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Welche steuerlichen Freibeträge gilt es bei der Schenkung einer Immobilie zu beachten?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 09.11.2010

Frage:

Meine Schwiegermutter möchte meiner Frau und mir (Gütergemeinschaft, Eheleute) ein Haus im Wert von 145.000 EUR schenken, das wir privat bewohnen möchten. Meine Frage: Muss ich als Schwiegersohn hier Schenkungsteuer zahlen, welchen Freibetrag habe ich und wie würde es sein, wenn meine Frau die Schenkung zunächst alleine erhalten würde und sie mir dann im zweiten Schritt die Hälfte des geschenkten Hauses übereignen würde? Welche Fristen gäbe es bei dieser Kettenschenkung einzuhalten?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

Bei Übertragung der Immobilie auf Sie und Ihre Ehefrau jeweils hälftig übertragen werden würde, wäre dies für Ihre Frau aufgrund des geltenden Freibetrags für Kinder von EUR 400.000 steuerfrei. Sie als Schwiegersohn fallen aktuell in die Steuerklasse 2 und haben bei dieser Schenkung lediglich einen Freibetrag von 20.000 EUR. Das bedeutet, von dem hälftigen Wert der Immobilie von 72.500 EUR wäre der Betrag von 20.000 EUR zum Abzug zu bringen. Als zu versteuernder Betrag verbliebe dann ein Rest von 52.500 EUR.

Nach dem neuen § 19 ErbStG wären dann die für die nach der Höhe der Erbschaft geltenden Prozentsätze in Anwendung zu bringen. In Ihrem Fall würde bei Steuerklasse 2 vom Rest von 52.500 EUR ein Betrag von 30 %, also 15.750 EUR als Schenkungsteuer anfallen.

Die Schenkung wäre vollkommen steuerfrei, wenn die Mutter die Immobilie nur auf ihre Tochter übertragen würde. Der Freibetrag von 400.000 EUR wäre nicht tangiert.

Die von Ihnen angesprochene Kettenschenkung ist gängige Praxis. Hierbei kommt es allerdings weniger auf die Frist als auf die Entscheidungsfreiheit des weiterschenkenden Ehegatten an, BFH 10.03.2005 Az. II R 54/03. Es ist daher großer Wert auf die Ausgestaltung der notariellen Verträge zur Übertragung der Immobilie anzuwenden. Der vorgenannte entschiedene Fall betrifft Ihre Fallgestaltung. Nach Auffassung des Bundesfinanzhofes wird bei Zwischenschaltung eines Dritten nur dann die Ausnutzung der Freibeträge möglich, wenn der Dritte – hier Ihre Frau – selbst über die Verwendung des Schenkungsgegenstands entscheiden kann und ihn nicht weiter schenken muss. Maßgeblich für die Beurteilung dieser Frage sind die Ausgestaltung der Verträge.



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