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Beweispflicht für die Höhe der Raten eines Darlehensvertrages


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Thomas Nolting
Stand: 07.01.2011

Frage:

Hallo, habe einer guten Freundin ein Privatdarlehen von 7700€ gegeben zum Kauf eines Autos. Mit Darlehensvertrag: Monatliche Rückzahlung 80€./ Sie zahlte nur 40€ monatl. Das hab ich über 1 Jahr lang geduldet. Sie behauptet wir hätten mündlich 40€ vereinbart – ich behaupte das das nicht der Fall ist. Ich hab jetzt das Darlehen gekündigt (Dezember 2010). Seit dem zahlt sie 80€ (ab Januar 2011). Wie stehen meine Chancen vor Gericht?

Es steht ja dann Aussage gegen Aussage,- bekommt derjenige Recht, der vor Gericht glaubwürdiger erscheint? oder wie ist das?

Wenn wir wirklich 40€ mündlich vereinbart hätten, würde sie doch ab Januar 2011 keine 80€ zahlen.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

Da die Gegenseite durch die bisherige Zahlung der - wenn auch geringeren - Raten grundsätzlich anerkannt hat, den Darlehensbetrag in Raten zurückzuzahlen, sind Sie für die Höhe der Raten beweispflichtig, da die Höhe der Raten (80,00) eine für Sie günstige Tatsache ist.

Allerdings spricht in der Tat viel dafür, dass von vornherein Raten zu monatlich 80,00 € vereinbart wurden, da in dieser Höhe auch aktuell gezahlt wird.

Problematisch ist jedoch auch, dass Sie ein Jahr lang geduldet haben, dass die Freundin nur 40,00 € zahlt. Insoweit dürfte zu Gunsten der Freundin ein Vertrauenstatbestand entstanden sein, es sei denn, Sie haben sie darauf hingewiesen, dass die Ratenhöhe tatsächlich bei 80,00 € liegt.

Im Falle eines Rechtsstreites muss der Richter von der Ratenhöhe überzeugt werden, da die Kündigung nur dann gerechtfertigt ist, wenn geringere Raten gezahlt wurden, als vereinbart.

Aus Sicht des Richters besteht ein Darlehensvertrag, der zunächst widerspruchsfrei mit 40,00 € bedient wurde. Diese Tatsachen sprechen jedenfalls dafür, dass eine Ratenzahlung in Höhe von 40,00 € vereinbart wurde. Insoweit dürften Sie in der Beweislast stehen hinsichtlich des höheren Betrages.

Sofern Ihrerseits keinerlei Beweise, etwa Schriftverkehr, Zeugen, vorliegen, dürfte ein Rechtsstreit aus meiner Sicht keinen Erfolg versprechen. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass hier vor dem Landgericht geklagt werden müsste und hierfür auf beiden Seiten ein Anwalt beauftragt werden muss. Hierdurch würden weitere Kosten (jeweils ca. 1.250,00 € zzgl. Gerichtskosten ca. 500,00 €) entstehen. Das Prozessrisiko läge daher bei etwa 2.000,00 €. Im Fall einer vergleichsweisen Beilegung des Streites würden die Kosten wahrscheinlich geteilt.



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