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Bewährungszeit - Sind auch bisweilen unbekannte Verstöße von Bedeutung?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 07.04.2010

Frage:

Ich bin alleinerziehende Mutter von 3 Kindern und habe mehrere male Kleidung usw bestellt (manchmal auch auf falschen Namen) und nicht bezahlt. Am 16.03.2010 hatte ich meine Gerichtsverhandlung und habe 4 Monate auf 3 Jahre Bewährung bekommen. Das war meine erste Gerichtsverhandlung. Ich hatte einen Schock.

Meine Frage: Mir wurde gesagt, dass ich ab dem 16.03. nichts straffälliges mehr machen darf. Was passiert aber, wenn alte Geschichten, wovon das Gericht nichts wußte, also wofür ich nicht vor Gericht stand, auf einmal auftauchen? Werde ich dann sofort verhaftet?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Ihre Verurteilung und insbesondere die festgesetzte Bewährungszeit bedeutet, dass Sie sich lediglich in den Nächsten drei Jahren nicht erneut strafbar machen dürfen, wollen Sie nicht den Widerruf der Bewährung riskieren. Taten, die Sie vor Ihrer rechtskräftigen Verurteilung begangen haben, ändern daran grundsätzlich nichts. Sind mehrere Ihrer (vermutlich) zahlreichen Einzelstraftaten bei der Verurteilung unbekannt gewesen und deshalb nicht mit abgeurteilt worden, werden diese regelmäßig gem. § 154 StPO eingestellt, wenn deren zu erwartende Bestrafung wegen der bereits erfolgten Verurteilung nicht beträchtlich ins Gewicht fallen würde.

Sie müssten demnach vor Ihrer Verurteilung ganz erhebliche Straftaten, die deutlich über die abgeurteilten hinausgehen, begangen haben. Sofern es sich bei den alten Taten ebenfalls um kleinere Betrugs- oder Diebstahlstaten handelt, dürften Sie kaum etwas zu befürchten haben.



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