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Verkauf von Elektronik Geräten über das Internet


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 31.12.2010

Frage:

folgender Fall.: Habe als Neuling einen Receiver zum Verkauf angeboten und den Fehler begangen die Ware als neu zu deklarieren. Rechnungsdatum 06.12.2010. Habe aber im Text definitiv in großer Reklameschrift geschrieben das der Receiver schon ausgepackt und angeschlossen war. Die Ware wurde bezahlt und ich habe das Gerät verschickt. Das Paket wurde angeliefert und eine halbe Stunde später kam die Nachricht das der Käufer das Gerät reklamiert weil es kein neues Gerät ist und weil es keine deutsche Menüführung besitzt. Ich hätte das im Text nicht reingeschrieben. Normalerweise werden solche Texte nur als Auszug in dem Verkaufstext eingefügt und sind somit kein Vergleich zu einem Handbuch. Auch würde ein Kabel fehlen was definitiv gelogen war. Nach wenigen Telefonaten mit dem Käufer war mir klar, was hier gespielt wird. Es wird darauf hinauslaufen, daß der Käufer sein Geld zurück erhält und mir die Ware wieder zusenden muss. Ich bin mir absolut sicher das ich einen leeren Karton oder überhaupt nichts erhalte. Meine Frage: Kann ich das Gerät z.B. einem Anwalt schicken der das Paket in Empfang nimmt und mit mir gemeinsam es öffnet. Oder: Kann ich das Gerät selber abholen.
Nachteil ich wohne in XY der Käufer in Z . Da habe ich die Befürchtung er sagt zu und ist nicht da. Langt es wenn ich das Paket bei der Post öffne und den Postbeamten im Falle eines Betruges als Zeugen benenne. Ich möchte definitiv dem Käufer das Geld zurückgeben aber meine Ware wieder sicher bei mir haben. Der Wert des Gerätes beläuft sich auf 1150,-€ Mein 2. Problem, ich fahre morgen in den Urlaub und komme erst am Freitag wieder.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und beantworte Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt.

Grundsätzlich tendiere ich auch zu der Ansicht, dass der fehlende Hinweis auf die deutsche Menuführung eine verkehrswesentliche Eigenschaft betrifft und mithin, auch aus Kostengründen, die Rückabwicklung wohl die vernünftigste Problemlösung ist. Der Status neu bedeutet nur, dass die Sache noch nicht über einen Probelauf hinaus in Benutzung gewesen ist, zumal Sie die Verpackungsöffnung und den (einmaligen?) Anschluss in der Auktion mitteilten.

Selbstverständlich könnten Sie die Rückabwicklung über eine Anwaltskanzlei erledigen, wobei dies meiner Meinung nach unnötige Kosten produzieren würde. Auch die Selbstabholung halte ich, aus den von Ihnen genannten Gründen, für eher unpraktikabel.

Im Falle der Rücksendung eines leeren Kartons müssten Sie natürlich beweisen, dass der Receiver nicht in dem versandten Paket gewesen ist. Allerdings werden Sie für die Öffnung wahrscheinlich keinen Postmitarbeiter gewinnen können, da dieser hierzu nicht verpflichtet wäre und, je nach Arbeitsanfall, hierzu wohl auch keine Zeit wäre. Sie können natürlich trotzdem, wenn der Auslieferungsfahrer kommt, versuchen, diesen zum bleiben zu bewegen oder sich zumindest die Unversehrtheit des Paketes bei Anlieferung bestätigen lassen. Wenn das Paket bei der Post abzuholen wäre, sollte auch hier ein möglichst unabhängiger Zeuge mitgenommen werden, um auch in diesem Fall die Beweisbarkeit sicherzustellen.

Jedenfalls halte ich es für dringend anzuraten, das Paket unter Zeugen zu öffnen, damit ggf. der Inhalt zeugenschaftlich zu belegen wäre. In Verbindung mit der Bestätigung über die ordnungsgemäß verschlossene Zusendung kann dies als Beweis durchaus ausreichen. Hierbei verbleibt allerdings das Risiko, dass der Käufer wiederum mit (falschen) Zeugen nachweisen könnte, den Receiver tatsächlich eingepackt und versandt zu haben, verbunden mit der Behauptung, das Paket sei bei der Post geöffnet und inhaltlich verändert worden. Dann obläge es schlussendlich einer richterlichen Wertung, welchen Zeugen er mehr Glauben schenkt, wobei v.g. Schilderung tatsächlich als abenteuerlich zu bezeichnen wäre und insoweit Ihrer Schilderung, entsprechende Zeugen vorausgesetzt, mehr Glauben zu schenken wäre.

Absolute Sicherheit gibt es leider keinesfalls, außer im Falle einer Selbstabholung, bzw. der Abholung durch einen Vertreter. Vielleicht können Sie, Inkaufnahme der Kosten vorausgesetzt, eine Kanzlei in der Nähe des Wohnsitzes des Käufers dazu gewinnen, die Abholung auszuführen. Die Kosten dürften sich auf etwa 200 EUR belaufen.



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