Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Wirtschaftsberater missbraucht Bankvollmacht


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 19.01.2011

Frage:

Ein von uns mit der Betreuung einer Firmenübernahme beauftragter Wirtschaftsberater erhielt im Rahmen seines Beratungsauftrages Bankvollmacht über das Firmekonto des Unternehmens. Diese Vollmacht diente dazu, das er bei dem Kreditistitut in unserem Auftrag Überweisungen veranlassen konnte (Das Kreditinstitut befident sich an seinem Firmensitz. Das übernommene Unternehmen auch.). Am 07.01.2011 informierte er uns telefonisch, das er "versehentlich" einen Betrag von 500 Euro von diesem Konto abgehoben habe. Er habe aber seinen Irrtum bemerkt, und den Betrag sofort wieder eingezahlt. Am 12.01.2011 stellten wir fest, das weitere 3500 Euro durch ihn abgehoben wurden. Zur Rede gestellt, sagte er, dass seine Mitarbeiterin durch eine von ihm ausgestellt Blankovollmacht das Geld versehentlich abgehoben habe. Er habe die sofortige Einzahlung veranlasst. Bis heute ist der Betrag jedoch nicht gutgeschrieben, obwohl er jeden Tag mehrfach versichert, das das Geld eingezahlt sei. 

Wir haben die Absicht Strafanzeige zu erstatten. Welchen Straftatsbeständen hat er sich schuldig gemacht?
Zivilrechtlich gehen wir nicht gegen ihn vor, da wir zwischenzeitlich wissen, das er in Insolvenz ist. Er ist wie wir heute erfahren haben, nach langjähriger Haft wegen Betruges auf Bewährung auf freiem Fuß.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-15
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung spricht vieles dafür, dass sich der Wirtschaftsberater einer zumindest einer, wenn nicht gar zweier Taten der Untreue strafbar gemacht hat. Der Tatbestand ist dann erfüllt, wenn einer Person aus Gesetz oder Rechtsgeschäft eine Vermögensbetreuungspflicht über fremdes Vermögen eingeräumt wird und diese durch eigenmächtige und eigennützige Verfügungen missbraucht wird, was wiederum zu einem Vermögensschaden auf Seiten des Treugebers führt. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, ob der Vermögensschaden unverzüglich wieder ausgeglichen wird, da der Tatbestand mit der unberechtigten Entnahme erfüllt ist und die Wiederauffüllung des Kontos als Schadenswiedergutmachung lediglich im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen ist.

Selbst wenn man keine Untreue annehmen würde, was in Ihrem Fall jedoch nach Ihrer Schilderung eher auszuschließen ist, so verbleibt immer noch der (mildere) Tatbestand der Unterschlagung. In Ihrem Fall ist jedoch von zwei Untreuehandlungen auszugehen. Dies zumindest dann, wenn die Schuld des Wirtschaftsberaters beweisbar ist. Die Beschuldigung des Mitarbeiters erscheint jedoch eher eine Schutzbehauptung, als wirksame Verteidigungsstrategie.

Die Frage ist nun, wie Sie sinnvoll vorgehen können. Zwar könnten Sie unproblematisch Strafanzeige erstatten, die wohl auch zu einer Verurteilung und mithin u.U. auch zu einem Widerruf der bestehenden Bewährung führen dürfte. Allerdings ist Ihnen damit aus finanzieller Sicht nicht geholfen.

Zunächst sollten Sie dringend die Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsberater beenden, um weiteren Schaden von Ihrem Unternehmen abzuwenden. Ferner sollten Sie ihm eine kurze Frist zur endgültigen Schadenswiedergutmachung setzen und auf die strafrechtliche Relevanz seines Verhaltes hinweisen. Nach menschlichem Ermessen sollte es ihm daran gelegen sein, eine erneute Verurteilung zu vermeiden, um nicht erneut in den Strafvollzug zu müssen.

Zwar teilten Sie mit, von zivilrechtlichen Schritten absehen zu wollen. Gleichwohl könnte Ihnen eine Verurteilung in einem Zivilrechtsstreit nutzbar sein, wenn im Rahmen der Verurteilung das Beruhen des Anspruches aus unerlaubter Handlung festgestellt wird. Diese Feststellung verhindert den Untergang Ihrer Forderung für den Fall, dass der Wirtschaftsberater versuchen sollte, sich im Wege eines Insolvenzverfahrens seiner Schulden zu entledigen. Derlei festgestellte Forderungen sind insolvenzfest und unterliegen nicht der Restschuldbefreiung, können also auch nach Durchlauf eines entsprechenden Verfahrens weiter geltend gemacht werden.

Sollten Sie dennoch diesen Weg scheuen, so drängt sich die Erstattung einer Strafanzeige jedoch geradezu auf. Im Rahmen derselben, die Sie direkt bei der Staatsanwaltschaft oder jeder Polizeidienststelle erstatten können, sollten Sie Strafantrag bzgl. aller in Frage kommender Delikte stellen. Die Staatsanwaltschaft wird schlussendlich die rechtlich korrekte Einordnung der erfüllten Straftatbestände, angesichts der festgestellten Beweislage, treffen. Insoweit müssen Sie bei der Anzeige den entsprechenden Tatbestand noch nicht zwingend korrekt bezeichnen, wobei die Untreue hier geradezu offenkundig ist.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Unterschlagung

Anzeige gegen Bekannten wegen verschiedenen Straftaten? | Stand: 16.09.2011

FRAGE: Ich benoetige die Rechtsbegriffe, mit denen ich ggf. eine Person anzeigen kann. Fall wie folgt:Am vergangenen Wochenende busuchte ich einen Bekannten. Ein normaler Abend. Zu vorgerückter Stunde gin...

ANTWORT: Den von Ihn beschriebenen Sachverhalt sollten Sie umgehend zur Anzeige bringen. Dieser getrifft nicht mehr nur den Bereich der häuslichen Gewalt. Sollten an Ihrem Körper noch Spuren der Gewal ...weiter lesen

Verwaltungsbeirat und der Anspruch auf jährliche Pauschalzahlungen | Stand: 06.08.2009

FRAGE: Die zwei schon lange amtierenden Verwaltungsbeiratsmitglieder haben mich vor zwei Jahren, als ich zum Beiratsmiglied gewählt wurde, nicht über eine jährliche Pauschalzahlung der Verwaltun...

ANTWORT: Ich gehe zum einen davon aus, dass die Pauschale für den privaten Aufwand der Verwaltungsbeiratsmitglieder ist, und nicht in eine bestehende Kasse o.ä. für zum Beispiel Büromateria ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Strafrecht
Interessante Beiträge zu Unterschlagung

E-Mail mit Gutscheincode an falschen Empfänger - Einlösen nicht strafbar
| Stand: 27.06.2013

Wird ein E-Mail-Gutscheincode per E-Mail an die falsche Person gesendet und löst diese den Gutschein ein, stellt das keine Straftat dar und kann somit auch nicht geahndet werden. Das hat das Landgericht Gießen ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-15
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.126 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 19.09.2017
Freundlich und kompetent, gerne wieder

   | Stand: 19.09.2017
gut investierte 7 Minuten!

   | Stand: 16.09.2017
Bin mit der Beratung sehr zufrieden.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-15
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Strafrecht | Arzthaftungsrecht | Nachbarrecht | Strafrecht | Bestechung | Diebstahl | Entwendung | Erpressung | Gehaltsunterschlagung | Hehlerei | Korruption | Premiere | Veruntreuung | Zeche prellen | Fundunterschlagung | Untreue

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-15
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen