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Was ist bei der Verfassung eines Testaments zu berücksichtigen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Florian Wehner
Stand: 17.06.2010

Frage:

Aufsetzen eines Testaments (handschriftlich oder nur mit Unterschrift?) der Eheleute F.
Folgende Fakten zur Klärung bzw. Beantwortung meiner Frage:
Familienstand Herr F.: verheiratet in zweiter Ehe mit u.g. Frau F., keine leiblichen Kinder, keine adoptierten Kinder, beide Elternteile verstorben, keine weiteren Verwandten
Familienstand Frau F.: verheiratet in zweiter Ehe mit o.g. Herr F., zwei leibliche Kinder aus erster Ehe, keine weiteren leiblichen oder adoptierte Kinder, Mutter noch lebend, ein Kindeskind (Enkel)
Es gilt die gesetzliche Gütergemeinschaft.

Im Wesentlichen geht es um die Formulierung des Testaments von mir, Herrn F..
Es soll in jedem Fall, unabhängig davon, ob mein Ehepartner noch lebt oder nicht, im Fall meines Todes mein gesamtes Vermögen (es existiert ein noch nicht vollständig abbezahltes Einfamilienhaus und dessen Inhalt, Barvermögen derzeit vernachlässigbar) an meine Frau, geb. am, wohnhaft in und deren beide leiblichen Kinder C.G., geb. am, wohnhaft in und M. G., geb am, wohnhaft in, übergehen.

Ich bitte Sie daher um Hilfestellung bei der Formulierung meines Testaments bzw. um eine Auflistung der unabdingbar notwendigen Fakten für ein gültiges Testament. In welchen Fällen ist es ratsam oder notwendig, eine notarielle Bestätigung / Beglaubigung einzuholen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

gerne übermittle ich Ihnen die notwendigen "Fakten" zu Ihrer Anfrage Verfertigung eines Testaments:
Zuvor einige wichtige Vorbemerkungen:

1. Gemäss § 2247 BGB muß ein Testament eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Die bloße Unterschrift des Verfügenden reicht nicht.
Dies gilt nicht, falls Sie sich für ein notarielles Testament entscheiden, denn dieses wird vom Notar beurkundet. Erforderlich ist dies jedoch nicht.

2. Sie könnten mit Ihrer Frau auch ein sog. Berliner Testament machen, in dem Sie sich gegenseitig zu Erben einsetzen und die Kinder aus erster Ehe Ihrer Frau als Schluß- bzw. Ersatzerben des Letztversterbenden. Dann hätten Sie diese Eventualität mit abgedeckt, falls zuerst Ihre Frau versterben sollte.

Wenn Sie nur ein Testament für sich wollen, beachten Sie Folgendes:

1. Sie müssen Ihre Frau und deren Kinder als Alleinerben einsetzen (mit dieser Formulierung) - beachten Sie bitte die sehr niedrigen steuerlichen Freibeträge für die Erbschaftssteuer, da Sie mit diesen Kindern nicht verwandt sind. Dies kann nur mit einer Adoption vermieden werden. Grundbesitz wird zudem mittlerweile mit dem vollen Verkehrswert angesetzt.

2. Falls nicht schon geschehen, böte sich an, aus steuerlichen Gründen - sollte die Höhe der Freibeträge für Ihre Frau nicht ausreichen - Ihre Frau bereits jetzt als Miteigentümerin einzutragen. Hier sollten Sie evtl. steuerberaterlichen Rat einholen. Auch hier hätte das Berliner Testament den Vorteil, dass Ihre Frau später an Ihre - ja leiblichen - Kinder steuerlich günstiger vererben kann, falls sie nach Ihnen stirbt. ( Höchster Freibetrag wegen günstigstem Verwandtschaftsgrad).



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