Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Pflicht des Erbschaftsbesitzers zur Kundgabe des Bestands der Erbschaft

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 26.10.2010

Frage:

Auf Grund einer Vorsorgevollmacht habe ich 3 Jahre lang eine entfernte Verwandte "betreut". Lt. Vollmacht habe ich im Innenverhältnis in ihrem Auftrag Überweisungen vorgenommen, Geld vom Konto abgehoben und persönliche Sachen eingekauft. Als sie im Juni 2010 verstarb, waren auf ihrem Konto noch ca. 400 €. Dem einzigen Erben habe ich eine Aufstellung aller Bargeldabhebungen ausgehändigt, ebenso eine Aufstellung über die von mir besorgten Sachen. Außerdem habe ich ihm die Einsicht in alle vorhandenen Unterlagen (Quittungen, Bankauszüge, Überweisungsaufträge) angeboten. Davon wollte er keinen Gebrauch machen. Jetzt werde ich von seinem Anwalt zur Herausgabe aller Unterlagen aufgefordert. Außerdem sei ich als Erbschaftsbesitzerin verpflichtet eine detaillierte Abrechnung abzuliefern. Da ich auf jeden Fall noch mit einer Klage rechne, möchte ich die Unterlagen im Original nicht herausgeben.
Frage: Bin ich zur Herausgabe verpflichtet? Kann ich Kopierkosten verlangen und mir den Zeitaufwand bezahlen lassen?
Frage: Kann ich nachträglich eine pauschalierte Aufwandsentschädigung verlangen? Zu Lebzeiten der Vollmachtgeberin habe ich keinen Aufwendungsersatz oder eine Bezahlung des Zeitaufwand verlangt, es wurde allerdings auch keine Buchführung von mir erwartet selbst Porto und Telefongespräche habe ich mir nicht bezahlen lassen.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

nach § 2027 BGB ist der Erbschaftsbesitzer verpflichtet, dem Erben über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände Rechnung zu erteilen.

Wer verpflichtet ist über eine mit Einnahmen und Ausgaben verbundenen Verwaltung Rechenschaft abzulegen, hat dem Berechtigten eine die geordnete Zusammenstellung der Einnahmen oder Ausgaben enthaltende Rechnung mitzuteilen und , soweit Belege erteilt zu werden pflegen, Belege vorzulegen (§ 259 Abs.1 BGB).

Nach diesen gesetzlichen Vorschriften sind Sie nicht nur verpflichtet, ein Bestandsverzeichnis über das Vermögen im Todeszeitpunkt vorzulegen sondern auch Rechenschaft zu legen über die Verwaltung des Vermögens vor Eintritt des Todesfalles.

Ein Entgelt für die Erstellung der Abrechnung können Sie nicht verlangen. Sie hätten mit der Vollmachtsgeberin zu Lebzeiten ein Entgelt für die Verwaltung ihrer Dinge vereinbaren können - dieses ist aber im Nachhinein nicht mehr möglich. Eine Entschädigung für Ihren Zeitaufwand können Sie jetzt nicht verlangen. Soweit Sie nachgewiesene Kosten für die Wahrnehmung der Vorsorgevollmacht hatten (z.B. Telefonkosten,Portokosten, Fahrtkosten), können Sie diese zu Ihren Gunsten in ansatz bringen. Bitte beachten Sie dabei allerdings, dass auch diese Kosten belegt sein oder zumindest genau beschrieben werden müssen (z.B. Fahrt zur Bank am...., zur Krankenkasse am..., zur Klinik am... usw.).

Die Belege sollten Sie zur Einsichtnahme bei Ihnen anbieten und zugleich anbieten, dass Sie auf Wunsch gegen zugesagte Kostenerstattung auch Kopien übersenden. Zur Herausgabe der Originalunterlagen sind Sie nicht verpflichtet - nur zur Vorlage. Kopien müssen nur bei vorheriger Kostenzusage gefertigt werden.

Eine Buchführung in kaufmännischer Hinsicht wird von Ihnen nicht verlangt - wohl aber eine geordnete Darstellung der Einnahmen und Ausgaben.

Bitte beachten Sie, dass der Vertreter immer mit fremden Geld umgeht und daher dem Vollmachtgeber bzw. seinen Erben gegenüber rechenschaftspflichtig ist.

Wenn Sie ein Klageverfahren befürchten, kann ich Ihnen nur empfehlen für den Zeitraum eines Jahres vor dem Tode der Verstorbenen eine möglichst vollständige und detaillierte Abrechnung aufzustellen. Insbesondere sollten Sie möglichst präzise nachweisen, wohin das Geld der Verstorbenen geflossen ist. Die Auskunftspflicht ist natürlich nicht auf ein Jahr beschränkt; allerdings müsste die Gegenseite dann schon angeben, welche weiteren Auskünfte sie genau haben will. Eine unbeschränkte Auskunft über mehrere Jahre ohne konkreten Ansatzpunkt erscheint mir unzumutbar.



