ihrerseits aus.

Wenn die unabhängigen Zeugen keine Misshandlung Ihrer Person bestätigen können, sinken Ihre Aussichten auf nahezu Null.

Für die Nötigung, deren Beweis wahrscheinlich auch schwerfiele, ist ein Schmerzensgeld ohnehin nicht zu erwarten.

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens steht es Ihnen frei, Angaben zu machen. Als Beschuldigtem steht Ihnen generelles Aussageverweigerungsrecht zu. Gleichwohl bietet es sich hier wohl an, entsprechende Angaben zu machen, sich allerdings möglichst wage zu halten und aufgrund der Alkoholisierung ungenaue Erinnerung vorgeben. Ferner bietet es sich an, das Bedauern über den Spiegel zum Ausdruck zu bringen und um Mitteilung der Fahrzeughalterdaten zu bitten, damit Sie in die Schadenswiedergutmachung eintreten können. Dies ist regelmäßig ein gewichtiges Strafmilderungskriterium.

Die Alkoholisierung allein ist nicht ausreichend, Schuldunfähigkeit im strafrechtlichen Sinne zu begründen. Hier müssen regelmäßig Werte jenseits der 2 o/oo erreicht werden, um zumindest verminderte Schuldfähigkeit anzuprüfen, von der Annahme ganz zu schweigen.

Die Aussage der Zeugen sollte sich an der Wahrheit orientieren, um die Zeugen nicht der Gefahr der Strafvereitelung auszusetrzen.

Sollten Sie beabsichtigen, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen, was durchaus anzuraten ist, sollten Sie allerdings zunächst tatsächlich die Aussage verweigern und erst nach Akteneinsicht eine Einlassung abgeben.



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