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Lebensversicherung an Betrüger verkauft - ist das Geld weg ?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 03.03.2011

Frage:

Ich habe im Jahr 2008 eine Lebensversicherung verkauft an eine Unternehmensberatung . Der Betrag i.H.v. € 2629,26 sollte in jährlichen Raten von € 199,92, beginnend am 01.01.2009, gezahlt werden. Die Raten für 2009 und 2010 wurden gezahlt. Weitere Zahlungen habe ich nicht erhalten. 

Auf E-Mails wird nicht reagiert. Unter der Telefonnummer läuft ein Anrufbeantworter, auf dem man keine Nachricht hinterlassen kann. Mit Abschluß des Kaufvertrages habe ich eine Kopie einer Schuldanerkenntnisurkunde über € 2629,26 erhalten. Diese wurde ausgestellt von einem Notar.

Auf Nachfrage meinerseits dort teilte er mir mit, dass die Firma nicht mehr existiere, die Leute seien vermutlich Betrüger gewesen.

Was kann ich hier tun? Welche Kosten können für mich entstehen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

ich habe leider sehr schlechte Nachrichten für Sie.

Bei der Firma handelt es sich um ein äußerst unseriöses Unternehmen hinter dem letztlich der einschlägig vorbestrafte Karl Nachname soundso steht. Der von Ihnen genannte Firmensitz ist seit November 2010 aufgegeben. Eine neue Adresse in Deutschland ist nicht bekannt.

Neben Ihnen sind zahlreiche weitere Verkäufer von Lebensversicherungen betroffen; Schätzungen gehen von bis zu 5000 Geschädigten aus.

Theoretisch können Sie aus dem vorliegenden notariellen Schuldanerkenntnis unmittelbar vollstrecken. Dazu müssten Sie aber wissen, wo sich der Schuldner aufhält. Weiter müsste noch ausreichendes Vermögen möglichst in Deutschland vorhanden sein. Dieses ist, da es sich offensichtlich um einen groß angelegten Betrug handelt, sehr unwahrscheinlich.

Über die gesamte Angelegenheit der Firma ist in einer Sendung des WDR am 26.1.2011 eingehend berichtet worden. Das zugehörige Video ist auf den Internetseiten des WDR abrufbar. Zu Ihrer weiteren Information kann ich Ihnen die Ansicht des Videos empfehlen.

Der dort interviewte Kollege kommt es zu der Einschätzung: "Das Geld ist weg", der ich mich letztlich nur anschließen kann.

Als einzigen Ansatzpunkt sehe ich den Notar. Wenn Sie diesem beweisen können, dass er Kenntnis von dem kriminellen Vorgehen der Firma hatte oder haben musste, können Sie von ihm Schadensersatz verlangen. Dieser Beweis dürfte von Ihnen aber nur schwer zu führen sein, falls der Notar tatsächlich etwas wusste.

So bleibt nur die dringende Empfehlung einer schriftlichen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Mit den herkömmlichen Mitteln unseres Rechtstaates sehe ich derzeit keine Möglichkeiten den Betrag zurück zu erhalten.



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