Rechtsbeiträge über Steuerrecht / Steuerstrafrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Anlage N

Arbeitgeber muss Mitarbeiter richtig anmelden | Stand: 18.04.2015

FRAGE: Meine Tochter (Studentin) hat in den letzten Jahren mal mehr mal weniger als Messehostess oder Kongressbetreuerin gearbeitet. Dabei verstärkt für einen Event Service.  Nunmehr wurde hie...

ANTWORT: Der Arbeitgeber kann diesen Betrag nicht so ohne weiteres von Ihrer Tochter verlangen. Wenn er der Meinung ist, dass Ihre Tochter nicht sozialversicherungspflichtig bei ihm beschäftigt war, dann mus ...weiter lesen

Mieteinnahmen sind steuerpflichtig | Stand: 08.10.2014

FRAGE: Ich bekomme seit Ende 2004 eine mtl. Rente von 500,- € und eine mtl. Zusatzrente von 800,- €.Bisher habe ich keine Steuererklärung abgegeben, da das Finanzamt mir mitteilte, dass ich unterhal...

ANTWORT: Sie müssen nunmehr eine Steuererklärung abgeben. Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Dazu gehöre ...weiter lesen

Falsche Angaben beim Schaden des Mietwagens | Stand: 10.10.2010

FRAGE: Mein Mann und ich haben ein Auto gemietet, es war das zweite mal in Deutschland. Wir haben auf der Quittung 3 Kratzer angeben bekommen, wir haben 3 Kratzer am Auto auch gesehen, wir haben leider nich...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandant,wie so häufig in zivilrechtlichen Haftungsfällen ist die rechtliche Problematik denkbar einfach. Der Schädiger hat für den von ihm verursachten oder ihm zurechenbare ...weiter lesen

Unbefugter Abbau des Stromzählers | Stand: 16.09.2010

FRAGE: Mein Haus in Freiburg hat im EG und OG des Vorderhauses je eine vermietete Wohneinheit und einen Hinterhof, wo zur Zeit ein älteres Gebäude renoviert wird. Es handelt sich um mein Elternhaus...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Ich möchte Ihre Fragen wie folgt beantworten:1. Ist die B. zumindest verpflichtet eine dem Betroffenen eine Erklärung abzugeben? Grundsätzlich könnte eine solch ...weiter lesen

Wie verhält es sich mit der Strafbarkeit von Schwarzarbeit? | Stand: 28.06.2010

FRAGE: Uns wurde von einem Dachdecker (eingetragene Firma) für das Abdichten eines Pergoladaches, ca. 8 qm mit einlagiger Bitumenabdichtung. Ein mündlicher Kostenanschlag von 800,00 € gemacht...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Strafbarkeit von SchwarzarbeitNach der gesetzlichen Definition in § 1 SchwarzArbG liegt Schwarzarbeit vor bei der Verletzung von steuerlichen, sozial- und gewerberechtliche ...weiter lesen

Pflicht zur Auskunftserteilung des Schwiegersohnes im Rahmen von Elternunterhalt | Stand: 10.01.2010

FRAGE: Laut Auskunft von einem Rechtsanwalt haftet das Schwiegerkind nie für den Unterhalt der Schwiegereltern mit seinem Vermögen. Der Kreisausschuss Hessen verlangt aber von mir in der Mitteilun...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Pflicht zur Auskunftserteilung des Schwiegersohnes im Rahmen von ElternunterhaltNach § 1601 BGB sind Verwandte in gerader Linie verpflichtet, einander Unterhal ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.693 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 04.07.2018
Ich hatte eine E-Mail Beratung gebucht für Mietrecht und habe dann Kontakt mit der Rechtsanwältin Alexandra Pritzsche gehabt.sie ist sehr kompetent nimmt sich auch viel Zeit und hat auf jede Frage die richtige passende Antwort gehabt ich kann die Rechtsanwältin nur weiter empfehlen ein großes Lob und vielen Dank noch.

   | Stand: 29.06.2018
Frau Kuner hat mich kompetent , sehr freundlich und zuvorkommend beraten. Vielen Dank Frau Kuner!

   | Stand: 28.06.2018
Ich war sehr zufrieden mit der Beratung von Herrn RA Hoffmann, der mir, in einem für mich komplexen Fall, weitergeholfen hat. Ich werde mich wieder an ihn wenden. Herzlichen Dank

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Steuerrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Aufbewahrungspflicht | Buchführungspflicht | Buchhaltung | doppelte Rechnung | Einkommensnachweis | Meldepflicht Nebenerwerb | private Rechnung | Quittung | Einkommensteuererklärung | Einkommensteuererklärung Frist | ELENA | Steuererklärungspflicht

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen