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Internetabzocker - Besteht ein Vertrag?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Diana Laib
Stand: 23.08.2010

Frage:

Ich bekam heute eine Zahlungsaufforderung über Euro 153,43 von einem Inkassounternehmen im Auftrag der Firma IContent GmbH wegen angeblicher Benutzung der Internetseite outlets.de am 20.03.2010. Eine Mahnung vom 24.06.2010 habe ich per Einschreiben beantwortet und die Zahlung von 96,00 Euro abgelehnt weil ich die Internetseite nicht benutzt habe. Wie soll ich weiter gegen diese Abzockfirma vorgehen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

bei der Firma IContent GmbH handelt es sich, wie sich schon richtig festgestellt haben, um Abzocker.
Viele Betroffene haben die Internetseite nicht besucht, weitere haben sich nicht angemeldet oder den Hinweis auf die Kostenpflicht nicht gesehen.
Das Unternehmen müsste Ihnen in einem Prozess den Vertragsschluss nachweisen. Wenn Sie nie auf der Internetseite waren, wird das nicht möglich sein.

Trotzdem würde ich ein einziges Mal mit einem juristischen Schreiben reagieren.

Senden Sie bitte ein Einwurfschreiben in dem sie klarstellen, dass Sie niemals einen Vertrag abgeschlossen haben.
Hilfsweise (hilfsweise deshalb, weil Sie sich eigentlich darauf berufen keinen Vertrag abgeschlossen zu haben) erklären Sie den Widerruf des Vertrages. Da Sie, wie ich vermutet, niemals in Textform über Ihr Widerrufsrecht belehrt wurden, können Sie immer noch widerrufen. Die Zweiwochenfrist beginnt erst mit dem Erhalt einer Belehrung zu laufen. Bis dahin können Sie jederzeit Widerrufen.
Des Weiteren erklären Sie ebenfalls hilfsweise die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung und auch die Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Eine weitere Möglichkeit gegen diese Abzocke vorzugehen, besteht in einer Anzeige wegen versuchten Betruges.

Danach reagieren Sie bitte auf kein Schreiben des Unternehmens oder des beauftragten Rechtsanwaltes/Inkassounternehmens mehr. Sie werden noch einige letzte Mahnungen erhalten. Erfahrungsgemäß beeintruckt das Unternehmen ein Schreiben nicht und es wird weiter versucht durch Druckaufbau eine Zahlung zu veranlassen.

Bitte suchen Sie einen Rechtsanwalt auf, falls das Unternehmen wider Erwarten versucht, die Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Ich stehe Ihnen hierfür jederzeit zur Verfügung.

Allerdings stellt die Firma IContent GmbH meiner Erfahrung nach Ihren „Kunden“ weder eine Klage noch einen Mahnbescheid zu. Es wird vielmehr versucht, die vermeintlichen Ansprüche durch Drohung mit Pfändung und Eintrag bei der SCHUFA durchzusetzen. Lassen Sie sich dadurch nicht einschüchtern!



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