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Außerordentliche Kündigung wegen Schimmelbildung?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Florian Wehner
Stand: 20.07.2010

Frage:

Am 1.2.2010 haben wir eine 3-Zimmer Wohnung gemietet. Miete € 450,--
zuzügl. Nebenkosten. Die Maklercourtage Betrug € 1.000,-. Nach 2 Monaten zeigten sich Schimmelflecke im Badezimmer. Es ist ein innenliegendes Bad ohne Abluft. Auch die Matratze im Schlafzimmer zeigte Schimmelflecken. Unsere Wäsche im Schrank wird ungewöhnlich feucht. Der Vermieter hat nun angeboten im Badezimmer eine Abluft einzubauen. Ich habe Kontakt mit dem Vormieter aufgenommen. Der Vormieter hat mir schriftlich bestätigt, dass er die gleichen Probleme hatte. Schimmelbildung
im Bad, sowie eine gemessene Luftfeuchtigkeit von ca. 60 -65%. Ihm habe man gesagt, der Einbau eines Lüfters sei nicht möglich. Er hat dann gekündigt. Insgesamt hat er 3 Jahre in der Wohnung gewohnt.

Hier meine Frage:
Der Vermieter sowie die Maklerin kannten die Problematik der Wohnung:
Hohe Luftfeuchtigkeit mit Schimmelbildung. Dies wurde uns verschwiegen. Wir möchten fristlos kündigen sowie die gezahlte Kaution zurück. Haben wir damit Erfolg?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

einen Mietvertrag können Sie dann außerordentlich, d.h. fristlos kündigen, wenn ein Festhalten an dem Vertrag nicht mehr zumutbar erscheint. Unter dieser Voraussetzung Folgendes:

1. Bei einer, dazu noch massiven Schimmelbildung bejaht die Rechtsprechung aus Gründen der erheblichen Gesundheitsschädlichkeit mindestens bei Unbehebbarkeit des Problems die Unzumutbarkeit und damit die Gültigkeit einer außerord. Kündigung.

2. In Ihrem Fall liegt die Zeugenaussage der Vormieters vor, dass das Problem bei ihm schon langfristig bestand, nicht behoben werden (konnte) und er selbst deshalb gekündigt hat.

Meines Erachtens reichen die von Ihnen genannten Gründe gerade im Hinblick auf die offensichtliche Kenntnis des Vermieters aus, so dass Sie die Kündigung - in jedem Fall mit Zugangsnachweis(!)- erklären sollten.

Ich würde Ihnen empfehlen, zusätzlich die Gültigkeit des Mietvertrages wegen arglistiger Täuschung anzufechten - § 120 BGB - weil Ihnen ein wesentlicher Mangel verschwiegen wurde. Erklären Sie zudem, dass Schadensersatzforderungen, insb. bei drohenden gesundheitlichen Problemen, vorbehalten bleiben.



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